DA­FÜR KÄMP­FEN WIR!

Das Fo­to­pro­jekt „In­ter­na­tio­nal Oran­ge“von Da­ni­el Schu­mann zeigt Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en als et­was ganz Selbst­ver­ständ­li­ches

Gay Friendly Germany - - Foto | Photo - Wei­te­re Pro­jek­te des Fo­to­gra­fen: da­ni­el-schu­mann.com Micha­el Thie­le

So­sehr Schwu­le und Les­ben im Jahr 2014 auch to­le­riert und von man­chen so­gar auf­rich­tig ak­zep­tiert wer­den – es gibt ei­ne kla­re Gren­ze, und an der ist es mit jeg­li­cher To­le­ranz vie­ler He­te­ro­se­xu­el­ler vor­bei: wenn Schwu­le und Les­ben Fa­mi­li­en grün­den. Die­ses Bild – Va­ter, Va­ter, Kind oder Mut­ter, Mut­ter, Kind –, das geht nicht, das gibt’s nicht! Das ste­he so nicht in der Bi­bel, da fehl­ten die Rol­len­bil­der, spä­tes­tens in der Schu­le wür­den die­se Kin­der oh­ne­hin ge­mobbt und über­haupt, rein fort­pflan­zungs­mä­ßig sei das doch gar nicht mög­lich! So oder so ähn­lich lau­ten die so­ge­nann­ten Ar­gu­men­te der In­to­le­ran­ten. Für bei­de Sei­ten, für He­te­ros und Ho­mos, ha­ben die The­men Ehe­öff­nung und Ad­op­ti­ons­recht für gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ei­nen ge­ra­de­zu re­li­giö­sen Stel­len­wert be­kom­men. Vie­le Ho­mo­se­xu­el­le er­hof­fen sich da­von den end­gül­ti­gen Durch­bruch in Sa­chen ge­sell­schaft­li­cher Ak­zep­tanz, vie­le He­te­ro­se­xu­el­le se­hen dar­in ei­nen un­ver­schäm­ten An­griff auf die letz­te Bas­ti­on, die ih­nen ge­blie­ben sei. Ent­spre­chend hart wird ge­kämpft. Ganz un­be­ein­druckt da­von hat Da­ni­el Schu­mann in sei­nem Fo­to­pro­jekt „In­ter­na­tio­nal Oran­ge“Re­gen­bo­gen­fa­mi­li­en por­trä­tiert. Rund um San Fran­cis­co war der heu­te 32-Jäh­ri­ge 15 Mo­na­te lang un­ter­wegs, um die ver­schie­dens­ten Men­schen – Paa­re, El­tern und Kin­der – zu fo­to­gra­fie­ren und um klei­ne State­ments über ih­re Fa­mi­li­en zu bit­ten. Ob alt oder jung, mit oder oh­ne Hund, ob schwul oder les­bisch – sei­ne Auf­nah­men ver­strö­men ei­ne so selbst­ver­ständ­li­che, glück­li­che Form des Zu­sam­men­seins und -le­bens. Die Ab­ge­bil­de­ten ru­hen glück­lich in dem, was sie sind und le­ben. Aus­gangs­punkt für Da­ni­els Pro­jekt war üb­ri­gens ei­ne WG mit vier Schwu­len im be­rühm­ten Castro-Vier­tel. Von hier aus ist der Fo­to­graf, der selbst nicht schwul ist, aber bei ei­ner les­bi­schen Mut­ter auf­wuchs, zu sei­nen Ses­si­ons auf­ge­bro­chen, de­ren wun­der­ba­res Er­geb­nis ge­ra­de jetzt in der CSD-Sai­son noch ein­mal vor Au­gen führt, wo­für wir ei­gent­lich kämp­fen.

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