Ou­ver­tü­re für jähr­li­che Wie­der­ho­lung

80 Gäs­te beim Emp­fang des Kir­chen­krei­ses Har­zer Land in Du­der­stadt

Göttinger Tageblatt - - REGION - Von Rü­di­ger Fran­ke

Du­der­stadt. Su­per­in­den­tent Volk­mar Keil hat am Don­ners­tag beim ers­ten Emp­fang des Kir­chen­krei­ses Har­zer Land rund 80 Gäs­te be­grüßt. Die Pre­mie­re fand im his­to­ri­schen Rat­haus in Du­der­stadt statt. Det­lef Ra­pha­el vom Deut­schen Städ­te­tag re­fe­rier­te über die „Re­gi­on 2030 – le­bens­wert und di­gi­tal“.

„Auf den heu­ti­gen Abend ha­be ich mich ge­freut, weil er ei­ne Ou­ver­tü­re ist“, be­grüß­te Du­der­stadts Bür­ge­meis­ter Wolf­gang Nol­te (CDU) als Haus­herr die Gäs­te im Rat­haus. „Wir ha­ben die Tü­ren gern weit ge­öff­net, um den Kir­chen­kreis Har­zer Land will­kom­men zu hei­ßen.“In Du­der­stadt ge­be es ei­ne part­ner­schaft­li­che und freund­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit mit den Kir­chen.

Der Emp­fang sol­le nun jähr­lich an wech­seln­den Or­ten aus­ge­tra­gen wer­den, er­klär­te der Su­per­in­ten­dent. „In Du­der­stadt im Eichs­feld woll­ten wir an­fan­gen.“Auf das gu­te Mit­ein­an­der deu­te ja schon die Kir­chen­fah­ne vor der Tür hin. „Die ha­ben nicht wir auf­ge­hängt“, be­dank­te sich Keil. Die Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen Kom­mu­ne und Kir­che sei wich­tig, so der Su­per­in­ten­dent wei­ter. „Vie­le Pro­ble­me be­schäf­ti­gen uns ge­mein­sam.“

Be­deu­tung der Mo­bi­li­tät

„Si­cher ha­ben sich vie­le ge­fragt, war­um wir kein rein klas­sisch kirch­li­ches The­ma für un­se­ren Vor­trag ge­wählt ha­ben“, sag­te Keil und be­ton­te, dass es ihm um den Aus­tausch gin­ge. Der Kir­chen­kreis Har­zer Land ver­bin­de ge­ra­de Re­gio­nen, die vom de­mo­gra­fi­schen Wan­del be­trof­fen sei­en. Da­bei wür­den die Kir­chen­ge­mein­den so­gar ver­stärkt den un­ge­brems­ten Wan­del zei­gen. Die Brem­sung durch Mi­gra­ti­on sei durch die meist an­de­re Re­li­gi­on der Mi­gran­ten im Be­reich der Kir­che nicht vor­han­den.

Ge­nau wie spä­ter am Abend der Re­fe­rent be­ton­te Keil die Be­deu­tung der Mo­bi­li­tät für die Zu­kunft. „Es wird nicht al­les im Dorf vor­han­den sein, aber viel­leicht im Nach­bar­dorf“, sag­te Keil, „aber man muss auch ins Nach­bar­dorf kom­men kön­nen.“Die Kir­che ste­he vor dem glei­chen Pro­blem. Mit dem Pro­jekt „Ca­mil­lo und Pep­po­ne“ge­be es ei­nen Ver­such der Zu­sam­men­ar­beit von Kir­che und Kom­mu­ne. Die Frei­wil­li­gen­bör­se in Ra­dolfs­hau­sen sei be­reits gut ge­lau­fen, die in Gie­bol­de­hau­sen und Du­der­stadt stün­den noch an.

Schnel­le­rer Wan­del

Der Deut­sche Städ­te­tag be­schäf­ti­ge sich nach An­ga­ben Ra­pha­els un­ter an­de­rem mit der Fra­ge: „Wie krie­gen wir es hin, dass kei­ner ab­ge­hängt wird?“Da­zu müs­se man sich zu­nächst die Fra­ge stel­len, was Struk­tur­schwä­che sei. Dar­über hin­aus sei nicht je­der länd­li­che Raum auch zu­gleich struk­tur­schwach. Es ge­be durch­aus star­ke Re­gio­nen und an­de­rer­seits auch struk­tur­schwa­che Städ­te.

„Wir wer­den ei­nen Wan­del er­le­ben, der sich viel schnel­ler er­eig­net als ge­dacht“, sag­te Ra­pha­el. Das be­tref­fe die Kir­che eben­so wie die Kom­mu­nen. Die Kir­che müs­se über­le­gen, wie sie ih­re Ge­mein­de­grö­ße ge­stal­tent In den Kom­mu­nen stel­le sich zum Bei­spiel die Fra­ge der Kin­der­be­treu­ung. So ge­be es in den Or­ten si­cher im­mer wie­der Schwan­kun­gen in der Nach­fra­ge. Dar­aus er­ge­be sich dann wie­der die Fra­ge der Mo­bi­li­tät, denn „wir kön­nen nicht übe­r­all Kin­der­gär­ten auf­bau­en und wie­der ab­bau­en“.

Ein wei­te­rer wich­ti­ger Be­griff sei der der Di­gi­ta­li­sie­rung. Da­bei müs­se im länd­li­chen Raum viel mehr Glas­fa­ser ver­legt wer­den, da­mit je­der übe­r­all die glei­che Chan­ce ha­be. Er ver­wies auf ein Bei­spiel aus Schles­wig-hol­stein, wo die Ge­mein­den al­le Häu­ser von sich aus an­bin­den. Wich­tig sei, dass die Po­ten­zia­le ei­ner Re­gi­on ge­för­dert wer­den. „Wir müs­sen Wis­sen för­dern“, sag­te Ra­pha­el. Je­de Idee sei will­kom­men. „Un­denk­ba­res bit­te den­ken“, for­der­te er die Zu­hö­rer auf, „und mit Mut die Zu­kunft ge­stal­ten.“

Wir müs­sen Wis­sen för­dern. Det­lef Ra­pha­el,

Re­fe­rent

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.