Schar­fe Kri­tik an Luchas Ent­wurf

Die Op­po­si­ti­on at­ta­ckiert den Mi­nis­ter für des­sen Ge­setz zum bes­se­ren Schutz von Pro­sti­tu­ier­ten.

Geislinger Zeitung - - Südwestumschau - Jens Schmitz

Stutt­gart.

Die Op­po­si­ti­on im Stutt­gar­ter Land­tag hat schar­fe Kri­tik ge­übt an der Art, in der die Re­gie­rung das Pro­sti­tu­ier­ten­schutz­ge­setz des Bun­des um­set­zen will. Bei der ers­ten Be­ra­tung des ent­spre­chen­den Aus­füh­rungs­ge­set­zes nann­te Sa­bi­ne Wöl­f­le, so­zi­al­po­li­ti­sche Spre­che­rin der SPD, die Be­mü­hun­gen von So­zi­al­mi­nis­ter Man­ne Lu­cha (Grü­ne) „un­am­bi­tio­niert und halb­her­zig“. Lu­cha aber zeig­te sich zuf­rie­den: „Die Um­set­zung des Pros­ti­uier­ten­schutz­ge­set­zes auf Lan­des­ebe­ne ist trotz al­ler Wid­rig­kei­ten rei­bungs­los an­ge­lau­fen. Wir ha­ben die­se Her­aus­for­de­run­gen gut ge­meis­tert“.

Im Ok­to­ber 2016 hat­te der Bun­des­tag ein Ge­setz zum Schutz von Pro­sti­tu­ier­ten be­schlos­sen, das seit die­sem Ju­li in Kraft ist. Es gibt da­bei Über­gangs­fris­ten. Ne­ben ei­ner Kon­dom­pf­licht und ei­ner vom Ar­beits­be­reich ge­trenn­ten Woh­nung schreibt es für Pro­sti­tu­ier­te ei­ne be­hörd­li­che An­mel­dung und ei­ne Ge­sund­heits­be­ra­tung vor. Bor­del­le und ih­re Be­trei­ber müs­sen sich Kon­trol­len un­ter­zie­hen. Wie das um­ge­setzt wird, ist Län­der­sa­che.

Ba­den-Würt­tem­berg will die Be­hör­den­auf­ga­ben den Land­krei­sen über­tra­gen. Mit dem Ge­setz, das zum 1. No­vem­ber in Kraft tre­ten soll, sei das Land vorn mit da­bei, sag­te Lu­cha. Wöl­f­le da­ge­gen for­der­te ei­ne räum­lich be­grenz­te Gül­tig­keit der An­mel­de­be­schei­ni­gung für Pro­sti­tu­ier­te. Der Ent­wurf sieht vor, dass ei­ne An­mel­dung im Süd­wes­ten für das gan­ze Bun­des­ge­biet ge­nügt. Zu­dem mo­nier­te Wöl­f­le, Dol­met­scher für die Ge­sprä­che mit Pro­sti­tu­ier­ten sei­en ge­nau­so we­nig ein­kal­ku­liert wie ein rea­lis­ti­scher Zeit­be­darf oder das not­wen­di­ge Qua­li­fi­ka­ti­ons­ni­veau der Mit­ar­bei­ter.

Jo­chen Hauß­mann, Spre­cher für Fa­mi­lie, Frau­en und Se­nio­ren in der FDP/DVP-Frak­ti­on, stieß in das glei­che Horn. Er äu­ßer­te Zwei­fel dar­an, dass 18- oder 19-Jäh­ri­ge, die kein Deutsch kön­nen, in der La­ge sind, hier selbst­be­stimmt zu ar­bei­ten. Er be­klag­te, dass das Ge­setz nun „durch­ge­peitscht“wer­de.

Ver­tre­te­rin­nen der Re­gie­rungs­par­tei­en Grü­ne und CDU hie­ßen den Ent­wurf im We­sent­li­chen gut. Der Ent­wurf wird nun im So­zi­al­aus­schuss nä­her be­ra­ten.

Fo­to: Volk­mar Kön­ne­ke

Be­trei­ber von Bor­del­len wie hier in Ulm sol­len här­ter kon­trol­liert wer­den.

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