„Die Vor­tei­le ha­ben nicht über­wo­gen“

Nach der ge­platz­ten Volks­bank­Fu­si­on kann sich Vor­stand Kuhn ei­nen neu­en An­lauf vor­stel­len. Aber nicht jetzt.

Geislinger Zeitung - - Blick In Die Welt - Su­sann Schön­fel­der

Göp­pin­gen.

Ei­nen Tag nach der Nach­richt, dass die ge­plan­te Fu­si­on zwi­schen den Volks­ban­ken Göp­pin­gen und Stutt­gart ge­platzt ist, äu­ßert sich Dr. Lu­kas Kuhn, mit Her­mann Son­nen­schein Vor­stand in Göp­pin­gen, kon­kre­ter zu den Grün­den für das Aus. „Wenn zwei Part­ner ei­ne stra­te­gi­sche Fu­si­on ein­ge­hen wol­len, ist es viel schwie­ri­ger, ein ge­mein­sa­mes Ziel­bild zu fin­den, als wenn es um ei­ne Muss-Fu­si­on geht“, sagt Kuhn. Das heißt: Bei­de Sei­ten hät­ten aus wirt­schaft­li­cher Sicht kei­nen Druck für das Zu­sam­men­ge­hen ge­habt und je­weils ih­re Wün­sche in die Waag­scha­le ge­wor­fen. Fa­zit: „Die Vor­tei­le für ei­ne Fu­si­on ha­ben nicht über­wo­gen.“

Stör­feu­er von au­ßen, in ers­ter Li­nie der Brand­brief des Ex-Vor­stands­spre­chers Dr. Pe­ter Au­bin, hät­ten zwar für Un­ru­he ge­sorgt, sei­en aber „de­fi­ni­tiv nicht ent­schei­dend“für das En­de der Fu­si­ons­ge­sprä­che ge­we­sen, be­tont Kuhn. Au­bin hat­te in ei­nem Schrei­ben har­sche Kri­tik an den Plä­nen, den bei­den Vor­stän­den so­wie dem Auf­sichts­rat ge­übt.

Kuhn räumt ein, dass er und Son­nen­schein im Som­mer sehr eu­pho­risch und op­ti­mis­tisch in die Ver­hand­lun­gen ge­star­tet sind. „Dann geht man eben in die De­tails und stellt fest: Es gibt Sand im Ge­trie­be“, sagt er. Der Vor­stand be­tont aber, dass stets von „er­geb­nis­of­fe­nen“Ge­sprä­chen die Re­de ge­we­sen sei. Nach Vor­lie­gen al­ler In­for­ma­tio­nen sei man zu dem Schluss ge­kom­men, dass es nicht passt. Dar­an ha­be auch mehr Zeit nichts ge­än­dert. Nichts­des­to­trotz wol­len die Volks­bank Göp­pin­gen und Stutt­gart en­ger zu­sam­men­ar­bei­ten, um Sy­ner­gie­ef­fek­te zu er­zie­len.

Kon­kre­ter will Kuhn nicht wer­den – auch in Ab­spra­che mit den Stutt­gar­tern. „Wir wol­len ja fu­si­ons­of­fen blei­ben ge­gen­über Drit­ten.“Die Hoch­zeit mit Stutt­gart sei ad ac­ta ge­legt, aber ei­nen neu­en Part­ner zu su­chen, das kann sich der Göp­pin­ger Vor­stand durch­aus vor­stel­len. „Aber nicht jetzt. Jetzt lau­tet das Pri­mat, dass wir uns auf uns kon­zen­trie­ren.“Wo­bei Kuhn den Zeit­punkt für ei­ne sol­che stra­te­gi­sche Fu­si­on pas­send ge­fun­den hät­te. Jetzt, da es der Volks­bank Göp­pin­gen gut ge­he, die Rah­men­be­din­gun­gen je­doch schwie­rig sei­en und blie­ben. „Ei­ne gro­ße Lern- und Ve­rän­de­rungs­be­reit­schaft in der Un­ter­neh­mens­kul­tur ist da­her ent­schei­dend für die Zu­kunft“, gibt er die Marsch­rou­te vor. „Dar­an müs­sen wir ar­bei­ten.“

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