Ka­ta­stro­phe für Hel­fer

Geislinger Zeitung - - Vorderseite - An­dré Bochow zu den Skan­da­len bei Ox­fam

Hel­fer kom­men in ein ge­schun­de­nes Land, wer­den mög­li­cher­wei­se als Ret­ter, min­des­tens aber als gu­te Men­schen emp­fan­gen und ent­pup­pen sich als Pras­ser, se­xu­el­le Aus­beu­ter, viel­leicht so­gar als Ver­ge­wal­ti­ger. Wer so et­was nicht für mög­lich hielt, wur­de nun durch die Ox­fam-Ent­hül­lun­gen ei­nes Bes­se­ren be­lehrt. Was wer­den tat­säch­li­che oder po­ten­zi­el­le Spen­der nun sa­gen? An­ge­sichts des un­ge­heu­er­li­chen Ver­dachts, dass in ei­ni­gen Fäl­len Not­hil­fe von se­xu­el­len Ge­gen­leis­tun­gen ab­hän­gig ge­macht wur­de?

Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen le­ben von Ver­trau­en. Oh­ne Ver­trau­en kann man nicht er­folg­reich in den Län­dern ar­bei­ten, de­nen man Hil­fe brin­gen will. Oh­ne Ver­trau­en wird man auf dem Spen­den­markt schnell zum Ver­lie­rer. Und ein Markt ist es nun ein­mal. In Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen ar­bei­ten Mit­bür­ger, die für ih­re Ar­beit be­zahlt wer­den. Gott­lob. Wenn es ernst wird, wer­den Pro­fis ge­braucht. Es ist aber nicht pro­fes­sio­nell, sich wie Ko­lo­ni­al­her­ren auf­zu­füh­ren. Es ist kri­mi­nell, Geld und Macht zu miss­brau­chen. Und es ist nicht pro­fes­sio­nell, son­dern schäd­lich für al­le Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen, wenn die Wahr­heit ver­tuscht wird.

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