Qu­al der Wahl: E-gi­tar­ren­sai­ten im Ver­gleich

Im Rah­men un­se­res Sai­ten- Spe­cials bie­tet sich na­tür­lich auch ein Ver­gleich an. Da ich auf 628mm- Men­su­ren, der tra­di­tio­nel­len Gib­son Sca­le, .011-. 049er Sai­ten spie­le, ha­be ich na­tür­lich auch ent­spre­chen­de Round­wound- Sets von di­ver­sen Her­stel­lern an­ge­fo

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Micha­el Dom­mers

Mit de­tail­lier­ten In­fos zu Pro­duk­ti­ons­ver­fah­ren hal­ten sich die Her­stel­ler sehr be­deckt, schließ­lich geht es um Be­triebs­in­ter­na, um un­ter Ver­schluss ge­hal­te­ne und zum Teil so­gar pa­ten­tier­te Ver­fah­ren, die mit voll­mun­di­gen Sprü­chen, phan­ta­sie­vol­len Be­zeich­nun­gen und hüb­schen Gra­fi­ken be­wor­ben wer­den. So liest man in der Wer­bung na­he­zu al­ler Her­stel­ler fol­gen­den (oder ähn­lich lau­ten­den) Satz: „Die­se Sai­ten wur­den nach mo­derns­tem Fer­ti­gungs­stan­dard mit höchs­ter Prä­zi­si­on und ge­mäß un­se­ren ex­ak­ten Vor­ga­ben aus den bes­ten Ma­te­ria­li­en her­ge­stellt um Stimm­sta­bi­li­tät, op­ti­ma­le Per­for­mance und Lang­le­big­keit zu ge­währ­leis­ten.“Wäh­rend wir der Fair­ness hal­ber be­schich­te­te Sai­ten aus die­sem Ver­gleich her­aus­ge­hal­ten ha­ben, sa­hen wir in un­ter­schied­li­chen Le­gie­run­gen oder Ober­flä­chen­be­hand­lun­gen kein Pro- blem. Als Test­gi­tar­re wur­de ei­ne Gib­son Les Paul Stan­dard R8 His­to­ric Cher­ry von 2012 mit se­ri­en­mä­ßi­gen Burst­bu­cker 1 und 2 Pick­ups zwangs­ver­pflich­tet. Da in un­se­rem Li­neup al­lein D‘ad­da­rio das For­mat .011-.049 an­bie­tet, ha­ben wir auch .011-.048, .011-.050 und so­gar ein .011-.052 Set ak­zep­tiert. Im Fo­kus die­ses Ver­gleichs ste­hen Kri­te­ri­en wie Klang, Laut­stär­ke, Fle­xi­bi­li­tät ( Hand­ling), Stimm­sta­bi­li­tät, Halt­bar­keit und na­tür­lich der Preis. Mich per­sön­lich in­ter­es­sier­te, ob es Un­ter­schie­de beim Kraft­auf­wand von Fin­ger­ben­dings gibt. Doch wie misst man sowas? Da ab­ge­se­hen von den Rei­bungs­kräf­ten auf den Bund­kro­nen die Rich­tung des Ben­dings für ei­nen Ver­gleich un­er­heb­lich ist, ha­be ich ex­akt über dem 12. Bund den Ha­ken ei­ner Fe­der­waa­ge ein­ge­hängt, der in die­sem Fall qua­si den Bund­draht er­setzt, und die­sen mit Hil­fe ei­nes Mi­kro­fon­sta­tiv­gal­gens so lan­ge ver­ti­kal vom Griff­brett weg ge­zo­gen, bis der vor­her ka­li­brier­te Ok­tav­ton um 2 Halb­tö­ne hö­her er­klang, selbst­ver­ständ­lich al­les prä­zi­se per Stimm­ge­rät ge­mes­sen, in die­sem Fall ein Boss TU-12 mit ru­hi­ger (ana­lo­ger) Na­de­l­an­zei­ge. Auf die­se Wei­se si­mu­lier­te ich bei je­der Sai­te ein Ganz­ton-ben­ding. Je­des Mes­s­er­geb­nis ha­be ich mit der Fo­to­ka­me­ra do­ku­men­tiert und von je­dem Sai­ten­satz fol­gen­de vier Klang­bei­spie­le auf­ge­zeich­net:

