DIE GE­SCHICH­TE DER RE­GEN­BO­GEN­FAH­NE

Gay Friendly Germany - - Magazin | Up Front - Ste­pha­nie Kuh­nen

Ih­re Far­ben wer­den in al­ler Welt ver­stan­den. Doch wer hat sie er­fun­den?

Spä­tes­tens nach­dem Bil­der von Schau­spie­le­rin Til­da Swin­ton in Mos­kau oder von afri­ka­ni­schen Les­ben und Schwu­len mit der Re­gen­bo­gen­flag­ge in der Hand um die Welt gin­gen, wur­de deut­lich, dass sie nicht nur bun­ter Ho­mo-Kitsch ist, son­dern auch ein Zei­chen von Wi­der­stand ge­gen Un­ge­rech­tig­keit. Ih­re Far­ben wer­den auf der gan­zen Welt ver­stan­den. Sie sind Co­de und freund­li­ches Will­kom­men zu­gleich: Hier wer­den Les­ben, Schwu­le und Trans­gen­der ak­zep­tiert. Egal, wo man sich auf der Welt be­fin­det, ob man die Spra­che spricht oder völ­lig al­lein un­ter­wegs ist: Die Re­gen­bo­gen­flag­ge ist ein Stück Hei­mat ge­wor­den – übe­r­all. Ent­wor­fen wur­de der LGBT-Re­gen­bo­gen von dem US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­ler und Ak­ti­vis­ten Gil­bert Ba­ker, der am 25. Ju­ni 1978 beim CSD San Fran­cis­co die ers­te selbst ge­näh­te Re­gen­bo­gen­flag­ge schwenk­te. Wahr­schein­lich wur­de Ba­ker in­spi­riert von den Re­gen­bo­gen­fah­nen der trau­ern­den Dra­gqueens bei der Be­er­di­gung von Ju­dy Gar­land am 27. Ju­ni 1969 in New York, die mit „So­mew­he­re Over the Rain­bow“das ul­ti­ma­ti­ve Sehn­suchts­lied ge­sun­gen hat­te. Der Le­gen­de nach wur­de die Uto­pie vom Land über dem Re­gen­bo­gen, in dem die ge­wag­tes­ten Träu­me wahr wer­den, zur In­spi­ra­ti­on, als in der Nacht zum 28. Ju­ni die Sto­ne­wall Ri­ots in der Chris­to­pher Street be­gan­nen. Zum Sym­bol der Ho­mo­se­xu­el­len­be­we­gung er­nann­te die Re­gen­bo­gen­flag­ge das Ko­mi­tee des Gay Pri­de San Fran­cis­co 1979. Im Mai hat­te das mil­de Straf­maß ge­gen den Mör­der des ers­ten of­fen schwu­len Stadt­rats Har­vey Milk in San Fran­cis­co die Whi­te Night Ri­ots aus­ge­löst. Wie­der ging die Po­li­zei mit bru­ta­ler Här­te ge­gen Schwu­le, Les­ben und Trans­gen­der vor. Heu­te er­in­nert die Re­gen­bo­gen­flag­ge nicht nur an die Sie­ge ei­ner der er­folg­reichs­ten so­zia­len Be­we­gun­gen des 20. Jahr­hun­derts und sym­bo­li­siert die Viel­falt der LGBT-Com­mu­ni­ty, son­dern sie gibt auch vie­len Men­schen Hoff­nung auf ein freie­res, selbst ge­wähl­tes und fried­vol­le­res Le­ben.

Pri­de in Tai­peh/Tai­pei (Tai­wan)

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