ES-335 & Sto­ry-tel­ling

Gitarre & Bass - - News -

Am 10. und 11.06.2017 fand nun zum zwei­ten Mal das Cross­roads Gui­tar Fes­ti­val von No.1 in Ham­burg statt. Auf ei­nem knap­pen Dut­zend Stän­den wur­den die Pro­duk­te von Fen­der, FGN, St­an­ford, May­bach, Ta­ka­mi­ne, Mar­shall, Po­si­ti­ve Grid, Blugui­tar, Klopp­mann, Adam Hall, Höf­ner, TV Jo­nes, De­flexx und an­de­ren ge­zeigt, im No.1-la­den selbst stepp­te vor al­lem sams­tags der Bär und auf der gro­ßen Büh­ne ging es am Sams­tag­abend hoch her, als ei­ne wie im­mer be­geis­tern­de In­ga Rumpf und Ex-whi­tes­na­ke-gi­tar­ren­i­ko­ne Ber­nie Mars­den plus Band den Phö­nix­hof rock­ten. Am Sonn­tag­mor­gen dann der von vie­len Vin­ta­ge-fans und -Samm­lern mit Span­nung er­war­te­te Es-335-work­shop mit Pe­ter Wei­he, der als Ge­sprächs­part­ner Ber­nie Mars­den be­grü­ßen konn­te. Mars­den ist nicht nur als Gi­tar­rist, son­dern auch als Samm­ler und Vin­ta­ge-ex­per­te be­kannt. Was vie­le je­doch noch nicht wuss­ten: Er ist auch ein elo­quen­ter Sto­ry-tel­ler, der die Ge­le­gen­heit denn auch nicht ver­strei­chen ließ, den in­ter­es­sier­ten Zu­hö­rern in der No. 1 Gui­tar Lounge ei­ni­ge Gi­tar­ren­ge­schich­ten aus sei­nem be­weg­ten Le­ben zu er­zäh­len. Dass da­bei das ei­gent­li­che The­ma ES-335 et­was ins Hin­ter­tref­fen ge­riet, schien nur die We­nigs­ten zu stö­ren. Da­bei hat­te man ei­ne ex­qui­si­te Aus­wahl die­ser Gi­tar­ren-iko­ne zur Ver­fü­gung – sie­ben ES-335 der Jahrgänge 1958, 1959, 1960, 1961, 1974 und 1994. Und ja, wie fast schon er­war­tet, klan­gen sie al­le un­ter­schied­lich, wa­ren un­ter­schied­lich schwer und spiel­ten sich un­ter­schied­lich. Nur ei­nen stör­te das nicht: Ber­nie Mars­den. Er ent­lock­te all den ang­spiel­ten Gi­tar­ren sei­nen amt­li­chen Blues-rock-ton, wäh­rend Pe­ter Wei­he, der über ein viel­fäl­ti­ge­res Stil-ar­senal ver­fügt, im De­tail auf die deut­lich hör­ba­ren Un­ter­schie­de der ein­zel­nen Gi­tar­ren ein­ging. Die­ser Ar­ti­kel wä­re nicht voll­stän­dig, wenn er nicht ei­ne von Ber­nie Mars­dens Gi­tar­ren­ge­schich­ten ent­hiel­te. Ber­nie be­such­te in den 80er-jah­ren die Gib­son-wer­ke in Ka­la­ma­zoo. Mit da­bei war „The Beast“, sei­ne 1959er Les Paul, die

we­gen ih­res lau­ten, ag­gres­si­ven Sounds Le­gen­den­sta­tus un­ter den al­ten Les Pauls hat. Im Gib­son-werk mach­te man ihn mit Mrs. Do­lo­res be­kannt, ei­ner net­ten, äl­te­ren Da­me, die seit den 1950er Jah­ren Pick­ups für Gib­son ge­wi­ckelt hat­te. Sie er­zähl­te Ber­nie, dass die Pick­ups sei­ner Les Paul wohl des­halb so laut sei­en, weil da­mals mit­ten im Wick­lungs­vor­gang zur Lunch- ti­me ge­ru­fen und nach dem Lunch ein­fach ver­ges­sen wur­de, dass sich schon ein Teil der Wick­lung auf der Spu­le be­fand. Und des­halb sei­en sei­ne Pick­ups wohl ver­se­hent­lich ein biss­chen lau­ter ge­wor­den als ge­plant... So wird Ge­schich­te ge­schrie­ben! Meh­re­re die­ser un­glaub­li­chen Ge­schich­ten gibt es in sei­nem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Buch „Whe­re´s my Gui­tar?“n

Die Drei von der Es-stel­le: Es-335-hea­ven! Mars­den, Wei­he, Andre­as Klopp­mann!

Ber­nie Mars­den und Pe­ter Wei­he

Gast­ge­ber Pe­ter Wei­he

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