Erst­auf­nah­me bleibt in Sig­ma­rin­gen

We­ni­ger Plät­ze als ge­plant und ein neu­er Po­li­zei­pos­ten: Land, Kreis und Stadt han­deln ei­nen Ver­trag aus.

Geislinger Zeitung - - Südwestumschau - Al­f­red Wie­de­mann

Stadt, Land­kreis und das Land ha­ben sich auf den Wei­ter­be­trieb der Lan­des­erst­auf­nah­me­stel­le für Flücht­lin­ge in Sig­ma­rin­gen ge­ei­nigt. Die Graf-Stauf­fen­berg-Ka­ser­ne am Stadt­rand soll wei­ter ge­nutzt wer­den. Im Re­gel­fall sol­len höchs­tens 875 Asyl­be­wer­ber un­ter­ge­bracht wer­den. Der Land­kreis muss im Ge­gen­zug we­ni­ger Flücht­lin­ge auf­neh­men, die Stadt ist bei der An­schluss­un­ter­brin­gung kom­plett drau­ßen. Das Po­li­zei­re­vier wird „la­ge­be­dingt per­so­nell ver­stärkt“und es kommt ein Po­li­zei­pos­ten aufs LEA-Ge­län­de. Für die Kon­ver­si­on, den Um­bau zum Zi­vil­stand­ort, gibt es mehr Hil­fe.

„Al­le Ver­hand­lungs­part­ner sind sich glei­cher­ma­ßen ent­ge­gen ge­kom­men“, sag­te Bür­ger­meis­ter Tho­mas Schä­rer. „Die Ver­ein­ba­rung ist im Er­geb­nis für die Stadt zu­frie­den­stel­lend.“Am 27. Sep­tem­ber ent­schei­det der Ge­mein­de­rat über den Ver­trag.

Das Land will lang­fris­tig ein zen­tra­les Auf­nah­me­zen­trum und da­zu ei­ne Erst­auf­nah­me­stel­le in je­dem Re­gie­rungs­be­zirk, in Frei­burg, Karls­ru­he, Ell­wan­gen und Sig­ma­rin­gen, da­zu Au­ßen­stel­len in Tü­bin­gen und Gi­en­gen mit ins­ge­samt 8000 Plät­zen statt heu­te 34 000 in zehn Erst­auf­nah­me­stel­len. Sig­ma­rin­gen soll­te 1250 Plät­ze bie­ten.

Das kam in der Stadt nicht gut an: Zehn Pro­zent Asyl­be­wer­ber bei 12 500 Ein­woh­nern im Kern­ort sei­en zu viel. Höchs­tens 500 Per­so­nen ge­hen, sag­te der Ge­mein­de­rat. Er for­der­te auch die Schlie­ßung der LEA zum 31. Ju­li 2020, die Be­le­gung mit Per­so­nen mit „ho­her Blei­be­per­spek­ti­ve“und ei­nen ei­ge­nen Po­li­zei­pos­ten.

Ka­ta­log mit For­de­run­gen

Ei­ne Re­ak­ti­on auf Pro­ble­me in der Ver­gan­gen­heit. Zweit­wei­se war die Po­li­zei mas­siv be­schäf­tigt mit De­lik­ten wie Dieb­stäh­le, Kör­per­ver­let­zun­gen, Dro­gen. Die Haupt­tä­ter ka­men aus ei­ner Grup­pe von 40 bis 50 Ma­rok­ka­nern. Lei­den muss­ten dar­un­ter auch an­de­re Flücht­lin­ge, weil vie­le Sig­ma­rin­ger auf die LEA schimpf­ten. Heu­te sei die La­ge im Ver­gleich ein­deu­tig ru­hi­ger, sag­te ein Po­li­zei­spre­cher.

556 Asyl­be­wer­ber le­ben der­zeit in der LEA. Zum Hö­he­punkt des Flücht­lings­zu­stroms wa­ren es viel mehr: 2400 im De­zem­ber 2015. Fast 98 000 Men­schen such­ten 2015 Asyl im Süd­wes­ten. Im ers­ten Halb­jahr 2017 wa­ren es nur noch 8700.

Stimmt der Ge­mein­de­rat wie er­war­tet zu, kann das In­nen­mi­nis­te­ri­um wei­ter am Stand­ort­kon­zept ar­bei­ten. Falls die Flücht­lings­zah­len wei­ter zu­rück­ge­hen, sol­len Sig­ma­rin­gen und Ell­wan­gen als ers­te LEA de­ak­ti­viert und bei wie­der stei­gen­den Flücht­lings­zah­len als letz­te wie­der ak­ti­viert wer­den. 2022 soll die Ver­ein­ba­rung dann neu ver­han­delt wer­den.

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