• Bridge-pick­up Cle­an Rhythm, Fla­geo­letts über den Bün­den 12, 7, 5 und 3 so­wie String Noi­se (Greif­ge­räu­sche). • Bridge- und Neck-pick­ups Cle­an Rhythm, Fla­geo­letts über den Bün­den 12, 7, 5 und 3. • Neck-pick­up Cle­an Rhythm, Fla­geo­letts

über den Bün­den 12, 7, 5 und 3. • Bridge Pick­up Over­dri­ve Rhythm, String

Noi­se (Greif­ge­räu­sche).

Er­nie Ball 2220 Po­wer Slin­ky Cust­om Gau­ge Die Me­lo­die­sai­ten ( Plain Strings) wie auch der sechs­ecki­ge Kern­draht der Bass­sai­ten die­ses Sets be­ste­hen aus ver­zinn­tem, hoch ver­gü­te­tem koh­len­stoff­hal­ti­gem Stahl, der ei­nen sehr aus­ge­wo­ge­nen Ton er­zeugt. Die­ser Stahl­draht be­sitzt im In­nern ei­ne ho­he Zä­hig­keit und auf der Ober­flä­che ei­ne er­heb­lich grö­ße­re Här­te, was ihn wi­der­stands­fä­hi­ger ge­gen Ver­schleiß macht. Die Wick­lun­gen der Bass­sai­ten be­ste­hen aus ver­ni- ckel­tem Rund­stahl, der lan­ge Le­bens­dau­er und ei­nen klas­si­schen aus­ge­wo­ge­nen Klang mit bes­ter In­to­na­ti­on bie­tet. Die Sai­ten wur­den auf Län­gen zwi­schen 99 und 102 cm ge­schnit­ten. Auf­fäl­lig sind die ver­gleichs­wei­se kurz vert­wis­te­ten En­den der E1und H2-sai­ten. Ge­lie­fert wer­den die Po­wer Slin­kys in 6 ein­zel­nen Pa­pier­tü­ten, die von so­ge­nann­tem Ele­ment Shield Pa­cka­ging um­ge­ben sind, ei­ner Art Me­tall­fo­lie, die vor äu­ße­ren Ein­flüs­sen schützt und die Sai­ten lan­ge „ frisch“hält. Er­nie Ball 2720 Slin­ky Co­balt Er­nie Ball ent­wi­ckel­te die Co­balt Strings, um Aus­gangs­pe­gel und Klar­heit zu op­ti­mie­ren und Gi­tar­ris­ten ei­nen mo­der­ne­ren, dy­na­mi­sche­ren Ton mit ver­bes­ser­tem Ober­ton­ver­hal­ten und brei­te­rem Fre­quenz­spek­trum zu er­mög­li­chen. Durch die leicht re­du­zier­ten Mit­ten er­schei­nen die Bäs­se prä­gnan­ter, die Hö­hen cris­per und kla­rer. Die fer­ro­ma­gne­tisch wirk­sa­me­re Mas­se der Co­balt-bei­mi­schung er­zeugt im Ma­gnet­feld der Pick­ups mehr Out­put als je­de an­de­re bis­lang er­hält­li­che Le­gie­rung. Der Draht der Plain­und der sechs­kan­ti­ge Kern­draht der Bass­sai­ten be­ste­hen – wie bei den 2220 Po­wer Slin­kys – aus spe­zi­ell ver­gü­te­tem und ver­zinn­tem, hoch koh­len­stoff­hal­ti­gem Stahl. Le­dig­lich der run­de Wick­lungs­draht wird aus ei­ner pa­ten­tier­ten Ei­sen-ko­balt-le­gie­rung her­ge­stellt. Er­nie Ball be­wirbt die Co­balt-sai­ten mit wei­cher sei­di­ger Hap­tik, die Ben­dings zum Kin­der­spiel ma­chen soll. Nun ja, mei­ne Mess­wer­te kön­nen dies nicht be­stä­ti­gen. Wie er­war­tet, wer­den auch die­se Sai­ten auf Län­gen von 99 bis 102 cm ge­schnit­ten. Auch hier fal­len die re­la­tiv kurz vert­wis­te­ten En­den der E1- und H2-Sai­ten auf. Die Ver­pa­ckung ent­spricht der der Po­wer Slin­kys: Sechs se­pa­ra­te Pa­pier­tü­ten in Ele­men­tShield-hül­le.

