GARTENGLÜCK IN KÖLN

Zu je­der Jah­res­zeit ge­nie­ßen Jür­gen Schmitz und Micha­el Mei­ger ih­ren Garten. Be­vor die win­ter­li­che Ru­he Ein­zug hält, trumpft der Herbst noch ein­mal mit den schöns­ten Farben auf.

Garden Style - - INHALT - TEXT: Kirs­ten Jo­han­son FOTOS: Si­byl­le Piet­rek/ li­vin­g4me­dia

Gärt­nern in der Groß­stadt: Jür­gen Schmitz ver­bringt viel Zeit in sei­nem grü­nen Wohn­zim­mer.

Wer in der Groß­stadt lebt, preist nicht sel­ten die Vor­zü­ge des ur­ba­nen Le­bens. Sei­en es die Shopping-Mög­lich­kei­ten oder das kul­tu­rel­le An­ge­bot, der gut aus­ge­bau­te öf­fent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr, ei­ne gro­ße Aus­wahl an Re­stau­rants, Kn­ei­pen und Clubs. Die Kehr­sei­te der Me­dail­le: Vie­le, die in der Stadt le­ben, dür­fen sich schon glück­lich schät­zen, ei­nen Bal­kon zu ha­ben. Man­che ha­ben ge­ra­de mal Hand­tuch­grö­ße. Ein ei­ge­ner Garten? Fehl­an­zei­ge. Das macht je­ne trau­rig, die ih­re Hän­de ger­ne in Gar­ten­er­de ver­sen­ken, ei­ge­nes Ge­mü­se ern­ten und sich an selbst­ge­pflanz­ten Blu­men er­freu­en wol­len. Und doch gibt es die Mög­lich­keit, sei­ne Lust am Gärt­nern aus­zu­le­ben. Jür­gen Schmitz und Micha­el Mei­ger, bei­de An­fang 50, ha­ben es ge­fun­den, ihr Na­tur­pa­ra­dies mit­ten in der Rhein-Me­tro­po­le Köln. Im Klein­gar­ten­ver­ein Flo­ra ha­ben sie ein 260 Qua­drat­me­ter gro­ßes Grund­stück ge­pach­tet. Jür­gen Schmitz ist seit 15 Jah­ren ak­ti­ves Mit­glied im Flo­ra-Vor­stand. Wie der Köl­ner Stadt­an­zei­ger in ei­nem Ar­ti­kel ge­schrie­ben hat, ist die Lau­ben-Com­mu­ni­ty durch ein leicht an­ar­chi­sches, un­kom­pli­zier­tes Flair ge­kenn­zeich­net. Es geht fa­mi­li­är und mul­ti­kul­tu­rell zu. Päch­ter aus mehr als 25 Na­tio­nen und quer durch al­le so­zia­len Mi­lieus sind Mit­glied im Ver­ein.

Nicht weit ent­fernt von den Par­zel­len braust der Ver­kehr auf der In­ne­ren Ka­nal­stra­ße, wäh­rend in der Klein­gar­ten-An­la­ge al­len­falls die Blät­ter rau­schen. Bie­nen und Hum­meln sum­men, Schmet­ter­lin­ge tan­zen von Blü­te zu Blü­te. Als die Flä­chen der An­la­ge akut durch Bau­plä­ne be­droht wa­ren, for­mier­te sich ei­ne Bür­ger­initia­ti­ve „Grü­ne Lun­ge Köln“, um mit Er­folg ge­gen das Vor­ha­ben der Stadt zu pro­tes­tie­ren. Jür­gen Schmitz und Micha­el Mei­ger, die bei­de ak­tiv in den Be­rei­chen Stadt­ent­wick­lung, Kli­ma­wan­del­fol­gen, Um­welt- und Na­tur­schutz ar­bei­ten, ge­hör­ten zu den Grün­dern die­ser Initia­ti­ve. Fast täg­lich zieht es sie nach der Ar­beit in ihr grü­nes Wohn­zim­mer im Be­zirk Nip­pes. Grä­ser und Tag­li­li­en ge­hö­ren zu den Lieb­lings­pflan­zen der bei­den, al­lein 140 ver­schie­de­ne He­mero­cal­lis-Sor­ten ge­dei­hen auf ih­rer Par­zel­le. Kaum zu glau­ben, dass vor gut zwölf Jah­ren, als die bei­den das Grund­stück über­nah­men, vor al­lem Ko­ni­fe­ren das Bild präg­ten. Doch schon lan­ge ist der Garten nicht mehr nüch­tern, son­dern opu­lent ge­stal­tet. Zum Re­chen oder zur Gar­ten­sche­re zu grei­fen, se­hen die bei­den nicht als Last, son­dern als ei­nen will­kom­me­nen Aus­gleich zu ih­rem Be­ruf. Und durch ihr grü­nes Pa­ra­dies zu schlen­dern, hier und da wel­ke Blü­ten zu ent­fer­nen, hat für die bei­den et­was Me­di­ta­ti­ves.

Der al­te Klapp­stuhl passt her­vor­ra­gend in die char­mant-lo­cke­re Um­ge­bung.

Die ho­he Fett­hen­ne ( Se­dum te­le­phi­um) er­reicht Hö­hen von 35 bis 45 cm.

Ver­blüh­te Hor­ten­si­en­dol­den kön­nen den Win­ter über ste­hen­blei­ben.

Ein ge­floch­te­nes Abla­ge­körb­chen hängt an der Lau­ben­wand.

Fei­ne Fe­der­grä­ser fan­gen das Licht be­son­ders gut ein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.