Aus­stel­lung zur Ent­wick­lung Hol­ten­sens

Team um Orts­hei­mat­pfle­ge­rin El­sa Voll­mer zeigt er­neut Ex­po­na­te im Ge­mein­de­zen­trum

Göttinger Tageblatt - - GÖTTINGEN / CAMPUS - Von Ve­ra Wölk

Hol­ten­sen. Be­reits zum vier­ten Mal or­ga­ni­sie­ren El­sa Voll­mer, Wolf­gang Sieg­mann und Hans-wer­ner Die­de­rich ei­ne Aus­stel­lung zur Hol­ten­ser Ge­schich­te. Sie trägt dies­mal den Ti­tel „Hol­ten­sen - die bau­li­che Ent­wick­lung und de­ren Ein­flüs­se auf Feld, Wald und Flur.“

Par­al­lel zur Aus­stel­lung ha­ben die drei er­neut ei­nen Be­gleit­band er­ar­bei­tet. „Wir ha­ben uns für die­se Aus­stel­lung mit äu­ße­ren Ein­flüs­sen, die die Ent­wick­lung des Or­tes be­ein­flusst ha­ben, be­schäf­tigt. Da­zu ge­hö­ren bei­spiels­wei­se der Bau der Au­to­bahn in den 30er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts und die Ein­ge­mein­dung des Or­tes zu Göt­tin­gen.“Un­ter an­de­rem ha­be der Ort da­durch we­ni­ger Acker­flä­chen und Wald. Ei­ne wei­te­re Pro­ble­ma­tik im Ort sei die nach wie vor be­ste­hen­de Hoch­was­ser­si­tua­ti­on, die sich nach An­ga­ben Sieg­manns auch durch die bau­li­che Er­wei­te­rung des Hol­ten­ser Bergs wei­ter ver­schär­fen wer­de. „Vor al­lem, weil wir auch im­mer häu­fi­ger so­ge­nann­te Stark­re­ge­ner­eig­nis­se er­le­ben", sag­te er.

In der Aus­stel­lung wer­de zu­dem das äl­tes­te Fund­stück aus dem Ort zu se­hen sein - ei­ne St­ein­axt aus der Zeit von 3000 bis 1800 vor Chris­tus. „Ge­fun­den wur­de sie 1981 auf dem Dach­bo­den ei­nes Hau­ses", be­rich­te­te Die­de­rich. Dass dies mög­lich ge­we­sen sei, hän­ge da­mit zu­sam­men, dass es frü­her üb­lich ge­we­sen sei die Axt als so­ge­nann­ten Don­ner­keil auf dem Dach­bo­den zu plat­zie­ren. „Da­mit soll­te Un­glück von dem Haus fern­ge­hal­ten wer­den", sag­te Voll­mer, Orts­hei­mat­pfle­ge­rin von Hol­ten­sen.

Den drei Hol­ten­sern ist es zu­dem wich­tig, den heu­ti­gen Ein­woh­nern des Dor­fes ver­schie­de­ne ge­schicht­li­che Be­grif­fe zu er­läu­tern. Des­halb wer­den in dem Be­gleit­band zur Aus­stel­lung auch die Ent­ste­hung der Ver­kopp­lungs­in­ter­es­sen­schaft, Ver­bund der Land­be­sit­zer und der Re­al­ge­mein­de so­wie da­zu ge­hö­ri­ge Be­grif­fe wie „Ge­recht­sa­me“er­läu­tert. „Zu­dem wer­den wir auch an Bau­pro­jek­te er­in­nern, die hier ein- mal ge­plant wa­ren, aber nicht um­ge­setzt wor­den", sag­te Sieg­mann. Da­zu zäh­len bei­spiels­wei­se die An­sied­lung ei­nes Ikea-mark­tes und der Bau ei­nes Bahn­hofs. Aber auch die Ent­wick­lung des ehe­ma­li­gen De­po­nie­ge­län­des be­leuch­ten die Au­to­ren, denn durch ei­nen Zu­fall ha­ben sie er­fah­ren, dass auf dem ehe­ma­li­gen De­po­nie­ge­län­de sich jetzt der Kin­der­gar­ten be­fin­det. Hier­zu ha­ben sie nach ei­ge­nen An­ga­ben Un­ter­la­gen bei dem Ar­chi­tek­ten ge­fun­den, der den Kin­der­gar­ten ge­plant hat. Auch die Ver­än­de­run­gen, die durch den Bau der Um­ge­hungs­stra­ße ent­stan­den sei­en, wer­den wäh­rend der Aus­stel­lung und im Buch be­leuch­tet. Die Or­ga­ni­sa­to­ren be­dau­ern, dass es nach der Be­bau­ung auf dem Hol­ten­ser Berg nicht mehr al­le Do­ku­men­te gibt. Bei­spiels­wei­se zu­dem so­ge­nann­ten Schwe­den­grab.

