ESP USA M-II FR & M-III GT, E-gi­tar­re

ESP USA M-II FR & M-III GT ESP hat das An­ge­bot sei­ner „ Ma­de in USA“Gi­tar­ren auf­ge­stockt. Man kann jetzt aus acht Grund­mo­del­len wäh­len, wei­te­re Op­tio­nen sind das De­cken­holz, die Far­be, hoch­glanz oder matt, EMG- oder Dun­can- PUS. Auf der ame­ri­ka­ni­schen ESP

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Micha­el Dom­mers

Den Kon­takt zur Au­ser­ko­re­nen, die üb­ri­gens dort mit­samt Se­ri­en­num­mer auf­ge­führt ist, er­hält man über ei­nen je­weils un­ter dem Gal­le­rie­fo­to plat­zier­ten Link zum Ver­trieb oder Händ­ler, bes­ten­falls han­delt es sich so­gar um ei­nen hei­mi­schen. Auch un­se­re bei­den Schön­hei­ten fin­det/fand man auf be­sag­ter Home­page. Bei Er­schei­nen die­ses Test dürf­ten sie al­ler­dings schon bei ei­nem Ein­zel­händ­ler oder gar End­kun­den ge­lan­det sein. Die ESP-USA-MO­DEL­LE kom­men in mit creme­far­be­nem To­lex über­zo­gen G&g-kof­fern mit pass­ge­nau­en In­lets. Wäh­rend des Trans­ports schützt ei­ne trans­pa­ren­te Kunst­stof­f­e­in­la­ge die Bün­de vor even­tu­el­len Ein­ker­bun­gen durch die Sai­ten.

kon­struk­ti­on

Be­reits die ers­te In­au­gen­schein­nah­me lässt den au­ßer­or­dent­lich ho­hen Ver­ar­bei­tungs­stan­dard der bei­den Esp-gi­tar­ren er­ken­nen. Dies be­trifft Fi­nis­hes, Bün­de, Sat­tel­a­brich­tung, die Pass­ge­nau­ig­keit der Hals­auf­nah­me, selbst kleins­te De­tails und nicht zu­letzt das ge­sam­te Se­t­up. Wer 9-42er Sai­ten spielt (ab Werk sind D‘ad­da­rio NYXLS auf­ge­zo­gen) kann al­so di­rekt „out of the box“los­le­gen. Den im Rip­pen­be­reich und in den un­te­ren Cu­ta­ways groß­zü­gig geshap­ten Ma­ha­go­ni- Bo­dies hat ESP ca. 4 mm di­cke Rie­gel­ahorn­de­cken spen­diert und an­stel­le von Bin­dings de­ren Kan­ten na­tur­far­ben über­la­ckiert. Ei­ne Be­son­der­heit stellt das tief in die Zar­ge ein­ge­las­se­ne Strat-buch­sen­blech dar, in das der Klin­ken­ste­cker seit­lich von rechts ein­ge­führt und größ­ten­teils vom Kor­pus­rand ge­schützt wird. So lässt sich das Ka­bel oh­ne Knick pri­ma zwi­schen Gurt und Zar­ge si­chern und auf dem Gi­tar­ren­stän­der stört der Ste­cker auch nicht. Als Gurt­knöp­fe die­nen Schal­ler Se­cu­ri­ty Locks, de­ren Ge­gen­stü­cke selbst­ver­ständ­lich zum Lie­fer­um­fang zäh­len. Die Häl­se aus Quar­ter­sawn Map­le (ste­hen­de Jah­res­rin­ge) – auch das auf­ge­setz­te Griff­brett der M-III be­steht dar­aus – wer­den dank ih­rer stram­men Auf­nah­me­frä­sun­gen un­ver­rück­bar in Po­si­ti­on ge­hal­ten. Vier Holz­schrau­ben und ein Kon­ter­blech ga­ran­tie­ren op­ti­ma­len Halt und die pe­ni­bel ge­glät­te­ten Kon­takt­flä­chen bes­te Schwin­gungs­über­tra­gung. Um den Zu­gang zu den höchs­ten La­gen kom­for­ta­bler zu ge­stal­ten, hat man die Über­gän­ge rück­sei­tig ab­ge­schrägt und fa­cet­tiert. Mit­tels ei­ner ins Griff­bret­ten­de ein­ge­ar­bei­te­ten Loch­schei­be lässt sich die Hals­krüm­mung je­der­zeit be­quem jus­tie­ren. 24 Xtra- Jum­bo­b­ün­de, aus-

