Ida Niel­sen: Prin­ce’s Bass Prin­cess

„ Ich möch­te al­les da­für tun, ihn zu eh­ren, in­dem ich den mu­si­ka­li­schen Stan­dard hoch, und mein Herz of­fen hal­te – so wie er mir das bei­ge­bracht hat.“Das sagt Ida Niel­sen, selbst­er­nann­tes „ Bass- Mäd­chen“aus Dä­ne­mark über ih­ren gro­ßen Men­tor Prin­ce, in de

Gitarre & Bass - - Inhalt - STO­RY: MA­RI­AN MEN­GE FO­TOS: STE­FAN BRAUNSCHMIDT

Ida Niel­sen be­gann 1991 im Al­ter von 16 Jah­ren mit dem Bass­spie­len, schrieb sich schon drei Jah­re spä­ter an der Mu­sik­hoch­schu­le in Ko­pen­ha­gen ein und mach­te dort 1998 ihr Di­plom im Haupt­fach E-bass. Dar­auf folg­ten ei­ge­ne Bands, ein ers­tes So­lo-al­bum na­mens ,Mar­me­la­de‘ (2008) und ei­ni­ge Youtube-vi­de­os un­ter dem Pseud­onym Bas­si­da. An dem Punkt kam Prin­ce ins Spiel, der die da­mals 35-Jäh­ri­ge 2010 zu­erst zu ei­nem Jam ein­lud und an­schlie­ßend in sei­ne Bands, die New Po­wer Ge­ne­ra­ti­on und spä­ter 3rdey­e­girl, hol­te. Sie ahn­te da­mals schon, dass dies so­wohl ih­rer Kar­rie­re, als auch ih­rem mu­si­ka­li­schen An­satz ei­nen ganz neu­en Schub ver­lei­hen wür­de. Und so macht der Ein­fluss, den Prin­ce in den sechs Jah­ren auf sie hat­te, tat­säch­lich heu­te ei­nen gro­ßen Teil ih­res mu­si­ka­li­schen Den­kens aus: „Wenn ich im Stu­dio bin, ha­be ich im­mer die­se Stim­me im Hin­ter­kopf, die mich fragt: , Was hät­te Prin­ce ge­macht?‘ In mei­ner ei­ge­nen Mu­sik pas­siert ten­den­zi­ell ziem­lich viel, aber ich be­mü­he mich in­zwi­schen, die Ar­ran­ge­ments auf­zu­räu­men, weil das auch im­mer ge­nau sein An­satz war.“Für Niel­sen war die Ar­beit mit Prin­ce ei­ne le­bens­ver­än­dern­de Epi­so­de, die sie heu­te als Pri­vi­leg emp­fin­det und die ihr letzt­end­lich auch ein ei­ge­nes Sand­berg Si­gna­tu­re-mo­dell be­scher­te. Nun muss sie seit et­was mehr als ei­nem Jahr ih­ren Weg al­lei­ne wei­ter­ge­hen, was gleich­zei­tig be­deu­tet, dass sie auch wie­der mehr Zeit für ih­re ei­ge­nen Pro­jek­te hat. So kam schon im letz­ten Jahr ihr drit­tes So­lo- Al­bum ,Tur­ni­t­up‘ auf den Markt.

in­ter­view

Ida, wann und war­um hast du den Kon­takt mit Sand­berg ge­sucht? 2009 ha­be ich zum ers­ten Mal ein Sand­berg-in­stru­ment auf ei­ner Mes­se in der Hand ge­habt. Ein Jahr spä­ter bin ich dann nach Frank­furt ge­fah­ren, um die Bäs­se der Fir­ma an­zu­spie­len und ha­be da­bei ein Mas­ter­pie­ce ent­deckt. Der hat mich so­fort um­ge­hau­en. Ich dach­te nur: ,Mann, die­sen Bass brau­che ich!‘ Hol­ger Ston­jek war auch da und konn­te dem na­tür­lich nur zu­stim­men. (lacht) Aber dann hat er die­sen Bass an ei­nen ös­ter­rei­chi­schen In­stru­men­ten­händ­ler ver­kauft und mir ei­nen an­de­ren ge­schickt, der toll aus­sah, aber nicht ge­nau so klang. Es tat mir wirk­lich leid, aber ich muss­te ihn zu­rück­schi­cken. Na ja, das ist ei­ne län­ge­re Ge­schich­te, aber am En­de hat er mir den ers­ten Bass wie­der­be­schafft. Und das war noch be­vor ich mit Prin­ce zu­sam­men­spiel­te und be­rühmt wur­de. Al­so ei­ne tol­le Ges­te von Hol­ger, die mich da­zu ver­an­lass­te, ein Si­gna­tu­reMo­dell mit ihm ma­chen zu wol­len.

