ZWEI AMPS, VIE­LE EF­FEK­TE & EI­NE DO­BRO

Gitarre & Bass - - Erja Lyytinen -

Üb­li­cher­wei­se setzt Er­ja Ly­y­ti­nen die fin­ni­schen Mons­ter-röh­renAmps ein (www.mons­ter­amps.fi). Im Stu­dio hat sie je­doch dies­mal meis­tens ei­nen Fen­der Su­per Re­verb von 1968 be­nutzt. In ,Black Oce­an‘ spiel­te sie über ei­nen Me­sa/boo­gie-amp mit ei­ner Mar­shall-box. Auf ih­rem Pe­dal-bo­ard be­fin­den sich fol­gen­de Ef­fek­te: zwei TC Elec­tro­nic De­lays, Wah­wah, Wham­my-pe­dal, Stry­mon Les­lie Si­mu­la­tor und ver­schie­de­ne Mad-pro­fes­sor-pe­da­le: Cho­rus, drei­mal Dis­tor­ti­on, Over­dri­ve. Ne­ben den im In­ter­view er­wähn­ten Gi­tar­ren setzt Er­ja Ly­y­ti­nen für Sli­de auch ein spe­zi­el­les Si­gna­tu­re-mo­dell ein, ei­ne elek­tri­fi­zier­te Re­so­na­tor-gi­tar­re des fin­ni­schen Her­stel­lers HOS Gui­tars. Fürs Sli­de-spie­len wird ein .012er-d‘ad­da­rio-sai­ten­satz auf­ge­zo­gen, wo­bei die ho­he E-sai­te ge­gen ei­ne .015er aus­ge­tauscht wird. Ge­ne­rell ist die Sai­ten­la­ge der Sli­de-gi­tar­ren ziem­lich hoch. Er­jas Fin­ger- Picks sind von Dun­lop, sie be­nutzt „ein di­ckes fet­tes Glas- Sli­de“und spielt ger­ne mit Ka­po­das­ter. Auf www.gi­tar­re­b­ass.de gibt‘s ei­nen kur­zen Vi­deo-clip vom In­ter­view, in dem Er­ja Ly­y­ti­nen ihr Bott­len­eck-spiel auf der HOS de­mons­triert. Viel Spaß!

wirkt sich ja auch auf dein Spiel aus: Du spielst an­ders, wenn du ein De­lay auf der Gi­tar­re hast. Aber es gab auch ei­ni­ge Spu­ren, bei de­nen im Nach­hin­ein ein Ef­fekt hin­zu­ge­fügt wur­de. Wie sieht es bei dir ak­tu­ell mit Gi­tar­ren aus? Ich ha­be mich kürz­lich wie­der in Fen­der-gi­tar­ren ver­liebt. Ich spie­le ver­schie­de­ne Stra­to­cas­ter-mo­del­le, u.a. ha­be ich ei­ne Eric-john­son-si­gna­tu­re-strat von 2009, weil ich ihn sehr mag. Das Griff­brett ist ziem­lich flach, so­dass die Gi­tar­re auch für jaz­zi­ge Sa­chen cool ist. Der Hals ist re­la­tiv dick, das mag ich. Dann ha­be ich noch ei­ne 62er Reis­sue Fen­der Cust­om Stra­to­cas­ter. Sie hat die­sen Old-school-sound und ist sehr gut für lang­sa­men Blues und fun­ky Sa­chen. Im Stan­dard-tu­ning spie­le ich D‘AD­da­rio .010er-sai­ten, au­ßer­dem schla­ge ich mit Nyl­pro-picks von Pla­net Wa­ves an. Du spielst auf ,Sto­len Hearts‘ zwar we­ni­ger Bott­len­eck-gi­tar­re als sonst, aber in ei­ni­gen Songs ist sie dann doch sehr prä­sent. Wel­ches Mo­dell setzt du für Sli­de ein und wie se­hen die Stim­mun­gen aus? Ich be­nut­ze ei­ne G&L Asat Z-3, ei­ne Se­mi­a­kus­tik mit f-ho­le. Die Gi­tar­re be­nut­ze ich seit ca. 15 Jah­ren, ich ha­be al­le mei­ne Shows da­mit ge­spielt. Sie hat ei­nen sehr di­cken, sehr mas­si­ven Klang. Sie ist ent­we­der in Open D oder Open G ge­stimmt. Kürz­lich ha­be ich zu mei­nem Li­ve-se­t­up ei­ne gel­be Stra­to­cas­ter von ‘82 hin­zu­ge­nom­men, die in Open C ge­stimmt ist. Das ist sehr tief, aber sehr cool zum Spie­len.

