„TOLERONTO“

To­ron­to lädt zum Worl­dP­ri­de un­ter dem Mot­to „Our Pri­de Is Ever­yw­he­re“. Die Or­ga­ni­sa­to­rIn­nen er­war­ten bis zu zwei Mil­lio­nen Be­su­cher aus al­ler Welt

Gay Friendly Germany - - Listing - world­pri­de­to­ron­to.com Cars­ten Bau­haus

To­ron­to rüstet sich für den – ne­ben dem ESC in Ko­pen­ha­gen – wohl welt­weit wich­tigs­ten Ter­min im quee­ren Ka­len­der in die­sem Jahr: den Worl­dP­ri­de vom 20. bis 29. Ju­ni. Nach dem De­sas­ter des letz­ten Worl­dP­ri­de in Lon­don 2012 kann es nur auf­wärts ge­hen. Vor zwei Jah­ren wä­re die Pa­ra­de fast ab­ge­sagt wor­den. Am En­de hat­ten von dem Event mit glo­ba­lem An­spruch selbst die Lon­do­ner kaum et­was mit­be­kom­men, was si­cher auch an den zeit­gleich statt­fin­den­den Olym­pi­schen Som­mer­spie­len lag. Ähn­li­ches ist die­ses Jahr nicht zu be­fürch­ten. Zu­mal die Ka­na­die­rIn­nen stolz dar­auf sind, als ei­nes der ers­ten Län­der 2005 die Ehe für gleich­ge­schlecht­li­che Paa­re ge­öff­net zu ha­ben. To­le­ranz ist ein Teil des ka­na­di­schen Iden­ti­täts­kerns. Doch nicht in al­len Län­dern ist es um die Rech­te von Les­ben und Schwu­len be­kannt­lich so gut be­stellt. „We march for tho­se who can’t“, ver­kün­det das Team des To­ron­to Worl­dP­ri­de des­halb fol­ge­rich­tig und ver­spricht, ein star­kes, welt­weit sicht­ba­res Si­gnal für die Rech­te von se­xu­el­len Min­der­hei­ten zu set­zen – ganz dem of­fi­zi­el­len Mot­to „Our Pri­de Is Ever­yw­he­re“ver­pflich­tet. Da­zu pas­sen die Wor­te des Or­ga­ni­sa­ti­ons­teams. Wie Se­an Hil­lier vom Vor­stand des Worl­dP­ri­de To­ron­to zu GAY FRI­END­LY GER­MA­NY sagt, sei­en Pri­de-Fes­ti­vals übe­r­all auf der Welt eher von lokaler Na­tur, aber ein­ge­bun­den in ei­ne glo­ba­le Be­we­gung. Der nun statt­fin­den­de „Worl­dP­ri­de ist nicht nur ei­ne Ge­le­gen­heit, die lo­ka­len Ver­an­stal­tun­gen un­ter­ein­an­der zu ver­net­zen, son­dern bie­tet auch al­len an­de­ren Platt­form und Raum, zeit­gleich zu­sam­men­zu­kom­men“. Ein wich­ti­ger Teil des Pro­gramms ist vor die­sem Hin­ter­grund die Worl­dP­ri­de Hu­man Rights Con­fe­rence vom 25. bis 27. Ju­ni. Der po­li­ti­sche An­spruch, nie­man­den au­ßen vor zu las­sen, zeigt sich aber auch auf der of­fi­zi­el­len Web­site des Worl­dP­ri­de, denn die Buch­sta­ben­lis­te wird im­mer län­ger. Zur Zeit spricht man von der LGBTTIQQ2SA*-Com­mu­ni­ty. Trotz al­ler So­li­da­ri­tät be­kom­men Trans und Dy­kes al­ler­dings in den Ta­gen vor der Haupt­pa­ra­de dann doch ih­ren ei­ge­nen Auf­tritt. Auch der Trend zur Fa­mi­lie spie­gelt sich in To­ron­to wi­der. In der Church Street Ju­ni­or Pu­b­lic School wird es ei­nen „Fa­mi­ly Pri­de Space“ge­ben mit Spiel­mög­lich­kei­ten für die jüngs­ten Mit­glie­der der Com­mu­ni­ty. Die Schu­le be­fin­det sich im quee­ren Zen­trum der Stadt, der Church Street, die das gan­ze Jahr über in Re­gen­bo­gen­flag­gen ba­det. Hier lockt am Wo­che­n­en­de vor der Pa­ra­de ein bun­tes Stra­ßen­fest. Zehn Open-Air-Büh­nen bie­ten

wäh­rend des Pri­de ei­ne brei­te Pa­let­te an Mu­sik­sti­len, von Rock und Pop über Hip-Hop und R&B bis hin zu Coun­try und Dis­co. „Der World Pri­de 2014 To­ron­to wird ei­ne ein­zi­ge zehn­tä­gi­ge Fei­er mit Film, Kunst, Thea­ter, Com­mu­ni­ty-Ak­ti­vi­tä­ten, Par­tys und je­der Men­ge Un­ter­hal­tung sein“, freut sich Se­an Hil­lier. Gleich­zei­tig soll er auf die gan­ze Stadt aus­strah­len. „Wir stel­len ei­ne stadt­wei­te Fei­er auf die Bei­ne, mit Un­ter­stüt­zung aus al­len Tei­len Ka­na­das: 17 gro­ße Kunst- und Kul­tur­in­sti­tu­tio­nen wie et­wa das Roy­al On­ta­rio Mu­se­um sind be­tei­ligt, da­zu kom­men über 120 as­so­zi­ier­te Ver­an­stal­tun­gen.“Am 29. Ju­ni fin­det die gro­ße Pa­ra­de im Church-Wel­les­ley-Vier­tel statt. Auf die zu er­war­ten­den Mas­sen ist die größ­te Stadt Ka­na­das gut vor­be­rei­tet: In den letz­ten Jah­ren ka­men rund ei­ne Mil­li­on Be­su­che­rIn­nen zum To­ron­to Pri­de; der Hö­he­punkt war 2011 mit 1,2 Mil­lio­nen. „Wir hof­fen, bis zu zwei Mil­lio­nen Be­su­cher be­grü­ßen zu dür­fen“, so Hil­lier. Ein Blick auf die Land­kar­te lässt ver­mu­ten, dass da­bei auch vie­le US-Ame­ri­ka­ner mit­fei­ern wer­den. Denn die Lan­des­gren­ze ver­läuft nur we­ni­ge Ki­lo­me­ter süd­lich der Stadt qu­er durch den On­ta­rio­see. Nicht nur Ot­ta­wa und Mon­tre­al sind in er­reich­ba­rer Nä­he, son­dern auch De­troit und Chicago. Bes­te Vorraus­set­zun­gen al­so für ei­nen Worl­dP­ri­de, der sei­nen Na­men ver­dient.

Ab­stract

Ca­na­da’s lar­gest ci­ty in­vi­tes all to Worl­dP­ri­de and is al­so or­ga­ni­sing a Trans March (27.6.) as well as a Dy­ke March (28.6.). The ten-day Pri­de Fes­ti­val will in­clu­de per­for­man­ces by Me­lis­sa Et­he­ridge, Te­gan & Sa­ra and Car­ly Rae Jep­sen on the open-air sta­ge.

Dy­kes on Bi­kes in To­ron­to

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