Wie seid ihr das an­ge­gan­gen? Wir hat­ten das vor ei­ni­ger Zeit schon ein­mal pro­biert, aber das hat nicht funk­tio­niert, weil ich zu der Zeit in den USA war und ihm mei­ne Vor­stel­lun­gen mit­ge­teilt hat­te, was Aus­se­hen und Pick­ups an­geht; aber die In­stru­men­te, die er mir dann schick­te, klan­gen al­le nicht so gut – oder halt nicht so, wie ich mir das vor­stell­te. Als ich dann letz­tes Jahr die Zeit hat­te, nach Deutsch­land zu kom­men, konn­te ich drei Ta­ge lang sei­nen Test-bass spie­len und ver­schie­de­ne Pick­ups auf un­ter­schied­li­chen Po­si­tio­nen aus­pro­bie­ren. So konn­te ich mir die per­fek­ten Pick­ups an ge­nau der rich­ti­gen Stel­le aus­su­chen. Das war sehr cool und ich bin sehr glück­lich mit dem Er­geb­nis. Nach was für ei­nem Sound hast du denn ge­sucht? Wir fin­gen ja an, be­vor Prin­ce ge­stor­ben ist, al­so such­te ich nach ei­nem Sound, der gut zu dem pass­te, was ich bei ihm spiel­te, aber auch zu mei­ner ei­ge­nen Mu­sik. Ver­ein­facht ge­sagt, woll­te ich ei­nen Bass, der in Funk und Rock glei­cher­ma­ßen gut klingt. Der hin­te­re der bei­den Ton­ab­neh­mer ist ein Mu­sic-man-style-pick­up, über den man schö­ne Ja­co-sa­chen spie­len kann. Der vor­de­re ist eher im Jazz-bas­sS­tyle, kann aber auch wie ein P-bass klin­gen. In Kom­bi­na­ti­on er­ge­ben die bei­den Pick­ups ei­nen smoo­then Sound, der sich für fast al­les eig­net. Bei­de Ton­ab­neh­mer kön­nen auch ak­tiv ver­wen­det wer­den, aber nor­ma­ler­wei­se las­se ich sie pas­siv. Ich war über­rascht, wie old­school der Bass doch klingt ... Ja. Das kommt auch da­her, dass ich Sai­ten ver­wen­de, die schon ein biss­chen äl­ter sind, da­mit der Klang nicht zu hö­hen­las­tig wird. Wie sieht es mit den Höl­zern aus? Hast du da mit un­ter­schied­li­chen Va­ri­an­ten ex­pe­ri­men­tiert? Nein. Mir war nur wich­tig, dass es ein leich­tes Holz ist, da­mit das In­stru­ment nicht zu schwer wird. Wel­che Bäs­se hast du vor dem Sand­berg ge­spielt? Ich hat­te ei­nen al­ten Fen­der Jazz Bass und ei­nen fünf­sai­ti­gen Ya­ma­ha TRB. Au­ßer­dem auch noch ei­nen Mu­si­cman. Wie sieht es mit Amps aus? Hast du im Lau­fe dei­ner Kar­rie­re vie­le Ver­stär­ker ge­tes­tet? Na­ja, nicht wirk­lich. Als TC Elec­tro­nic 2009 ih­ren ers­ten Ver­stär­ker auf den Markt brach­ten, ha­ben sie mich als ihr „Bass­mäd­chen“ver­wen­det. Und seit­dem spie­le ich ih­re Sa­chen. Ich mag den Blacks­mith-head sehr – zu­sam­men mit ih­ren neu­en Ca­bi­nets. Ich ha­be kei­ne Ah­nung, was sie tech­nisch ver­än­dert ha­ben, aber die neu­en Bo­xen klin­gen für mei­nen Ge­schmack et­was cris­per. Mehr kann ich da­zu aber nicht sa­gen. Das Ein­zi­ge, was ich in Sa­chen Bo­xen si­cher weiß, ist, dass ich am liebs­ten über zwei 4x10“-ca­bi­nets spie­le, egal wie klein der La­den ist. Ein­fach weil ich die­sen Sound brau­che, um mich ge­gen den Drum­mer durch­zu­set­zen. Was für Pe­da­le ver­wen­dest du? Wenn ich un­ter­wegs bin, ha­be ich ein klei­nes Pe­dal­board da­bei. Auf dem ha­be ich ne­ben dem Tu­ner ei­nen En­ve­l­o­pe-fil­ter und ei­nen Oc­ta­ver, mit dem ich nach oben und un­ten okat­vie­ren kann. Dann noch ei­nen Com­pres­sor, den ich haupt­säch­lich als Boos­ter für So­li be­nut­ze. Den En­ve­l­o­pe- Fil­ter schal­te ich in den So­lo- Pas­sa­gen auch manch­mal ein, aber vor al­lem ver­wen­de ich ihn in Kom­bi­na­ti­on mit dem Oc­ta­ver, wenn ich in Rich­tung Synth-bass ge­hen möch­te. Mit die­sen bei­den Ef­fek­ten al­lein kann ich al­so schon ei­ne Men­ge an­stel­len. Auf mei­nem grö­ße­ren Bo­ard ha­be ich noch ein Fuzz-pe­dal und ein Cry­ba­by-bass-wah. Wie war es für dich mit Hol­ger Ston­jek zu­sam­men­zu­spie­len? Su­per! Ich mei­ne, er baut Bäs­se, aber er ist auch ein gu­ter Bas­sist. Bei den Cli­nics ist er ei­ne gu­te Er­gän­zung, weil wir uns beim So­lie­ren ab­wech­seln kön­nen. Au­ßer­dem spielt er ei­nen Sech­sai­ter und kann mich ei­ne Ok­ta­ve tie­fer dop­peln oder Ak­kor­de spie­len. Das macht Spaß. Hast du ir­gend­wel­che Tipps für jun­ge oder auch schon er­fah­re­ne­re Bas­sis­ten? Mei­ner Mei­nung nach geht es dar­um, et­was zu fin­den, was du wirk­lich magst, und das dann zu üben. Be­nut­ze dei­ne Oh­ren! Bei man­chen Sa­chen ist es viel­leicht schwie­rig, sie sich drauf­zu­schaf­fen, aber wenn du es ein­mal ge­schafft hast, ist es... ...wie Fahr­rad­fah­ren. Ja, ge­nau! Für mich ging es im­mer um Groo­ve. Wenn et­was groovt, lie­be ich es. n