Py­ra­mid 403 Pu­re Ni­ckel Round Wound Jazz Die Wur­zeln der re­nom­mier­ten Tra­di­ti­ons­fir­ma Py­ra­mid ge­hen bis in das Jahr 1850 nach Schön­bach/un­garn zu­rück. 1953 wur­de das Werk in Bu­ben­reuth neu er­öff­net. Seit 1983 kennt man die Fir­ma un­ter Py­ra­mid Sai­ten- und Stimm­pfei­fen­fa­brik Jun­ger Gmbh. Be­reits 1953/54 wer­den die Pu­re Ni­ckel Sai­ten für Elek­tro­gi­tar­re her­ge­stellt, die u. a. bei Vin­ta­ge-fans sehr be­liebt

sind. Die Bass­sai­ten be­sit­zen run­de ver­ni­ckel­te Stahl­ker­ne und hoch­wer­ti­gen Ni­ckel­draht mit ei­ner Rein­heit von 99,2%, der in Deutsch­land her­ge­stellt wird. Al­so nichts für Ni­ckel­all­er­gi­ker. Um gleich­mä­ßi­gen An­druck der Wick­lun­gen ge­währ­leis­ten zu kön­nen, müs­sen Sai­ten mit run­dem Kern­draht be­son­ders sorg­fäl­tig ge­wi­ckelt wer­den. Die Pu­re Ni­ckels klin­gen aus­ge­wo­gen und an­ge­nehm warm und eig­nen sich für Vin­ta­ge-gi­tar­ren und Cle­an- bis ma­xi­mal Crunch­sounds, wäh­rend Stahl­sai­ten Zerr-sounds deut­lich kna­cki­ger über­tra­gen. Ob­gleich Rein­ni­ckel für ex­zel­len­te ma­gne­ti­sche Ton­ab­nah­me sorgt, klin­gen die Sai­ten et­was lei­ser als al­le an­de­ren Ver­gleichs­kan­di­da­ten. Trotz der be­wor­be­nen Fle­xi­bi­li­tät und an­ge­neh­men Be­spiel­bar­keit, er­wei­sen sich vor al­lem die Bass­sai­ten als re­la­tiv steif und er­for­dern mehr Kraft­auf- wand bei Fin­ger­ben­dings. Py­ra­mid lie­fert die Pu­re Ni­ckel Sai­ten in Län­gen von 105 bis 110 cm, ab­ge­packt in sechs ein­zel­nen Pa­pier­tü­ten, die von ei­nem Pa­pier­um­schlag um­ge­ben sind. D‘ad­da­rio Ni­ckel Wound EXL115 XL Ni­ckel Wound Strings, D‘ad­da­ri­os be­lieb­tes­te E-gi­tar­ren­sai­ten, be­sit­zen ver­ni­ckel­te Stahl­wick­lun­gen auf ei­nem sorg­fäl­tig ge­zo­ge­nen sechs­ecki­gen Kern aus hoch koh­len­stoff­hal­ti­gem Stahl. Das Re­sul­tat sind Sai­ten mit cha­rak­te­ris­ti­schem kla­ren hel­len Klang und ex­zel­len­ter In­to­na­ti­on, die auf den un­ter­schied­lichs­ten EGi­tar­ren in al­len denk­ba­ren Mu­sik­gen­res zum Ein­satz kom­men. Ne­ben ih­ren bun­ten Sai­ten­rin­gen wer­den sie in eben­so um­welt­freund­li­cher wie kor­ro­si­ons­re­sis­ten­ter Ver­pa­ckung ge­lie­fert. Ge­schnit­ten wer­den sie in Län­gen von 100 bis 106 cm, al­ler­dings nicht bis zum En­de der Bass­sai­ten durch­ge­wi­ckelt. Da D‘ad­da­rio