Ein Tag un­ter Bäu­men

Pro­jekt Jun­gen und Mäd­chen des Auf­hau­se­ner Kin­der­gar­tens Vil­la Son­nen­schein be­su­chen den Zie­gel­wald bei Am­stet­ten und ler­nen viel über Holz­ver­ar­bei­tung und Nach­hal­tig­keit.

Geislinger Zeitung - - Kindergärten Und Schulen - Krisz­ti­na Kes­z­ler

Was pas­siert im Win­ter im Wald? Wel­che Bäu­me wer­den ge­fällt, und was pas­siert an­schlie­ßend mit ih­nen? Die­se und an­de­re Fra­gen be­schäf­tig­ten die Kin­der der Pro­jekt­grup­pe Holz­fäl­ler des Kin­der­gar­tens Vil­la Son­nen­schein in Auf­hau­sen wäh­rend der ver­gan­ge­nen Wo­chen. Des­halb mach­ten sie sich vor kur­zem mit ih­ren Ma­mas und Er­zie­he­rin­nen auf den Weg in den Zie­gel­wald bei Am­stet­ten.

Re­vier­förs­ter Rai­ner Gei­ger er­war­te­te die Grup­pe und teil­te Si­cher­heits­hel­me an die Kin­der aus. Die drei Forst­wir­te Gre­gor Mauch, Ni­co­lay Ha­lem­ba und Theo Jo­ckel zeig­ten ih­re Aus­rüs­tung und ihr Werk­zeug vor. Ganz schön ins Stau­nen ka­men die Kin­der, als sie tes­ten durf­ten, wie schwer ein Forst­gurt und ei­ne Axt ist.

Da­nach mach­te sich die Grup­pe auf den Weg zu dem Baum, der vor ih­ren Au­gen ge­fällt wur­de. Es han­del­te sich um ei­ne zir­ka 80 Jah­re al­te und 28 Me­ter lan­ge Bu­che. Förs­ter Gei­ger er­klär­te, wie die Fall­rich­tung des Bau­mes be­stimmt wer­den kann. Die Kin­der durf­ten aus nächs­ter Nä­he be­ob­ach­ten, wie ein Keil in die Bu­che ge­sägt wur­de. Mehr Si­cher­heits­ab­stand war dann nö­tig, als der Baum um­ge­sägt wur­de – die Kin­der schau­ten ge­spannt zu.

Da­nach wuss­ten die Mäd­chen und Jun­gen nicht nur, was sich hin­ter dem Be­griff Wald­bart ver­birgt – der am Stamm des ge­fäll­ten Bau­mes ver­blie­be­ne aus­ge­frans­te Rand der Bruch­leis­te –, son­dern auch, wie der Baum ver­mes­sen und ab­ge­längt, al­so zu­ge­schnit­ten, wird. Als Pol­ter ge­sta­pelt, soll das Holz ein­mal für Ei­sen­bahn­schwel­len ver­wen­det wer­den, der Rest wird zu Brenn­holz.

Gro­ße Be­wun­de­rung er­hiel­ten die Forst­wir­te, die den Kin­dern er­zähl­ten, was sie an ih­rem Be­ruf toll fin­den. Die Ar­beit in der Na­tur, die Ab­wechs­lung und die Ver­ant­wor­tung gleicht die gro­ße kör­per­li­che An­stren­gung aus, die die­ser Be­ruf mit sich bringt, sag­ten sie. Voll mit neu­em Wis­sen und vie­len Sin­nes­ein­drü­cken so­wie dem ab­ge­säg­ten Keil und dem Wald­bart im Ge­päck, be­dank­ten sich die Kin­der der Vil­la Son­nen­schein mit ei­nem Ap­plaus bei Förs­ter Gei­ger und den Forst­wir­ten.

Der Aus­flug war aber noch nicht zu En­de, denn vom Zie­gel­wald aus fuhr die Grup­pe di­rekt zum Sä­ge­werk Zieg­ler nach Stu­bers­heim. Der Chef Hans-Die­ter Zieg­ler führ­te die Holz­fäl­ler-Grup­pe durch sei­nen Be­trieb und zeig­te ih­nen die Ver­ar­bei­tung ei­nes Baum­stamms vom Ab­la­den, En­t­rin­den und Sä­gen bis zur Fer­ti­gung von Pa­let­ten. Be­ein­dru­ckend wa­ren die rie­si­gen Holz­sta­pel, die gro­ßen und auch sehr lau­ten Ma­schi­nen und Fließ­bän­der. Auf die­se Wei­se konn­ten die Kin­der den voll­stän­di­gen Pro­zess der Holz­ge­win­nung und -ver­ar­bei­tung nach­voll­zie­hen. Er­schöpft, aber mit vie­len neu­en Er­kennt­nis­sen ging die­ser er­leb­nis­rei­che Tag zu En­de.

Fo­to: Ma­ri­an­ne Wit­ziok

Die Holz­fäl­ler-Grup­pe des Kin­der­gar­tens Vil­la Son­nen­schein be­sucht nach der Ex­kur­si­on im Am­stet­ter Zie­gel­wald noch ein Sä­ge­werk in Stu­bers­heim.

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