nahms­los per­fekt ein­ge­setzt, ab­ge­rich­tet, ver­run­det und po­liert, be­völ­kern die Spiel­flä­che, wäh­rend bunt schim­mern­de Aba­lo­ne- Punk­te und schwar­ze bzw. wei­ße Si­de­dots die La­gen und ein ESPU­sa-in­lay aus Perl­mutt und Aba­lo­ne den 12. Bund mar­kie­ren. Bei der M-II dient ein op­ti­mal aus­ge­rich­te­ter Fr-lock-nut mit String­bar als Sat­tel, der M-III wur­de ein vor­züg­lich aus- und ab­ge­rich­te­ter Kno­chen­sat­tel spen­diert. So­wohl de­ren Sper­zel Trim Lok als auch die Sper­zel So­lid Pro Tu­ner der M-III ge­stat­ten ge­schmei­di­ges prä­zi­ses Stim­men. Bei­de Tu­ner-sets be­sit­zen kur­ze Wel­len, so­dass man bei der MIII auf ei­nen Sai­ten­nie­der­hal­ter ver­zich­ten konn­te. Ana­log zu Kno­chen­sat­tel und Lo­cking Tu­nern kommt die USA M-III mit ei­nem an zwei Punk­ten „free floa­ting“auf­ge­häng­ten Go­toh EV510S-FE Vi­bra­to mit Stahl­rei­tern und Steck­he­bel, des­sen Gän­gig­keit sich per Tef­lonman­schet­te und Ma­den­schrau­be va­ri­ie­ren lässt. Das ori­gi­nal Floyd Ro­se Vi­bra­to der M-II hat man in­des in sei­ner Un­ter­frä­sung so tief ein­ge­las­sen, dass die Ober­kan­te des Ba­sis­blechs ex­akt auf De­cken­hö­he liegt. Den­noch gibt es ge­nü­gend Spiel für aus­ufern­de Up-ben­dings. Die ak­ti­ven EMG85X und - 81X-hum­bu­cker der M-II wer­den per Drei­weg­schal­ter, Mas­ter-vo­lu­me und Mas­ter-to­ne kon­trol­liert. Drei Klang­va­ri­an­ten mehr bie­tet die M-III mit ih­rem Sey­mour-dun­can-hss-trio, be­ste­hend aus Clas­sic-stack-strat-sing­le­coils und Sa­tur­day-Night- Steg- Hum­bu­cker, Fünf­weg­schal­ter, Mas­ter-vo­lu­me und Mas­terTo­ne. Die Pull-po­si­ti­on des To­ne-po­tis de­ak­ti­viert die Stegs­pu­le des Hum­bu­ckers.