sich um­welt­be­wusst gibt, kom­men die Sai­ten in 75% we­ni­ger Ver­pa­ckung als beim In­dus­trie­stan­dard. So fin­det man im äu­ße­ren Pap­pum­schlag ei­ne dün­ne Tü­te aus Vci-kunst­stoff (Vo­la­ti­le Cor­ro­si­on In­hi­bi­tor = flüch­ti­ger Kor­ro­si­ons­ver­hin­de­rer), in die al­le sechs Sai­ten ein­ge­schweißt wur­den. Die­se bil­det ei­ne Schutz­schicht ge­gen Ein­wir­kun­gen von Sau­er­stoff und/oder Was­ser. D‘ad­da­rio NYXL 1149 Als die­se Sai­ten vor et­wa drei Jah­ren auf den Markt ka­men, warb D‘ad­da­rio mit ei­ner gan­zen Rei­he von Neue­run­gen. So hat­te man die Plain-sai­ten, die Sechs­kant­ker­ne der um­wi­ckel­ten Sai­ten und de­ren Wick­lun­gen kom­plett über­ar­bei­tet. Hoch koh­len­stoff­hal­ti­ger Stahl für den Kern­draht und die neue Le­gie­rung des Rund­drah­tes der Plain-sai­ten ma­chen die Nyxl-sai­ten sta­bi­ler, reiß­fes­ter, klang­lich lang­le­bi­ger und pe­gel­stär­ker. Dass sie stei­fer sein sol­len als die EXLS kann ich nach den Ben­ding-mes­sun­gen nicht be­stä­ti­gen (sie­he Ta­bel­le), eher das Ge­gen­teil ist der Fall. Die stär­ke­re Be­ein­flus­sung des Ma­gnet­fel­des der Pick­ups ver­leiht dem Sound mehr Po­wer und ei­nen kraft­vol­le­ren Ton, und durch die An­he­bung des Mit­ten­be­reichs zwi­schen 1 und 3,5 khz er­hält der Sound mehr Biss und setzt sich im Band­ge­fü­ge auch bes­ser durch. Nach pra­xis­ge­rech­tem Vor­deh­nen bleibt die Stim­mung ab­so­lut sta­bil. Wie bei D‘ad­da­rio üb­lich, kom­men auch die NYXLS mit farb­lich mar­kier­ten Rin­gen und wer­den in Län­gen von 106 bis 110 cm und der be­sag­ten VCI-VER

pa­ckung ge­lie­fert. DR Ti­te-fit EH-11 Auch Us-her­stel­ler DR wi­ckelt sei­ne Wound Strings auf run­den Kern­draht. Das ei­ge­ne Her­stel­lungs­ver­fah­ren der Ti­te-fit-sai­ten heißt Com­pres­si­on Win­ding. So wird z. B. für ei­ne .042er Sai­te (1,0668 mm) ein run­der 0,016er Kern­draht mit ver­ni­ckel­tem 0,0135 Draht um­wi­ckelt, was rech­ne­risch ei­ne Stär­ke von 0,043" er­gibt. Da der Rund­draht je­doch un­ter star­ker Zug­span­nung um den Kern­draht ge­wi­ckelt wird, er­hält die fer­ti­ge Sai­te ei­nen Durch­mes­ser von 0,042". Durch die­se Schrump­fung von ge­ra­de mal 0,0254 mm er­zielt man ei­ne sta­bi­le Ver­bin­dung von Wick­lungs­und Kern­draht. Die­ses Com­pres­si­on Win­ding wird bei al­len Dr-sai­ten an­ge­wandt