equip­ment

• Bäs­se: Ca­li­for­nia VM Hard­core aged Mas­ter­pie­ce, Ya­ma­ha TRB5, Fen­der Jazz Bass • Amps: TC Elec­tro­nic Blacks­mith Bass­head mit zwei TC Elec­tro­nic K-410 Ca­bi­nets • Ef­fek­te: TC Elec­tro­nic Spec­tra­comb Bass, TC Elec­tro­nic Sub , N’ Up Oc­ta­ver, Di­gi­tech DOD 440 En­ve­l­o­pe Fil­ter u. a.

Idas Traum-kom­bi­na­ti­on: Der TC Elec­tro­nic Blacks­mith mit TC Elec­tro­nic K-410 Bo­xen

Die Eq-ein­stel­lun­gen sind bis auf ei­ne leich­te Ab­sen­kung in den Hoch­mit­ten wei­test­ge­hend neu­tral. Das Rei­se­be­steck (v.l.n.r.): TC Elec­tro­nic po­ly­tu­ne, Moo­er Ten­der Oc­ta­ver, TC Elec­tro­nic Spec­tra Comp und DOD En­ve­l­o­pe Fil­ter 440

Das Ida Niel­sen Sand­berg Si­gna­tu­re Mo­dell

Ida Niel­sen und Hol­ger Ston­jek spie­len am 9. Sep­tem­ber 2016 li­ve beim Gui­tar Sum­mit in Mann­heim und ge­ben au­ßer­dem ei­nen ex­klu­si­ven Funk-bass-work­shop. Wei­te­re In­fos un­ter www.gui­tar­sum­mit.de n

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