Lick Of The Month! AC/DC: Hell Ain’t A Bad Place To Be

Gitarre & Bass - - Inhalt -

Der aus­tra­li­sche Riff-rock von AC/DC bie­tet ei­ne di­cke Aus­wahl an in­ter­es­san­ten Songs für die­se Work­shop-rei­he. Hier geht‘s um das ul­tra­ge­ra­de ,Hell Ain’t A Bad Place To Be‘ vom Al­bum ,Let The­re Be Rock‘ (1977). Die Num­mer zählt de­fi­ni­tiv zu den Fan-fa­vo­ri­ten und tauch­te auf den Li­ve-al­ben und fast al­len Li­ve-dvds der Band auf. Nach kra­chen­dem In­tro treibt der Song bei 129 bpm nach vor­ne. Be­stim­mend für das Stück ist das Stro­phen-riff, bei dem die lee­re A-sai­te mit den wech­seln­den No­ten

f# g und auf der D-sai­te an­ge­schla­gen wird. Das Riff wird mit dem Wech­sel G/A-A ab­ge­schlos­sen – mehr hier­zu im Work­shop ne­ben­an. Der pum­pen­de Ach­tel-puls ist be­kann­ter­ma­ßen cha­rak­te­ris­tisch für die Band, hier kommt er be­son­ders gut rü­ber. Sel­bi­ger ist auch beim So­lo-ein­stieg deut­lich zu spü­ren: Le­ad- Gi­tar­rist An­gus Young greift das Ach­tel- Feel auf und be­ginnt das So­lo le­dig­lich mit der ste­tig wie­der­hol­ten No­te a im 7. Bund der D-sai­te. Dies ist erst mal recht sim­pel, al­ler­dings ist die Phra­sie­rung sehr kraft­voll und mit viel Ener­gie ge­spielt. Das ge­schlän­gel­te Sym­bol zeigt an, dass die Sai­te durch­ge­hend mit Fin­ger-vi­bra­to ver­se­hen wird. So ent­steht durch die leicht va­ri­ie­ren­de Ton­hö­he schar­fe blue­si­ge Rei­bung. Letzt­end­lich kann man so et­was kaum 1:1 ko­pie­ren - bit­te un­be­dingt in die Ori­gi­nal­auf­nah­me rein­hö­ren. Und es gibt noch ei­ne Fein­heit, dies­mal rhyth­mi­scher Na­tur. Die Pfei­le über den No­ten­häl­sen zei­gen an, dass die ers­te Ach­tel und nach­fol­gend je­weils die drit­te Ach­tel­no­te be­tont wer­den - al­so nach dem Mus­ter be­tont-un­be­tont-un­be­tont. Da­durch kommt es zu ei­ner Ak­zent­ver­schie­bung auf die „Und“-be­to­nun­gen. Das kennt man aus zahl­rei­chen Rock-&-roll-klas­si­kern von Chuck Ber­ry, et­wa aus den In­tros von ,John­ny B. Goo­de‘ oder dem vor Kur­zem post­hum ver­öf­fent­lich­ten ,Big Boys‘.

Zu­rück zu Ber­rys Nach­fol­ger im Geis­te. An­gus zieht die­se Ach­telGe­schich­te bis zur Mit­te von Takt 2 durch. Das a klingt auf der Zähl­zeit 3 aus, an­schlie­ßend rutscht man mit dem Plek­trum auf der tie­fen E-, A- und D-sai­te in Rich­tung Steg hin­un­ter (pick scra­pe). In Takt 3 gibt‘s dann wie­der die Ach­tel, dies­mal je­weils zu­sätz­lich mit der lee­ren A-sai­te im Bass. Nach ei­ner kna­cki­gen Pau­se auf der 3, wer­den auf 3+ die No­ten im 5. Bund der D-, G- und B-sai­te gleich­zei­tig um et­wa ei­nen Vier­tel­ton ge­zo­gen. Das letz­te a auf der 4+ eilt hin­über zum hier nicht mehr no­tier­ten Takt 4. Mit den No­ten a, und dem ge­zo­ge­nen g, c und e be­wegt sich An­gus in der A-moll-pen­ta­to­nik. Es klang oben be­reits an: be­ein­dru­ckend ist hier letzt­lich die ver­meint­li­che Ein­fach­heit, die durch viel Spiel­ener­gie auf­ge­peppt wird. Die zeigt sich dann na­tür­lich im zwei­ten Takt im ag­gres­si­ven Pick Scra­pe. Wir­kungs­voll ist schließ­lich in Takt 3 die Pau­se und der nach­fol­gen­de Vier­tel­ton- Bend auf der un­be­ton­ten 3+. Un­ter www.gi­tar­re­b­ass.de/me­dia fin­det sich ein Vi­deo, in dem das Lick des Mo­nats noch­mal er­läu­tert wird, zu­dem gibt‘s hier auch ein Play­back. Die Ach­tel-idee kommt auf ,Let The­re Be Rock‘ auch in ,Bad Boy Boo­gie‘ vor und taucht dann wie­der im groß­ar­ti­gen ,Guns For Hi­re‘ (, Flick Of The Switch‘, 1983) auf. Al­so, kei­ne Angst vor Wie­der­ho­lun­gen und ein­fach mal den ei­ge­nen in­ne­ren Stark­strom lau­fen las­sen! Feed­back bit­te an red@gi­tar­re­b­ass.de oder in­fo@arndmu­el­ler.net. n

Seit über vier Jahr­zehn­ten im­mer der Na­se nach: An­gus Young

1977: Let The­re Be Rock in­cl. Hell Ain‘t A Bad Place To Be

arnd mül­ler

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