im 12. Bund an. und macht sie zu re­gel­rech­ten All­roun­dStrings für un­ter­schied­lichs­te Mu­sik­rich­tun­gen. Beim vor­lie­gen­den Set wur­den die Sai­ten auf Län­gen von 100-106 cm kon­fek­tio­niert. DR lie­fert sei­ne Sai­ten in klei­nen Papp­kar­tons und drei in ei­ner Klar­sicht­fo­lie ein­ge­schweiß­ten Pa­pier­tü­ten. Dun­lop DHCN1150 Hea­vy Co­re Hea­vier Der ka­li­for­ni­sche Her­stel­ler vi­siert mit sei­nen Sai­ten vor al­lem Gi­tar­ris­ten an, die Drop Tu­nings be­vor­zu­gen. So ver­spricht er ei­ne ge­schmei­di­ge Hap­tik und schnel­le di­rek­te An­spra­che. Jim Dun­lop ver­wen­det für die um­wi- ckel­ten Sai­ten di­cke­ren sechs­kan­ti­gen Kern­draht und dün­ne­ren ver­ni­ckel­ten Wick­lungs­stahl, er­zielt da­mit ei­ne hö­he­re Sai­ten­span­nung (sie­he Ta­bel­le), ein ge­wohn­tes Spiel­ge­fühl bei Drop Tu­nings und ver­leiht dem Klang mehr Punch und Ag­gres­si­vi­tät, straf­fe Bäs­se, fo­kus­sier­te Mit­ten und sei­di­ge Hö­hen. Mit 116,5 cm sind die Sai­ten groß­zü­gig be­mes­sen und mit Ab­stand die längs­ten die­ses Ver- gleichs. Al­ler­dings fin­den wir auch hier ein ver­gleichs­wei­se kurz vert­wis­te­tes En­de der E1-sai­te. Dun­lop Strings kom­men in 6 ein­zel­nen Pa­pier­um­schlä­gen, die mit­samt ei­nes Feuch­tig­keit auf­neh­men­denPacks wur­den in Fo­lie­und von ein­ge­schweißt­ei­nem Kie­sel­gel-Papp­kar­ton um­ge­ben sind. GHS Gui­tar Boo­mers GBM011 Die Boo­mers-sai­ten gibt es be­reits seit 1964 und sie sind nicht nur we­gen ih­res güns­ti­gen Prei­ses son­dern auch we­gen des hel­len Klangs und ih­rer kraft­vol­len, kna­cki­gen An­spra­che be­liebt. Mit € 4,90 Street­pri­ce sind sie auch die preis­güns­tigs­ten Sai­ten die­ses Lin­eups. Die Plain- wie auch der run­de Kern der Wound-sai­ten be­ste­hen eben­so aus ver­ni­ckel­tem Stahl­draht wie die straf­fen Wick­lun­gen der Bass­sai­ten. GHS kon­fek

