Sai­ten­pfle­ge: ta­ke ca­re of your strings!

Gitarre & Bass - - Inhalt - Text: Andre­as Schulz Fo­to: Die­ter Stork

Je­der Gi­tar­rist weiß es: Die Le­bens­dau­er sei­ner wich­tigs­ten Dräh­te, der Gi­tar­ren­sai­ten, ist be­grenzt. Das ist nicht nur all­ge­mein ge­se­hen trau­rig, son­dern hat auch ei­ne öko­no­mi­sche Kom­po­nen­te. Könn­te man das Zeit­fens­ter von gu­tem Klang und gu­ter Spiel­bar­keit nur ir­gend­wie ver­län­gern – man spar­te Geld und durch we­ni­ger häu­fi­gen Sai­ten­wech­sel zu­dem Le­bens­zeit, die man wie­der­um in Yo­ga, Zen-me­di­ta­ti­on oder das Üben neu­er Speed-licks in­ves­tie­ren könn­te. Die Er­fin­dung be­schich­te­ter Sai­ten war für das The­ma Halt­bar­keit schon mal ein Mei­len­stein. Die län­ge­re Le­bens­dau­er hat al­ler­dings ih­ren Preis und auch be­schich­te­te Sai­ten ver­schlei­ßen mit der Zeit. Der ei­gent­li­che Ge­heim­tipp für ein lan­ges und ge­sun­des Le­ben dei­ner Sai­ten liegt in der rich­ti­gen Pfle­ge. Das gilt für Gi­tar­ren­eben­so wie für Bass-sai­ten und auch für die Be­sai­tung akus­ti­scher In­stru­men­te. Stark kor­ro­dier­te Dräh­te kön­nen üb­ri­gens auch die Ober­flä­che der Bund­stäb­chen in Mit­lei­den­schaft zie­hen; die­se wer­den dann auf­ge­raut und ver­schleißt schnel­ler. Am An­fang steht die ei­ge­ne Hy­gie­ne. Vor dem Spie­len soll­te man die Fin­ger kon­trol­lie­ren und bei Be­darf säu­bern. Auch wenn es ein schö­nes Kli­schee ist, erst den Öl­wech­sel am ei­ge­nen Che­vy oder Olds­mo­bi­le durch­zu­füh­ren, um da­nach so­fort ein paar kno­chen­tro­cke­ne Riffs à la Jeff Beck ab­zu­feu­ern – zwi­schen­durch emp­fiehlt es sich, die Hän­de zu wa­schen. Gi­tar­re­spie­len al­so bit­te im­mer nur mit sau­be­ren Fin­gern. Un­ab­hän­gig von noch zu er­wer­ben­den Rein­gungs- und Pfle­ge­mit­teln ist es ei­ne gu­te Idee, die Sai­ten nach dem Spie­len mit ei­nem ge­eig­ne­ten fus­sel­frei­en Tuch ab­zu­wi­schen. Das kann man auch mit nicht ent­spann­ten Sai­ten ma­chen und es ist schnell er­le­digt. Ein­fach je­de ein­zel­ne Sai­te mit dem Tuch um­grei­fen und mehr­mals in vol­ler Län­ge mit or­dent­lich Fin­ger­druck ab­wi­schen. Um die Rei­ni­gungs­wir­kung noch zu stei­gern, kann man Rei­ni­gungs­pro­duk­te aus dem Fach­han­del kau­fen, die meist un­ter dem La­bel ,String Clea­ner‘ lau­fen. Oft sind sie auch in ei­nem Gui­tar-ca­re-set ent­hal­ten, in Kom­bi mit ei­nem Griff­brett-öl und/oder ei­ner Lack­po­li­tur. Von dem String Clea­ner we­ni­ge Trop­fen auf ein Tuch ge­ben und mit der an­ge­feuch­te­ten Stel­le wie be­schrie­ben die Sai­ten un­ter Druck ab­fah­ren. Be­ach­ten soll­te man bei la­ckier­ten Griff­bret­tern ( spe­zi­ell Ni­tro­lack), dass man­che Mit­tel un­ter Um­stän­den den Lack an­grei­fen kön­nen. In der Re­gel soll­ten die im Han­del ver­kauf­ten Pro­duk­te aber lö­sungs­mit­tel­frei sein. Al­ter­na­tiv kann man Iso­pro­pa­nol oder Et­ha­nol aus der Apo­the­ke be­nut­zen. Ein­fach ei­ne klei­ne Men­ge ab­fül­len las­sen, gern auch in ein ei­ge­nes Be­hält­nis wie ei­ne al­te Na­sen­spray-fla­sche o. Ä. Die­se Al­ko­ho­le sind gu­te Fett- und Schmutz­lö­ser, haut­ver­träg­lich und nicht all­zu ag­gres­siv. Bei wert­vol­len In­stru­men­ten oder ech­ten Vin­ta­ge-schätz­chen aber im­mer nach­fra­gen oder an un­auf­fäl­li­ger Stel­le aus­pro­bie­ren. Es gibt auch Mehr­fach-mit­tel, die ei­gent­lich für an­de­re In­stru­men­ten­tei­le ge­dacht sind, sich aber als Sai­ten­rei­ni­ger zweck­ent­frem­den las­sen – et­wa Dr. Ducks Ax Wax. Ei­nes der be­lieb­tes­ten Mit­tel ist GHS Fast Fret. Hier ist das Rei­ni­gungs­mit­tel fest mit ei­nem Ap­pli­ka­tor kom­bi­niert; man fährt mit die­sem brei­ten im­prä­gnier­ten und ge­pols­ter­ten Stift die Sai­ten der Län­ge nach ab und wischt dann mit dem mit­ge­lie­fer­ten Tuch nach. Bei or­dent­lich ver­schmutz­ten oder äl­te­ren Sai­ten hat man nach dem Ab­wi­schen mit Rei­ni­gungs­mit­teln meist schwar­ze Strei­fen im Tuch. So sieht man auch, ob der Rei­ni­gungs­vor­gang er­folg­reich war: Das Tuch bleibt dann sau­ber. n

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