pra­xis

Hin­sicht­lich der Er­go­no­mie zei­gen sich die bei­den von ih­rer Scho­ko­la­den­sei­te: Per­fekt aus­ge­wo­gen am Gurt und auf dem Bein, sehr kom­for­ta­bles, nicht zu fla­ches Hals­pro­fil mit sa­ti­nier­ter grif­fi­ger Ober­flä­che, bar­rie­re­frei­es Be­spie­len der höchs­ten La­gen, al­ler­höchs­ter Tra­ge­kom­fort. Wäh­rend das Floyd-ro­se-vi­bra­to in be­währ­ter Ma­nier und ab­so­lut ver­stim­mungs­frei ar­bei­tet, über­zeugt auch das Go­toh-vi­bra­to mit ta­del­lo­ser Funk­ti­on und gibt sich bei pra­xis­ge­rech­ter Nut­zung jen­seits von Di­ve Bombs und Co. über­ra­schend stimm­sta­bil. Bei­de ESP USA M-mo­del­le ge­ben sich äu­ßerst re­so­nanz­freu­dig. Die Bo­dies und Häl­se schwin­gen nach je­dem Sai­ten­an­schlag in­ten­siv und gleich­mä­ßig und die Sai­ten ex­trem lang­sam und kon­ti­nu­ier­lich aus. Auch in punc­to An­spra­che und To­n­ent­fal­tung ran­gie­ren bei­de auf TopNi­veau und über­zeu­gen mit Sprit­zig­keit und ex­zel­len­ter Dy­na­mik. Wenn­gleich sich bei­de klang­lich wun­der­bar aus­ge­wo­gen prä­sen­tie­ren, zeigt je­de ih­ren ei­ge­nen to­na­len Cha­rak­ter. So kommt die M-III ei­nen Hauch ober­ton­rei­cher da­her, klingt aber den­noch kom­pak­ter und er­di­ger, nicht ganz so prä­gnant in den Bäs­sen, lie­fert da­für aber et­was do­mi­nan­te­re Mit­ten als die M-II. Sel­bi­ge tönt hin­ge­gen et­was brei­ter, hält sat­te Bäs­se, wär­me­re Mit­ten und sam­ti­ge Hö­hen be­reit, er­scheint ins­ge­samt ele­gan­ter und glanz­vol­ler und zeigt auch ei­ne et­was prä­zi­se­re Sai­ten­tren­nung. So­weit die Ein­drü­cke fern vom Ver­stär­ker. Wer von der M-III Vin­ta­ge-strat-sounds er­war­tet hat­te, wird ent­täuscht sein. Mit „Mo­dern Strat“lässt sich das to­na­le Er­geb­nis schon eher be­schrei­ben, be­sit­zen die Sey­mour Dun­can Clas­sic Stack Plus Ein­s­pu­ler schlicht­weg nicht die Tie­fe und Wär­me al­ter Sing­le­coils. Zu­min­dest nicht auf ei­ner Gi­tar­re mit Ma­ha­go­ni­kor­pus, Ahorn­de­cke und ei­nem gut 2 cm in Rich­tung Steg ver­scho­be­nen Hals-pick­up. Da ist die Ver­la­ge­rung des mitt­le­ren Ein­s­pu­lers von 8 mm schon fast ver­nach­läs­sig­bar. Nun ja, ge­stack­te Sing­le­coils, al­so mit zwei über­ein­an­der an­ge­ord­ne­ten Spu­len, de­ren In­ter­ak­ti­on das ty­pi­sche Brum­men eli­mi­nie­ren, sind ja kei­nes­wegs neu. Meist ha­pert es je­doch an der Au­then­ti­zi­tät ih­res Sounds, so­fern sie die­sen über­haupt an­stre­ben. Die Clas­sic Stack Plus – der Mitt­le­re ist üb­ri­gens ein RW/RP-TYP – eli­mi­nie­ren selbst am in­ten­siv zer­ren­den Amp jeg­li­ches Ein­streu­brum­men, klin­gen sehr dif­fe­ren­ziert, glo­ckig und klar, aber auch schlan­ker und we­ni­ger fett als ein Vin­ta­geSing­le­coil. Den glei­chen Ein­druck hin­ter­lässt die Kom­bi mit dem Mit­tel-pick­up, auch wenn die glei­cher­ma­ßen ge­schmack­wie cha­rak­ter­voll nä­selt. Da trifft der Sa­tur­day Night Spe­cial Steg-hum­bu­cker des Gitar- ris­ten Vin­ta­ge-nerv schon bes­ser, auch wenn er sich klang­lich an den Gib­son TTop-hum­bu­ckern der spä­ten 60er und frü­hen 70er ori­en­tiert. Wit­zig (oder eher nicht) ist al­ler­dings, dass die­ser bei Zerr­sounds, in der Kom­bi mit dem Mit­telPick­up und na­tür­lich im Split Mo­de deut­li­ches Brum­men pro­du­ziert. Im Cle­anBe­trieb klingt er aus­ge­wo­gen, kna­ckig, klar, dif­fe­ren­ziert und sehr dy­na­misch, der Coil Split ver­leiht ihm ei­nen ge­wis­sen Te­le-twang. Durch die, ver­gli­chen mit Vin­ta­ge-pick­ups, recht ho­hen Out­puts der Dun­cans klin­gen sie am zerr­frei­en Amp klar, luf­tig und bril­lant, le­gen bei Over­dri­ve-sounds or­dent­lich Mit­ten und Biss drauf und zei­gen ho­hes Durch­set­zungs­ver­mö­gen, al­ler­bes­te Dy­na­mik und Sustain vom Feins­ten. Eben­so dy­na­misch wie die M-III auf je­de Nuan­ce des Spiels re­agiert, fin­det auch die In­ter­ak­ti­on mit den Po­tis statt. So er­mög­licht der Vo­lu­me-reg­ler fei­ne Gain-ab­stu­fun­gen, wäh­rend To­ne dem Ge­samt­s­ound durch Zu­rück­dre­hen Wär­me ver­leiht. Mit ih­rem leis­tungs­star­ken ak­ti­ven EMG 85X/81x-pär­chen scheint die ESP USA MII auf den ers­ten Blick ei­ne an­de­re Kli­en­tel be­die­nen zu wol­len, ob­gleich auch glo­cken­kla­re Cle­an- und dif­fe­ren­zier­te Crunch­sounds zu ih­rem Re­per­toire zäh­len. Die in die ge­schlos­se­nen Pick­ups in­te­grier­ten X Se­ries Preamps er­lau­ben dem Spie­ler mehr dy­na­mi­sche Kon­trol­le. Dank des er­höh­ten He­adrooms und der ver­bes­ser­ten An­spra­che klingt z. B. der Al­ni­co-5-be­stück­te 85X or­ga­nisch, of­fen

FO­TOS Die­ter Stork

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Sper­zel So­lid Pro und Trim Lok Short Post

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