tio­niert die Boo­mers auf 105 cm und ver­wen­det die glei­che Um­ver­pa­ckung wie Er­nie Ball: Sechs ein­zel­ne Pa­pier­tü­ten in Ele­ment Shield Pa­cka­ging, hier al­ler­dings „Air-tight Fresh Pack“ge­nannt. SIT Po­wer­wound Ni­ckel S1150 Seit 1980 exis­tiert der in Akron, Ohio an­säs­si­ge Her­stel­ler, der die pri­mä­ren Ei­gen­schaf­ten sei­ner Sai­ten gleich in sei­nem Fir­men­na­men ver­ewigt hat: Stay In Tu­ne. Er ver­wen­det für die Bass­sai­ten ei­nen Kern­draht aus hoch­ver­gü­te­tem Sechs­kant­stahl, der mit ver­ni­ckel­tem Rund­stahl um­wi­ckelt wird. Das glei­che Ma­te­ri­al kommt auch für die Me­lo­die­sai­ten zum Ein­satz. Als Be­son­der­heit wer­den al­le Sai­ten im Be­reich der En­d­rin­ge, dort wo der Rund­draht vert­wis­tet ist, mit ei­ner spe­zi­el­len che­mi­schen Tink­tur fi­xiert, da­mit sie dort nicht mehr nach­ge­ben kön­nen. Da auch die Sit-leu­te wis­sen, dass das kor­rek­te Auf­zie­hen der Sai­ten das A&O für Stimm­sta­bi­li­tät ist, gibt es auf der feuch­tig­keits­und sau­er­stoff­hem­men­den Fo­li­en­ver­pa­ckung (Mois­tu­re Bar­ri­er Pa­cka­ging) ent­spre­chen­de Auf­zieh­tipps. Die Sai­ten selbst sind paar- wei­se in Pa­pier­tü­ten ver­packt. Als ein­zi­ger Her­stel­ler lie­fert SIT al­ter­na­tiv zur um­wi­ckel­ten .020er G3- auch ei­ne .018er Plain-sai­te mit. Ge­schnit­ten sind die SITS von 102 bis 110 cm. De­an Mar­kley 2562 Blue Steel Cryo­ge­nic Ac­tiva­ted Me­di­um Die Be­son­der­heit der 2562 Blue Steel Sai­ten ist, dass sie als ein­zi­ge in ei­nem Cryo-Ver­fah­ren mit flüs­si­gem Stick­stoff be­han­delt wer­den. Die­ser Käl­te­schock ver­leiht ih­nen mehr Wär­me und Ober­tö­ne glei­cher­ma­ßen. Der fir­men­ei­gen ent­wi­ckel­te CryoTech- Pro­zess rich­tet die mo­le­ku­la­re Struk­tur des Stahls wie­der aus und or­ga­ni­siert die­se neu. Da­durch re­agiert die Sai­te schnel­ler, ist stimm­sta­bi­ler und lang­le­bi­ger, und zwar bis zu drei Mal. Die Wick­lun­gen der Bass­sai­ten be­ste­hen aus 8% ver­ni­ckel­tem Rund­stahl, der um ei­nen ver­zinn­ten sechs­kan­ti­gen Kern aus Man­do­li­nen­draht ge­wi­ckelt wird. De­an Mar­kleys „En­vi­ron­men­tal­ly Fri­end­ly“-ver­pa­ckung äh­nelt sehr der von D‘ad­da­rio, al­ler­dings be­sitzt die Ober­flä­che der äu­ße­ren Papp­ta­sche ei­ne Lack­be­schich­tung. Da die Sai­ten in der Ver­pa­ckung in zu klei­nen Ra­di­en ge­wi­ckelt wur­den, zu­dem al­le drei Plain und al­le drei Wound Strings zu­sam­men, wur­den ei­ni­ge Sai­ten re­gel­recht ver­bo­gen. Die Sai­ten hat man auf Län­gen von 105 bis 110 cm ge­schnit­ten und die En­d­rin­ge ab­wech­selnd hell­blau und schwarz ge­färbt.

