VON LIE­BE BE­WEGT

Vom 20. bis 29. Ju­ni wird Os­lo zur quee­ren Haupt­stadt von Eu­ro­pa. Der Eu­roP­ri­de hat ein schö­nes Mot­to: „Love Mo­ves“

Gay Friendly Germany - - Listing - eu­ro­pri­de2014.com Micha­el Pren­ner

Ei­ne Me­tro­po­le, die glei­cher­ma­ßen am Was­ser und im Ge­bir­ge liegt, hat al­lein da­durch schon ei­nen be­son­de­ren Reiz. Doch Os­lo ist nicht nur die Haupt­stadt Nor­we­gens, son­dern in die­sem Jahr auch die al­ler quee­ren Eu­ro­pä­er. Un­ter dem Mot­to „Love Mo­ves“wird hier zwi­schen dem 20. und 29. Ju­ni der Eu­roP­ri­de ge­fei­ert. Die Haupt­at­trak­ti­on des Events, die gro­ße Pri­de Pa­ra­de, zieht am 28. Ju­ni vom mul­ti­kul­tu­rel­len Stadt­teil Grøn­land zum Rat­haus. Wir er­in­nern uns: Mar­seil­le, der Aus­tra­gungs­ort des Eu­roP­ri­de 2013, war man­gels Or­ga­ni­sa­ti­on und Fi­nan­zie­rungs­kon­zept lei­der nicht son­der­lich er­folg­reich. In Os­lo soll das nun an­ders wer­den. Zum ei­nen ha­ben die Nor­we­ger auf­grund des 2005 in Os­lo ze­le­brier­ten Eu­roP­ri­de be­reits Er­fah­rung, zum an­de­ren ha­ben sie ein hoch­en­ga­gier­tes Eu­roP­ri­deKo­mi­tee. Der Vor­sit­zen­de St­ein Ru­nar Øs­ti­gaard gibt vol­len Ein­satz für ein ge­lun­ge­nes Event. „Es ist uns ein wich­ti­ges An­lie­gen, für un­se­re Gäs­te da zu sein und LGBT-The­ma­ti­ken sicht­bar zu ma­chen. Da­zu dient un­ter an­de­rem der Pri­de Park“, er­läu­tert er. Und das ist kein Park mit Wie­sen und Bäu­men, son­dern ei­ne be­reits wäh­rend der all­jähr­li­chen CSDs er­prob­te bun­te LGBTI-Kir­mes zwi­schen dem mo­nu­men­ta­len Os­lo­er Rat­haus und dem No­bel-Frie­dens­zen­trum: Am 25. Ju­ni er­öff­net das spe­zi­ell für die Com­mu­ni­ty ge­schaf­fe­ne Are­al mit Im­biss- und Ge­trän­ke­bu­den, In­fo­stän­den, Kunst­aus­stel­lun­gen, Tanz-Are­as und Kon­zert­büh­nen. „Hier ist je­der Be­su­cher will­kom­men, und He­te­ros wis­sen, dass dort al­les nach un­se­ren Re­geln läuft“, be­teu­ert Øs­ti­gaard. Ganz ge­nau: Denn am Frei­tag, den 27. Ju­ni kön­nen sich gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re öf­fent­lich im Pri­de Park trau­en las­sen. Und wenn der Pri­de Park am Abend sei­ne Pfor­ten schließt, ver­gnü­gen sich die Be­su­che­rIn­nen auf Fei­ern al­ler Ni­schen schwu­len und les­bi­schen Le­bens, dar­un­ter ei­ne Le­der­par­ty und „La­dies Night“, die größ­te Frau­en­par­ty Skan­di­na­vi­ens, so­wie die gro­ße Clo­sing-Par­ty in der Ro­cke­fel­ler Mu­sic Hall, ei­nem ehe­ma­li­gen Schwimm­bad. Zu­dem hofft der nor­we­gi­sche „Be­ar Club“auf ei­ne Bä­ren­in­va­si­on aus ganz Eu­ro­pa: Auf dem Pro­gramm ste­hen nicht nur die tra­di­tio­nel­le „Me­ga Be­ar Par­ty“, son­dern auch ei­ne „Wel­co­me Par­ty“, die Teil­nah­me an der Pa­ra­de mit ei­ge­ner De­le­ga­ti­on und ei­ne Bä­ren­füh­rung durch das Schloss der Kö­nigs­fa­mi­lie. Mu­si­ka­li­sche Events wie ein Kon­zert der letzt­jäh-

ri­gen Eu­ro­vi­si­on-Song-Con­test-Teil­neh­me­rin Mar­ga­ret Ber­ger so­wie ein DJ-Set der nor­we­gi­schen Dance­floor-Queen An­nie kom­plet­tie­ren das Par­ty­ange­bot. Das Kul­tur­pro­gramm star­tet hin­ge­gen schon, be­vor die Feie­rei los­geht, näm­lich am 20. Ju­ni: Vor­trä­ge und Work­shops fin­den im Li­te­ra­tur­haus und im Mu­se­um für Kul­tur­ge­schich­te un­ter dem La­bel „Pri­de Hou­se“statt, dar­un­ter ei­ne gro­ße Men­schen­rechts­kon­fe­renz. Zu­dem vor Ort: ei­ne De­le­ga­ti­on aus sechs ost­eu­ro­päi­schen Län­dern, mit der Stra­te­gi­en ge­gen die wach­sen­de Ho­mo­pho­bie in ih­ren Hei­mat­län­dern ent­wi­ckelt wer­den sol­len. Da­mit sich die Pri­de-Gäs­te in dem als ei­ne der teu­ers­ten Städ­te Eu­ro­pas gel­ten­den Os­lo nicht völ­lig ver­aus­ga­ben, wur­de der „Eu­ro­Pass“ent­wi­ckelt: Für 88 Eu­ro kommt man gra­tis auf die gro­ßen Par­tys, fährt kos­ten­los mit öf­fent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln, hat frei­en Ein­tritt zu über 30 Mu­se­en und At­trak­tio­nen, Ver­güns­ti­gun­gen in Re­stau­rants und vie­les mehr. Und wer dann noch spa­ren muss: Auf den In­seln im Os­lof­jord darf man zum Glück gra­tis zel­ten.

Ab­stract

Nor­way’s ca­pi­tal is play­ing host to Eu­roP­ri­de for the se­cond time and is ho­ping for up to 20,000 par­ti­ci­pants. This is the on­ly place the par­ty will be in the No­bel Pe­ace Cent­re!

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