Sau­be­res Trink­was­ser nicht selbst­ver­ständ­lich

Welt­toi­let­ten­tag er­in­nert an feh­len­de hy­gie­ni­sche Sa­ni­tär­ein­rich­tun­gen

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN - Von Ve­ra Wölk

Göt­tin­gen. Die Göt­tin­ger Ent­sor­gungs­be­trie­be (GEB) wei­sen dar­auf hin, dass am Mon­tag, 19. No­vem­ber, Welt­toi­let­ten­tag ist. Auch wenn der Na­me An­lass zum Schmun­zeln ge­be, ha­be der Welt­to­li­let­ten­tag ei­nen erns­ten Grund­ge­dan­ken.

„Hin­ter­grund des Jah­res­ta­ges ist das Feh­len aus­rei­chend hy­gie­ni­scher Sa­ni­tär­ein­rich­tun­gen für mehr als 40 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung und die dar­aus re­sul­tie­ren­den ge­sund­heit­li­chen und so­zio­öko­no­mi­schen Fol­gen“, heißt es in ei­ner Mit­tei­lung der Göt­tin­ger Ver­kehrs­be­trie­be. Man­geln­de Hy­gie­ne be­güns­ti­ge das Aus­brei­ten von Krank­hei­ten durch Kei­me, Vi­ren und Bak­te­ri­en durch ver­un­rei­nig­tes Was­ser.

Den Welt­toi­let­ten­tag gibt es erst seit 2001. Ins Le­ben ge­ru­fen hat ihn die Welt­toi­let­ten­or­ga­ni­sa­ti­on. Die Ver­ei­nig­ten Na­tio­nen er­nann­ten den Tag zu ei­nem re­gel­mä­ßi­gen Jah­res­tag. „Und das, ob­wohl doch die Zeit­schie­ne von der öf­fent­li­chen La­tri­ne der Rö­mer über die stin­ken­de Stadt im Mit­tel­al­ter bis zur heu­te eher un­sicht­ba­ren und ge­ruch­lo­sen Toi­let­ten­kul­tur ei­ne lan­ge und be­weg­te Ge­schich­te auf­zeigt“, heißt es in der Mit­tei­lung wei­ter.

Die Selbst­ver­ständ­lich­keit, Was­ser im All­tag zu ge­brau­chen und das durch den Ge­brauch ent­ste­hen­de Ab­was­ser nach­hal­tig zu klä­ren, sei nicht über­all ge­ge­ben. Welt­weit ver­füg­ten rund 2,5 Mil­li­ar­den Men­schen nicht über aus­rei­chen­de sa­ni­tä­re An­la­gen. Dies ha­be oft dra­ma­ti­schen Fol­gen für ih­re Ge­sund­heit, denn die Fä­ka­li­en ge­län­gen in Flüs­se, aus de­nen auch Trink­was­ser ge- won­nen wird. Fast ei­ne Mil­li­ar­de Men­schen ver­rich­te­ten Ih­re Not­durft im Frei­en.

„Wie wert­voll die Di­enst­leis­tung Ab­was­ser­rei­ni­gung ist, wird erst dann emp­find­lich er­fahr­bar, wenn sie gar nicht oder nur un­zu­rei­chend zur Ver­fü­gung steht, bei­spiels­wei­se auf Rei­sen“, sagt Geb-spre­che­rin Ma­ja Hein­dorf.

Auf Göt­tin­gens mo­der­ner Klär­an­la­ge sei­en et­wa 30 Mit­ar­bei­ter im Ein­satz, da­mit die nach neu­es­tem Stand der Tech­nik ar­bei­ten­de An­la­ge rund um die Uhr ver­läss­lich lau­fe. Hier wer­den pro Tag je nach Wet­ter­la­ge zwi­schen 30000 und 80000 Ku­bik­me­ter Ab­was­ser ge­rei­nigt. In 24 Stun­den Durch­lauf­zeit ver­wan­delt die voll­bio­lo­gi­sche, mehr­stu­fi­ge Ab­was­ser­rei­ni­gungs­an­la­ge das an­kom­men­de Schmutz­was­ser wie­der in kla­res sau­be­res Was­ser.

Wäh­rend in der ers­ten Rei­ni­gungs­stu­fe mit me­cha­ni­schen Ver­fah­ren bio­lo­gisch nicht ab­bau­ba­re Grob­stof­fe ent­fernt wer­den, er­folgt in der zwei­ten und drit­ten Rei­ni­gungs­stu­fe die ei­gent­li­che bio­lo­gi­sche Rei­ni­gung des Ab­was­sers.

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In der Göt­tin­ger Klär­an­la­ge wird das Ab­was­ser ge­rei­nigt.

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