re­sü­mee

Ich hät­te nicht ge­dacht, dass un­se­re Test­kan­di­da­ten klang­lich der­ma­ßen ge­rin­ge Un­ter­schie­de auf­wei­sen. Im Grun­de han­delt es sich um Nuan­cen, die mal in die ei­ne, mal in die an­de­re Rich­tung ten­die­ren. Ich kann je­doch zu­min­dest zwei Ex­tre­me be­nen­nen, näm­lich die Py­ra­mid 402 Pu­re Ni­ckel mit ih­rem war­men, wei­chen aber den­noch kla­ren Klang, der sich her­vor­ra­gend für Vin­ta­ge-gi­tar­ren und Cle­an-bis ma­xi­mal Crunch­sounds eig­net. Gleich­zei­tig lie­fern die Py­ra­mids aber auch den ge­rings­ten Out­put und da­mit – fast lo­gisch – die ge­rings­ten Griff­ge­räu­sche. Als an­de­res Ex­trem ent­pup­pen sich die Dun­lop Hea­vy Co­re, die Punch und Biss, straf­fe Bäs­se, fo­kus­sier­te Mit­ten, kla­re sei­di­ge Hö­hen und den stärks­ten Aus­gangs­pe­gel lie­fern. Da kann man schon er­ah­nen, dass sie auch bei den Griff­ge­räu­schen die Na­se vorn ha­ben. Aber wie ge­sagt, die Un­ter­schie­de der Sai­ten zwi­schen die­sen bei­den „Rand­grup­pen“sind eher mar­gi­nal, und las­sen sich mit der Spiel­wei­se, dem An­schlag so­wie dem Ma­te­ri­al und der Stär­ke des Plek­trums maß­geb­lich be­ein­flus­sen. Selbst wenn ich die ein­zel­nen Tracks mei­ner Sound­files un­ter ei­nem ge­schlos­se­nen Kopf­hö­rer in A/b-ver­glei­chen kon­zen­triert per So­lo- und Mu­te-swit­ching kon­trol­lie­re, fällt es schwer, aus­sa­ge­kräf­ti­ge Be­schrei­bun­gen zu lie­fern. So­mit er­leich­tern die Sound­files ei­ne Ent­schei­dung für oder wi­der die ei­nen oder an­de­ren Sai­ten nicht wirk­lich. Zu­dem geht es ein­fach auch um ge­schmack­li­che Din­ge und Klang­vor­stel­lun­gen. Ein­deu­tig be­stim­men las­sen sich in­des die er­for­der­li­chen Kräf­te für Fin­ger­ben­dings, wo­bei die Sai­ten­sät­ze dies­be­züg­lich doch recht un­aus­ge­wo­gen er­schei­nen. Die­ses „Pro­blems“hat­te sich ja be­reits D‘ad­da­rio mit sei­nen Ba­lan­ced Ten­si­on Strings an­ge­nom­men. Auch in Punc­to Stimm­sta­bi­li­tät kann ich kei­ne Mi­nus­punk­te ver­tei­len, denn so­fern kor­rekt auf­ge­zo­gen und pra­xis­ge­recht vor­ge­dehnt, hal­ten al­le Sai­ten ih­re Ton­hö­he na­he­zu per­fekt. Die klang­li­che Halt­bar­keit von Sai­ten lässt sich nur mit ei­nem Lang­zeit­test do­ku­men­tie­ren, fest steht je­doch, dass die Er­nie Ball Slin­ky Co­balt wie auch die D‘ad­da­rio NYXLS bes­te Chan­cen aufs Sie­ger­po­dest ha­ben. Al­ler­dings sind die­se auch mit Ab­stand die Teu­ers­ten, wo­ge­gen die GHS Boo­mers mit dem bes­ten Preis-leis­tungs­ver­hält­nis punk­ten. Er­freu­lich ist, dass al­lei­ne SIT bei der ge­wähl­ten .011-.050 Sai­ten­stär­ke im­mer­hin al­ter­na­ti­ve plain und um­wi­ckel­te G3-sai­ten mit­lie­fert. n

y FO­TOS Die­ter Stork

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Mess­vor­rich­tung

Flei­scher­ha­ken ex­akt im 12. Bund

Ge­nau 1 Ki­lo

Er­nie Ball 2220 Po­wer Slin­ky

Py­ra­mid 403 Pu­re Ni­ckel

Er­nie Ball 2720 Slin­ky Co­balt

D‘ad­da­rio EXL115

Dun­lop Hea­vy Co­re Hea­vier

D‘ad­da­rio NYXL 1149

GHS Boo­mers GBM011

SIT S1150

DR Ti­te-fit EH-11

De­an Mar­kley Blue Steel

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