Ja­vier, Joy und Alu­zio

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In dem Au­gen­blick, als ich künst­lich be­fruch­tet wur­de, wuss­te ich, dass ich schwan­ger war. Sechs Wo­chen spä­ter zeig­te der Schwan­ger­schafts­test, dass es tat­säch­lich stimm­te. Nach­dem ich jah­re­lang von mei­nen Kin­dern ge­träumt hat­te, wuss­te ich schon, wie er/sie hei­ßen wür­de. Mei­ne Schwan­ger­schaft war nicht ganz ein­fach, doch durch die­sen Um­stand be­gann ich auf un­se­re Ge­sund­heit zu ach­ten. Ich fühl­te mich mei­nem Kind schon ver­bun­den und glaub­te ein Mäd­chen zu be­kom­men, doch ein Ul­tra­schall­bild und die weit ge­öff­ne­ten Bei­ne be­lehr­ten mich ei­nes Bes­se­ren. Sein Na­me wür­de Ja­vier sein. Ru­hig und wach kam er nach neun­und­drei­ßigs­tün­di­ger Ge­burt zur Welt. Er ist schon ein­mal hier ge­we­sen, wür­den die Wei­sen sa­gen, wenn sie ihn trä­fen – und er war es. Er ist mei­ne See­le. Mei­ne zwei­te Schwan­ger­schaft war ei­ne Rei­se von Mo­na­ten und Jah­ren mit vie­len ver­geb­li­chen Ver­su­chen. Ge­ra­de, als ich auf­ge­ben woll­te, wur­de ich schwan­ger; mein Stich­tag war Ja­viers Ge­burts­tag. Ich sag­te mei­nem zwei­ten Kind: „Komm nicht am Ge­burts­tag dei­nes Bru­ders, das wird er dir nie ver­zei­hen.“Er hör­te auf mei­nen Rat und kam fünf Ta­ge spä­ter – aber dies war auch das letz­te Mal, dass er auf mich hör­te. Alu­zio ist mein ei­gen­sin­ni­ges Kind, er muss die Din­ge auf sei­ne Art ma­chen und die Welt muss sich sei­nem Wil­len beu­gen, nicht um­ge­kehrt. Er ist mein Herz. Mei­ne Söh­ne sind für mich ein Ge­schenk Got­tes, mein Herz und mei­ne See­le, und die LIE­BE mei­nes Le­bens. Sie sind AL­LES, WAS ZÄHLT.

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