Ein Mix aus Folk und Ba­rock, gar­niert mit Per­kus­si­on

Cd-pro­duk­ti­on des Tri­os „Gent­le Spi­rits“in der Klos­ter­kir­che St. Chris­to­pho­rus in Rein­hau­sen

Göttinger Tageblatt - - AUS DER REGION - Von Mar­kus Rie­se

Rein­hau­sen. Das für die Kom­bi­na­ti­on aus Ba­rock- und bri­ti­scher Folk­mu­sik be­kann­te Trio „Gent­le Spi­rits“hat in der Klos­ter­kir­che St. Chris­to­pho­rus Rein­hau­sen in die­ser Wo­che Auf­nah­men für ei­ne neue CD ein­ge­spielt. Für die Pro­duk­ti­on zeich­ne­te das La­bel „Fri­ends of Gre­en So­nic“aus Ed­di­ge­hau­sen ver­ant­wort­lich, das im ver­gan­ge­nen Jahr für ei­nen neu ent­wi­ckel­ten Re­cor­der mit dem In­no­va­ti­ons­preis des Land­krei­ses Göt­tin­gen aus­ge­zeich­net wor­den war.

Pro­du­zent Ste­phan Schmidt setzt bei sei­nen Auf­nah­men gern auf die höchst­mög­li­che Klang­auf­lö­sung; die mo­der­ne 3-D-au­dio­tech­no­lo­gie kam auch bei die­ser Pro­duk­ti­on zum Ein­satz. „Es geht dar­um, die Be­deu­tung der Folk­mu­sik der bri­ti­schen und iri­schen In­seln und ih­ren Ein­fluss auf die Al­te Mu­sik auf­zu­zei­gen“, deu­tet Schmidt an. Das deutsch-nie­der­län­di­sche En­sem­ble „Gent­le Spi- rits“sei hier­für prä­des­ti­niert. „Die drei Mu­si­ker über­win­den sti­lis­ti­sche Gren­zen und spie­len his­to­ri­sche Wer­ke bei­der Gen­res auf der Grund­la­ge ei­ge­ner Be­ar­bei­tun­gen und Ar­ran­ge­ments, be­rei­chert Ste­phan Schmidt, Pro­du­zent und Auf­nah­me­lei­ter durch tra­di­tio­nel­le und mo­der­ne Per­kus­si­ons­klän­ge“, er­klärt Schmidt. Dies ma­che die Mu­sik „le­ben­dig, zeit­los und un­ver­wech­sel­bar ein­ma­lig“.

Ge­nau die­se Kom­bi­na­ti­on stell­te den Pro­du­zen­ten al­ler­dings auch vor ei­ni­ge kniff­li­ge Auf­ga­ben. „Zu­nächst ein­mal war es wich­tig, den rich­ti­gen Ort für die Auf­nah­men zu fin­den. Die Klos­ter­kir­che in Rein­hau­sen hat ei­nen Nach­hall von zwei Se­kun­den, das ist für die­se Art von Mu­sik op­ti­mal“, er­läu­tert der Ex­per­te. Durch die ver­wen­de­te Auf­nah­me­tech­nik sei ein nach­träg­li­ches Ab­mi­schen wie bei her­kömm­li­chen Stu­dio-pro­duk­tio­nen nicht mehr mög­lich. „Das er­for­dert wie­der­um ein ho­hes Maß an Kon­zen­tra­ti­on bei den Mu­si­kern“, so Schmidt. Zwar sei in be­grenz­tem Ma­ße auch noch ei­ne ge­wis­se Nach­be­ar­bei­tung mög­lich. Den­noch müs­se die Mu­sik „auf den Punkt“ein­ge­spielt wer­den.

„Das ist ei­ne schö­ne Her­aus­for­de­rung“, sagt der nie­der­län­di­sche Per­kus­sio­nist Job Ver­wei­jen, der un­ter an­de­rem In­stru­men­te aus Afri­ka und Süd­afri­ka zum Ein­satz bringt. El­ke Har­de­gen-dü­ker ist an der Block­flö­te zu hö­ren, ihr Mann Andre­as Dü­ker spielt Erz­lau­te und Ba­rock­gi­tar­re. Als Au­di­tor un­ter­stützt Hol­ger Schäfer die Pro­duk­ti­on, der das Trio schon län­ger kennt. „Wir hof­fen, mit den Auf­nah­men Men­schen an­zu­spre­chen, die viel­leicht sonst kei­ne Be­rüh­rungs­punk­te mit die­sen Gen­res ha­ben“, for­mu­liert Dü­ker. Schmidt ge­rät ins Schwär­men, wenn er an den Gen­re-mix denkt: „Als ich ein Kon­zert der drei ge­hört ha­be, war mir schon nach we­ni­gen Stü­cken klar, dass ich dar­aus gern ei­ne CDPro­duk­ti­on ma­chen möch­te“, er­in­nert er sich.

Cd-qua­li­tät ist denn auch sei­ne Min­dest­an­for­de­rung an ei­ne an­spruchs­vol­le Mu­sik­pro­duk­ti­on: „Wir bie­ten auch Down­loads an, al­ler­dings nur hoch­auf­lö­sen­de über aus­ge­such­te Por­ta­le, bei de­nen bis zu acht­fa­che Cd-qua­li­tät mög­lich ist“, so Schmidt. Die von ihm ein­ge­setz­te Tech­nik kön­ne theo­re­tisch noch we­sent­lich mehr leis­ten. Was er ab­lehnt, sind kom­pri­mier­te For­ma­te wie zum Bei­spiel MP3. „Da- durch geht ein­fach zu viel Klang­qua­li­tät ver­lo­ren. Au­ßer­dem gibt es ers­te Stu­di­en, die ver­mu­ten las­sen, dass der Kon­sum von Mp3-kom­pri­mier­ter Mu­sik ge­sund­heits­ge­fähr­dend sein könn­te“, ar­gu­men­tiert der Ex­per­te.

Und was wird das auf­wen­dig pro­du­zier­te Al­bum in­halt­lich bie­ten? „Bei­spiels­wei­se Folk­me­lo­di­en des iri­schen Har­fe­nis­ten Tur­lough O’ca­ro­lan und an­de­rer Kom­po­nis­ten“, ver­rät Schmidt. Au­ßer­dem sol­le das Al­bum auf­zei­gen, wie sich welt­be­rühm­te Ba­rock­kom­po­nis­ten wie Hen­ry Pur­cell, Ge­org Fried­rich Hän­del oder Fran­ces­co Ge­mi­nia­ni von tra­di­tio­nel­ler Mu­sik aus En­g­land, Ir­land und Schott­land in­spi­rie­ren lie­ßen und ge­ra­de da­mit be­deu­ten­de Wer­ke er­schu­fen.

Die CD soll im Früh­jahr 2019 er­schei­nen, ei­ne Re­lease-par­ty ist der­zeit für den 5. Mai an­ge­dacht. Der ge­naue Ort und In­for­ma­tio­nen zum Ti­cket-vor­ver­kauf wer­den recht­zei­tig be­kannt ge­ge­ben.

Die­se Mu­sik ist le­ben­dig, zeit­los und un­ver­wech­sel­bar ein­ma­lig.

FO­TO: RIE­SE

Vor den Auf­nah­men in der Kir­che St. Chris­to­pho­rus: Ste­phan Schmidt, Job Ver­wei­jen, Andre­as Dü­ker und El­ke Har­de­gen-dü­ker (v.l.).

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.