Kom­men wir zu­rück zu den Al­bumAuf­nah­men. Wie ging es wei­ter? Ich hat­te die Mög­lich­keit mit Pro­du­zent Chris Kim­sey zu ar­bei­ten, der für sei­ne Ko­ope­ra­ti­on mit den Rol­ling Sto­nes, Ma­ril­li­on und Du­ran Du­ran be­kannt ist. Chris ist mehr oder we­ni­ger seit fünf Jahr­zehn­ten ak­tiv. Ich ha­be ihn vor vier Jah­ren ken­nen­ge­lernt durch ei­nen ge­mein­sa­men Freund, Alan Dar­by ( Pro­du­zent und Gi­tar­rist, der u. a. mit Bon­nie Raitt und Bon­nie Ty­ler ge­ar­bei­tet hat). Ich woll­te die­ses Al­bum auf das nächs­te Le­vel he­ben und wuss­te, wenn er mei­ne Sa­chen nicht mag, dann wird er die Auf­ga­be nicht über­neh­men. Doch er moch­te die Backings und Over­dubs, die ich ge­macht hat­te. Wir schau­ten uns nach ei­nem pas­sen­den Stu­dio im Lon­do­ner Sü­den um und fan­den die Sta­te Of The Ark Stu­di­os von Ter­ry Brit­ten. Das ist ein sehr schö­nes Stu­dio, dort ha­ben wir dann mei­nen Ge­sang auf­ge­nom­men und das ge­sam­te Al­bum ge­mischt. Das Mas­te­ring hat schließ­lich Ray Stuff be­sorgt. Ich den­ke, das hat­te auch ei­nen gro­ßen Ein­fluss auf das Al­bum. Er hat Al­ben ge­mas­tert wie Da­vid Bo­wies , Zig­gy Star­dust‘ und , Phy­si­cal Graf­fi­ti‘ von Led Zep­pe­lin. Ich hat­te Glück, dass es noch zur Zu­sam­men­ar­beit ge­kom­men ist, denn nach­dem er mit mei­nem Al­bum fer­tig war, hat er sich zur Ru­he ge­setzt. Ich den­ke, da­her kommt ein Teil des fri­schen Sounds von dem du ge­spro­chen hast. Mein Al­bum hat bei­de Sei­ten, die­sen Old-school-vi­be und ei­ne mo­der­ne At­mo­sphä­re.

Hat die­se Ent­wick­lung auch et­was da­mit zu tun, dass du dein La­bel ge­wech­selt hast? Nun, ei­gent­lich ha­be ich schon seit drei Jah­ren mein ei­ge­nes La­bel. Ich möch­te die Frei­heit ha­ben, das zu tun was im­mer ich möch­te. Und das ha­be ich mit die­sem Al­bum ge­macht. Ich fühl­te, was ich tun soll­te. Ich ha­be so viel Zeit mit die­sem Al­bum ver­bracht wie ich nur konn­te. Chris Kim­sey hat auch auf mei­ne Aus­spra­che und ver­nünf­ti­ges Eng­lisch ge­ach­tet, und das ist sehr wich­tig, wenn du kein Mut­ter­sprach­ler bist. Nun, ich bin mei­nen In­stink­ten ge­folgt um her­aus­zu­fin­den was wirk­lich das Bes­te für die Songs wä­re. Ich bin glück­lich mit ih­nen und mit mei­nem Spiel. Und da­mit bin ich nicht im­mer zu­frie­den ge­we­sen. Ich brauch­te Jah­re um das zu er­rei­chen, was ich jetzt ha­be. Als das ers­te Feed­back kam, dass die Leu­te das Al­bum mö­gen und sie merk­ten, dass ich dies­mal et­was an­de­res ge­macht ha­be, fühl­te sich das in ge­wis­ser Hin­sicht für mich be­loh­nend an ... Ich weiß nun, ich kann mir selbst ver­trau­en und bin in der La­ge, ein gu­tes Al­bum ab­zu­lie­fern. Mit mei­nem ei­ge­nen La­bel hat­te ich bis­lang zwei Al­ben ver­öf­fent­licht: ,The Sky Is Cry­ing‘ und , Li­ve In Lon­don‘, die bei­de sehr po­si­tiv auf­ge­nom­men wor­den sind – aber ich wuss­te, die Leu­te er­war­te­ten jetzt mal et­was an­de­res. Und jetzt bin ich sehr glück­lich mit der neu­en Plat­te, von den ers­ten An­fän­gen bis hin zum fi­na­len Art­work.

Er­ja mit ih­rer HOS Si­gna­tu­re Do­bro

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