Ei­ne Frau hilft Flücht­lin­gen bei der In­te­gra­ti­on

Tie­re Bel­lo und Co. werden in Böh­men­kirch deut­lich teu­rer. Der Ge­mein­de­rat hat die Hun­de­steu­er um 30 Pro­zent an­ge­ho­ben.

Geislinger Zeitung - - Vorderseite -

Deg­gin­gen. Et­wa 115 Flücht­lin­ge in Bad Dit­zen­bach und Deg­gin­gen be­treut die 30 Jah­re al­te Ma­rei­ke Wei­ßen­fels als In­te­gra­ti­ons­be­auf­trag­te seit April. Die meis­ten von ih­nen woh­nen in Deg­gin­gen, Pro­ble­me gibt es vor al­lem in Reichenbach.

Böh­men­kirch. 108 statt bis­her 84 Eu­ro müs­sen Hun­de­hal­ter ab 1. Ja­nu­ar für den Erst­hund in Böh­men­kirch zah­len. Das sind 30 Pro­zent mehr und hat im Ge­mein­de­rat am Mitt­woch erst mal zu ei­ner Grund­satz­dis­kus­si­on ge­führt, be­vor sich das Gre­mi­um dann doch für die Er­hö­hung aus­sprach.

Ste­fan Küb­ler, im Rat­haus für die Bei­trags­ver­an­la­gung zu­stän­dig, be­grün­de­te die ers­te Er­hö­hung seit 15 Jah­ren mit dem er­höh­ten Auf­wand bei der Ent­sor­gung der Hin­ter­las­sen­schaf­ten der Vier­bei­ner: Al­lein das Be­fül­len der 18 Hun­de­kot-Spen­der auf der Mar­kung und die Lee­rung durch den Bau­hof schla­ge mit 1872 Eu­ro jähr­lich zu Bu­che. Da nicht je­der Hal­ter „die Hin­ter­las­sen­schaf­ten sei­nes Vier­bei­ners auch ord­nungs­ge­mäß ent­sorgt“, sei die Steu­er auch ei­ne Len­kungs­steu­er, hat­te Bür­ger­meis­ter Mat­thi­as Nä­ge­le zu­vor an­ge­führt.

Im Rat reg­te sich trotz­dem Wi­der­stand: „Dann soll­te man end­lich auch ei­ne Steu­er für Pfer­de­und Kat­zen ein­füh­ren. Die schei­ßen die Land­schaft eben­falls voll“, schimpf­te Micha­el Lang. An­de­re kri­ti­sier­ten die dras­ti­sche Er­hö­hung: „Lan­ge ha­ben wir gar nix ge­macht – und jetzt schrau­ben wir an al­lem“, ar­gu­men­tier­te Mar­co Kühn. „30 Pro­zent auf ei­nen Schlag sind schon enorm“, mein­te auch Gün­ter Pal­lao­ro. Selbst nach der An­he­bung lie­ge man kreis­weit im­mer noch im Mit­tel­feld, ent­geg­ne­te Küb­ler. „Gera­de für äl­te­re oder al­lein­ste­hen­de Leu­te sind Hun­de der ein­zi­ge An­sprech­part­ner“, er­in­ner­te Er­win Lang an die so­zia­le Funk­ti­on von Haus­tie­ren und reg­te an, ob man sol­che Här­te­fäl­le even­tu­ell fi­nan­zi­ell ent­las­ten kön­ne.

„Die Kin­der­gar­ten­ge­büh­ren er­hö­hen wir je­des Jahr um zehn Eu­ro – und das im Mo­nat“, so Ilo­na Acker­mann, selbst Hun­de­hal­te­rin, und fand die Dis­kus­si­on um 24 Eu­ro im Jahr ge­ne­rell über­flüs­sig. Au­ßer­dem sei­en nicht der Bau­hof, son­dern die Land­wir­te die ei­gent­lich Leid­tra­gen­den: „Die Hun­de­kot­beu­tel werden zwar ge­nutzt, lan­den dann aber um­ge­hend auf den Fel­dern“, schil­der­te Acker­mann die Kehr­sei­te der Me­dail­le. Mit 14:5 Stim­men wur­de die Er­hö­hung schließ­lich be­schlos­sen. 15:4 en­de­te die Ab­stim­mung zur Än­de­rung der Hun­de­steu­er­sat­zung: So sind künf­tig ne­ben Jagd- und Her­den­hun­den so­wie Hof­hun­den auf Aus­sied­ler­hö­fen auch Schutz­hun­de für Epi­lep­ti­ker und Dia­be­ti­ker von der Steu­er be­freit. hn

In­fo

In Böh­men­kirch gibt es 240 Er­stund 19 Zweit­hun­de. Für die bis­lang 2 Kampf­hun­de steigt die Steu­er von 420 auf 540 Eu­ro pro Tier.

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