Von Durch­bruch weit ent­fernt

Geislinger Zeitung - - Geislingen -

Die Bun­des­re­gie­rung hat sich in Sa­chen Die­sel­pro­ble­ma­tik zwar po­si­tio­niert, doch sie ist auf die frei­wil­li­ge Mit­wir­kung der Be­sit­zer von Die­sel­au­tos und vor al­lem auf die Be­reit­schaft der Au­to­mo­bil­her­stel­ler zur Un­ter­stüt­zung der Maß­nah­men an­ge­wie­sen. Letz­te­ren kommt ei­ne Schlüs­sel­rol­le zu. Po­si­tiv ist an­zu­mer­ken, dass Um­tausch­prä­mi­en re­la­tiv schnell um­setz­bar sind und der Schad­stoff­aus­stoß durch den Aus­tausch der Eu­ro4und Eu­ro-5-Die­sel­fahr­zeu­ge un­ver­züg­lich ver­rin­gert werden kann. Dass auch Ge­braucht­wa­gen in die Um­tausch­re­ge­lun­gen auf­ge­nom­men sind, ist po­si­tiv zu be­ur­tei­len und wird vor al­lem ein­kom­mens­schwa­chen Haus­hal­ten zu­gu­te­kom­men. Sinn­voll ist da­bei auch die Mög­lich­keit, Hard­ware um­zu­rüs­ten.

Ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung, nach der Fahr­zeu­ge mit ge­rin­ge­rem Schad­stoff­aus­stoß als 270 Mil­li­gramm NOx je Ki­lo­me­ter wei­ter­hin in In­nen­städ­te fah­ren dür­fen, ist zu be­grü­ßen. Da­durch könn­te Rechts­si­cher­heit ge­währ­leis­tet so­wie die Rest­wert­pro­ble­ma­tik zu­min­dest ge­ring­fü­gig auf­ge­fan­gen werden.

Von ei­nem Durch­bruch ist man aber weit ent­fernt: We­der kon­kre­te Maß­nah­men noch die Hö­he der Be­tei­li­gung der Her­stel­ler bei Um­tausch­prä­mi­en sind bis­her de­fi­niert und vom „Good will“der Her­stel­ler und Im­por­teu­re ab­hän­gig. BMW und Opel ha­ben schon er­klärt, dass sie sich nicht an der Fi­nan­zie­rung der Um­rüs­tung be­tei­li­gen wol­len. Oh­ne För­der­mit­tel wird es nicht ge­lin­gen, die Fahr­zeug­hal­ter von Kos­ten zu ver­scho­nen. Die Um­rüst­lö­sung wird bis zu zwei Jah­re in An­spruch neh­men. Da­zu kom­men Haf­tungs­fra­gen und mög­li­che Wett­be­werbs­nach­tei­le für deut­sche Au­to­her­stel­ler. Es bleibt schon auf­grund des re­la­tiv ge­rin­gen An­teils der in Be­tracht ge­zo­ge­nen Fahr­zeu­ge ab­zu­war­ten, ob sich Fahr­ver­bo­te tat­säch­lich ver­mei­den las­sen. Dies zeigt nicht zu­letzt das höchst­rich­ter­li­che Ur­teil be­züg­lich Ber­lin.

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