Di­gi­tech Fre­qout, Fx-pe­dal

Di­gi­tech Fre­qout Feed­back ge­hört schon seit den Six­ties zur gi­tar­ris­ti­schen Aus­druck­s­pa­let­te. Lei­der ent­ste­hen die span­nen­den Sounds von Ji­mi Hen­d­rix, Thurs­ton Moo­re und Kon­sor­ten nur bei ho­hem Schall­pe­gel im Wech­sel­spiel zwi­schen Box und Gi­tar­re – auf gr

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Mar­tin Schmidt y FO­TOS Die­ter Stork

Die Tech­nik des Fre­qout ist in ei­nem schi­cken Ge­häu­se aus ge­bürs­te­tem Me­tall un­ter­ge­bracht. Sieht gut aus und macht ei­nen so­li­den Ein­druck. Ei­ne True-by­pas­sSchal­tung ist eben­falls an Bord – wie es sich für ein mo­der­nes Ef­fekt­pe­dal ge­hört. Um das Feed­back zu er­zeu­gen, gibt es zwei Mo­di, die mit ei­nem klei­nen Kipp­schal­ter an­ge­wählt wer­den kön­nen: Im Mo­men­ta­ry-mo­de ent­steht das Feed­back bei ge­drück­tem Schal­ter. Ist die­ser Mo­dus im Off-zu­stand, kann man das Pe­dal mit dem Tas­ter nor­mal ein- und aus­schal­ten und das Feed­back baut sich bei län­ger ge­hal­te­nen No­ten auf. Mit­hil­fe zwei­er Dreh­reg­ler las­sen sich die Stär­ke des Feed­backs und der Ein­satz­punkt ein­stel­len. Ein wei­te­rer Kipp­schal­ter kann das Ori­gi­nal­si­gnal kom­plett ab­schal­ten, man hört al­so nur den Feed­back-ef­fekt und nicht mehr den an­ge­schla­ge­nen Ton. Mit dem Dreh­reg­ler Ty­pe wählt man die Art des Feed­backs aus. Sie­ben ver­schie­de­ne ste­hen zur Ver­fü­gung: Sub er­zeugt ei­ne Rück­kopp­lung, die ei­ne Ok­ta­ve un­ter dem Ori­gi­nal­si­gnal liegt. 1st er­zeugt das Feed­back auf der­sel­ben Ton­hö­he, 2nd, 3rd und Fifth ei­ne, zwei oder drei Ok­ta­ven hö­her. Nat Low und Nat Hi schließ­lich pro­du­zie­ren un­ter­schied­li­che Rück­kopp­lun­gen des sel­ben Tons und sind so­mit am nächs­ten am na­tür­li­chen Feed­back dran.

schö­ner krach

Schon nach we­ni­gen ge­spiel­ten Tö­nen wird klar: Der Feed­back Crea­tor funk­tio­niert! Mit Gain auf 12, On­set auf 15 Uhr und dem Ty­pe-schal­ter auf Nat Low stel­len sich na­tür­lich klin­gen­de Feed­backs ein, die sehr nah an ei­nem re­al er­zeug­ten Feed­back dran sind. Der Ton klingt kurz re­gu­lär, kippt dann ins Feed­back um und schwillt laut­stär­ke­mä­ßig an. Le­dig­lich der Aus­klang ist nicht ganz so lang, wie bei ei­nem in ho­her Laut­stär­ke er­zeug­ten Feed­back und hängt von der ver­wen­de­ten Sai­te und der Ton­hö­he ab. Tie­fe Leer­sai­ten klin­gen län­ger als ho­he Tö­ne auf der E-sai­te. Der Cha­rak­ter des Feed­backs ist aber ab­so­lut über­zeu­gend und wirk­lich auf Knopf­druck ab­ruf­bar. Im Mo­men­ta­ry-mo­de kann man so nach Wunsch ei­ne No­te ins Feed­back um­kip­pen las­sen oh­ne sich um Amp-po­si­ti­on, Raum-akus­tik und Laut­stär­ke Ge­dan­ken ma­chen zu müs­sen. Auch in der Re­cor­ding-si­tua­ti­on ist das ein Se­gen. Mal ab­ge­se­hen von Feed­back-sym­pho­ni­en à la So­nic Youth oder The Mer­men, las­sen sich al­le gän­gi­gen Ein­satz-mög­lich­kei­ten von Feed­back stress­frei rea­li­sie­ren: Syn­thie-ar­ti­ge Dro­ne-no­tes oder ein lan­ger Ton am En­de des So­los, der in die Rück­kopp­lung um­kippt, sind im Null­kom­ma­nix auf ge­nom­men. Wäh­rend bei der Nat- Hi­und Nat-lo-po­si­ti­on noch ein Res­t­ri­si­ko bleibt, wel­cher Ton sich im Feed­back ein­stellt, kann man mit den Po­si­tio­nen 1st, 2nd, 3rd und Fifth ge­nau steu­ern, wel­che Ok­ta­ve zum Ori­gi­nal­ton das Feed­back er­zeugt. Auch die tie­fer­lie­gen­de Ok­ta­ve, die sich bei der Sub- Pos­ti­on ein­stellt, klingt span­nend. Row­land S. Ho­ward und die MXR Blub­ox las­sen grü­ßen ... Re­gelt man mit On­set den Ein­satz­punkt des Feed­backs nach un­ten, las­sen sich äu­ßerst ab­ge­fah­re­ne Klän­ge er­zeu­gen, die oft gar nicht mehr nach Gi­tar­re klin­gen, son­dern eher an tra­shi­ge Synth- oder ebow-sounds er­in­nern. Nimmt man dann noch das Ori­gi­nal-si­gnal aus der Sound­ket­te, kann man laut­ma­le­ri­sche Schwel­ler­sounds oder tie­fe Dro­nes pro­du­zie­ren, die Sound­track-at­mo­sphä­re ver­brei­ten. Schön ist, dass sich al­le Sounds in­tui­tiv und oh­ne gro­ße Re­gel­ar­beit ein­stel­len. Man hört so­fort, was bei ei­nem Ty­peWech­sel pas­siert und der Gain-und On­set Reg­ler sind im Re­gel­be­reich gut ab­ge­stimmt, so­dass man nach kur­zer Zeit wirk­lich krea­tiv mit dem Pe­dal spie­len kann.

re­sü­mee

Feed­back auf Knopf­druck funk­tio­niert! Das Fre­qout-pe­dal pro­du­ziert Feed­backs in di­ver­sen Schat­tie­run­gen und je­der Laut­stär­ke und bie­tet ei­ne Men­ge Mög­lich­kei­ten für den klang­for­schen­den Gi­tar­ris­ten. Vom klas­si­schen Hen­d­ri­x­Feed­back bis zu ab­ge­fah­re­nen Schwel­ler­Sounds ist al­les drin, was die Ex­pe­ri­men­tier­freu­de her gibt. Ab­so­lut in­spi­rie­rend! In­ter­net: di­gi­tech.com Preis (Uvp/street): € 211/179 n

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