Kon­zert in Lö­wen­ha­gen

Te­nor Hu­go Jess tritt in sei­ner al­ten Hei­mat auf / Ab­schluss der 700-Jahr-fei­ern

Göttinger Tageblatt - - AUS DER REGION - Von Ve­ra Wölk

Lö­wen­ha­gen. Ein Kon­zert mit dem Ti­tel „Zau­ber der Ro­man­tik“ist für Sonn­tag, 14. Ok­to­ber, in Lö­wen­ha­gen ge­plant. Das Kon­zert in der Kir­che ist nach An­ga­ben der Ver­an­stal­ter ei­ne wei­te­re au­ßer­ge­wöhn­li­che Ver­an­stal­tung nach der 700-Jahr-fei­er im Ju­ni.

Bei dem Kon­zert wer­den nach An­ga­ben von Mat­thi­as Fre­ter über­wie­gend klas­sisch-ro­man­ti­sche Lie­der, Roman­zen, Bal­la­den und Ari­en er­klin­gen. Kom­po­niert wur­den sie un­ter an­de­rem von Franz Schu­bert, Carl Loewe, Richard Strauss, Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart, Fran­ces­co Pao­lo Tos­ti und Clau­des Goun­od.

Nach Flucht in Lö­wen­ha­gen­ge­wohnt

Der Te­nor Hu­go Jess, der frü­her in Lö­wen­ha­gen ge­wohnt hat,wird beim Kon­zert auf­tre­ten. Jess, der 1939 ge­bo­ren wur­de, ab­sol­vier­te nach An­ga­ben Fre­ters mu­si­ka­li­sche Aus­bil­dung bei be­kann­ten Kon­zert-sän­gern, wie bei­spiels­wei­se dem in­ter­na­tio­na­len Kon­zert- und Rund­funk-sän­ger Ro­bert Tit­ze. Jess (Jahr­gang 1939) war 1941 mit sei­nem Groß­va­ter, sei­ner Mut­ter und drei Schwes­tern aus Bes­sa­ra­bi­en am Schwar­zen Meer kom­mend nach Klag­hof (Kreis Mo­gil­no, Po­len) um­ge­sie­delt wor­den. 1945 sei­en sie mit zwei Pfer­de­wa­gen vor den rus­si­schen Streit­kräf­ten ge­flo­hen, die sie aber in Car­zig west­lich von Frank­furt/oder ein­hol­ten. Der Groß­va­ter wur­de als Dol­met­scher ver­pflich­tet, und so ka­men sie mit dem rus­si­schen Stab wei­ter nach Wes­ten bis Ei­chen­fel­de/ Witt­s­tock (Bran­den­burg). Im Ok­to­ber 1945 ge­lang ih­nen mit ei­nem an­ge­heu­er­ten LKW die Flucht auf Ne­ben­stra­ßen bis Mag­de­burg und von dort wei­ter über ei­ne Pon­ton-brü­cke über Hu­go Jess ist beim Kon­zert am 14. Ok­to­ber in Lö­wen­ha­gen da­bei.

die El­be bis nach Friedland. Im Früh­jahr 1946 er­reich­ten sie Lö­wen­ha­gen. Die fünf­köp­fi­ge Fa­mi­lie wohn­te in nur ein bis zwei Räu­men. Der da­ma­li­ge Bür­ger­meis­ter Fritz Bött­ger or­ga­ni­sier­te

für die Kin­der das Mit­tag­es­sen ab­wech­selnd bei ver­schie­de­nen ein­hei­mi­schen Fa­mi­li­en. Vom Ba­ron von Stock­hau­sen wur­den ih­nen Gar­ten­par­zel­len über­las­sen, wo sie ei­ge­ne Gr­und­nah- rungs­mit­tel an­bau­en konn­ten. Ob­wohl Jess 1956 Lö­wen­ha­gen ver­ließ, er­scheint es ihm laut Fre­ter auf­grund der vie­len schö­nen Er­in­ne­run­gen stets als sei­ne „al­te Hei­mat“.

Wei­ter­hin ist der Ba­ri­ton Lo­renz Heim­brecht zu hö­ren, der an der Mu­sik­hoch­schu­le Köln Ge­sang und Schul­mu­sik so­wie Phi­lo­so­phie und Päd­ago­gik an der Uni Köln stu­diert hat. Er war in ver­schie­de­nen En­sem­bles tä­tig und Do­zent in Köln für Schau­spiel und Ge­sang, seit 2010 Stu­di­en­rat am And­rea­num, und lei­te­te ab 2011 den Kn­a­ben­chor Hil­des­heim. Eben­falls da­bei sein wird die Pia­nis­tin Na­ta­lia So­lo­dov­ni­ko­va. Das er­le­se­ne Pro­gramm und der ro­man­ti­sche Auf­füh­rungs­ort wer­den die Be­su­cher ei­nen ein­drucks­vol­len Kon­zer­tNach­mit­tag er­le­ben las­sen. Der Ein­tritt ist frei, um ei­ne Spen­de zur Kos­ten­de­ckung wird ge­be­ten.

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