An­ders als bei der Aus­stel­lung im ver­gan­ge­nen Jahr ge­be es dies­mal nur we­ni­ge Aus­stel­lungs­stü­cke, die ge­zeigt wer­den kön­nen. „Wir wer­den dies­mal mit ver­schie­de­nen Plan-und Kar­ten­ma­te­ria­len ar­bei­ten“, sag­te Sieg­mann. Im Ge­gen­satz zum Vor­jahr ist die Aus­stel­lung nur am Wo­chen­en­de, 17. und 18. No­vem­ber, in der Zeit von 10 bis 18 Uhr ge­öff­net. „Ich wer­de aber auch wäh­rend des Weih­nachts­mark­tes auf dem Hof der Fa­mi­lie Me­cke am Sonn­abend, 24. No­vem­ber, noch ein­mal öff­nen“, sag­te Voll­mer. Am Aus­stel­lungs­wo­chen­en­de sei auch das be­lieb­te Aus­stel­lungs­ca­fé wie­der ge­öff­net. Zu se­hen ist die Aus­stel­lung im Ge­mein­de­zen­trum, Im Al­ten Dor­fe 4. Im ver­gan­ge­nen Jahr sei­en rund 350 Gäs­te da ge­we­sen. Der Ein­tritt ist er­neut frei.

Et­wa ein Jahr lang wa­ren die drei mit den Vor­be­rei­tun­gen für die Aus­stel­lung be­schäf­tigt. Am An­fang hät­ten sie den Um­fang des The­mas et­was un­ter­schätzt, doch jetzt sei­en sie froh über das um­fang­rei­che Ma­te­ri­al, das sie er­hal­ten ha­ben. „Wir ha­ben vie­le In­for­ma­tio­nen per Mail aus­ge­tauscht und uns et­wa ein­mal die Wo­che per­sön­lich ge­trof­fen“, sag­te Sieg­mann. Bei ih­ren Re­cher­chen könn­ten sie aber im­mer noch auf das um­fang­rei­che Ar­chiv des ers­ten Orts­hei­mat­pfle­gers Horst Hen­ze zu­rück­grei­fen. Zu­dem er­fol­ge zu den The­men auch ei­ne Be­fra­gung von Zeit­zeu­gen. Al­le drei Mi­t­au­to­ren be­schäf­ti­gen sich in­ten­siv mit der Ge­schich­te ih­res Or­tes, weil sie die­se für nach­fol­gen­de Ge­ne­ra­tio­nen am Le­ben er­hal­ten wol­len.

Be­reits jetzt ha­ben Voll­mer, Sieg­mann und Die­de­rich meh­re­re Ide­en für wei­te­re Aus­stel­lun­gen. Wäh­rend das The­ma für 2019 noch nicht ganz fest­steht, soll 2020 die „Nszeit in Hol­ten­sen“be­leuch­tet wer­den. Hier­zu lau­fen nach An­ga­ben Sieg­manns be­reits ers­te Vor­be­rei­tun­gen. „Wir hof­fen, dass wir noch vie­le Aus­stel­lun­gen zu­sam­men or­ga­ni­sie­ren kön­nen“, sag­te Voll­mer.

FO­TO: WÖLK

El­sa Voll­mer, Wolf­gang Sieg­mann und Hans-wer­ner Die­de­rich be­trach­ten al­tes Kar­ten­ma­te­ri­al zu Hol­ten­sen.

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