The Art Of Bass! Tre­a­su­re – Bru­no Mars

Gitarre & Bass - - Inhalt -

Das uni­ver­sel­le Ge­setz, dass al­les sich in ste­ti­ger Ve­rän­de­rung be­fin­det, kann man be­son­ders gut im Mu­sik-bu­si­ness be­ob­ach­ten. Frü­her gab es die LP, heu­te sind wir beim di­gi­ta­len Download. Teu­re Auf­nah­me­stu­di­os sind in­zwi­schen weit­ge­hend über­flüs­sig, denn vie­le Mu­si­ker be­sit­zen ein er­schwing­li­ches Ho­me­stu­dio, in dem pro­fes­sio­nel­le Auf­nah­men ge­nau­so mög­lich sind. Und auch die Ent­ste­hung von Songs hat sich ver­än­dert, denn wäh­rend frü­her die meis­ten Kom­po­si­tio­nen ent­we­der im stil­len Käm­mer­lein, oder im Band-pro­be­raum ent­stan­den sind, ist die­se Form bei vie­len grö­ße­ren Acts ei­ner fast schon in­dus­tri­el­len Pro­duk­ti­ons­form ge­wi­chen, in der vie­le Mu­si­ker und Pro­du- zen­ten an der Ent­ste­hung ei­nes Songs be­tei­ligt sind. Das „Pro­dukt“kann un­ter die­sen Um­stän­den schon mal et­was un­per­sön­li­cher aus­fal­len, den­noch kön­nen auch auf die­se Wei­se sehr gu­te Songs ent­ste­hen. So wie im Fall von ,Tre­a­su­re‘ von Bru­no Mars, zu fin­den auf dem 2012 ver­öf­fent­lich­ten Al­bum ,Un­or­tho­dox Ju­ke­box‘, ein Song, der 2013 im­mer­hin Platz 5 der Bill­board100-Charts er­reicht hat. Nicht we­ni­ger als vier Kom­po­nis­ten zeich­nen für die­sen Song ver­ant­wort­lich. Bei der Ein­fach­heit von ,Tre­a­su­re‘ fragt man sich zwar, war­um vier Leu­te da­für nö­tig wa­ren, aber das Er­geb­niss ist durch­aus hö­rens­wert. Ent­stan­den ist ein von ein­gän­gi­gen Me­lo­di­en ge­präg­ter, auf das We­sent­li­che kom­pri­mier­ter, trei­ben­der Pop­song im Old­school-style, und das We­sent­li­che Ele­ment die­ses Songs ist ne­ben der Stim­me ei­ne prä­gnan­te Bass­li­nie, ge­spielt mit ei­nem knar­zi­gen Fen­der Pre­ci­si­on Bass. Wer die­sen Bass ge­spielt hat – Nick Movs­hon, oder Mark Ron­son – weiß man al­ler­dings nicht mehr ge­nau; lei­der auch ei­ne Ne­ben­wir­kung die­ser Pro­duk­ti­ons­art. Zu un­se­rem Bei­spiel: Cha­rak­te­ris­tisch für die­se Bass­li­nie ist, ne­ben ih­rer Ein­fach­heit, der Mix aus Fin­ger- und Slap-style, wel­cher ei­ne gu­te Ko­or­di­na­ti­on der rech­ten Hand ver­langt. Nach ei­nem In­tro mit kurz ge­spiel­ten Ach­teln geht es so­fort mit der Sto­phe des

Songs los. Nur von ei­nem ein­fa­chen Beat mit Bass-drum, Sna­re und Gi­tar­re be­glei­tet, kommt so­fort die­ser Wech­sel von Fin­ge­rund Slap- Style, denn schon die zwei­te Ach­tel­no­te ist ge­poppt. So­wohl die 4, als auch die nächs­te 1 sind vor­ge­zo­ge­ne No­ten, was ei­nen gu­ten Vor­trieb be­wirkt. Im zwei­ten Takt kommt di­rekt der für die­sen Song so cha­rak­te­ris­ti­sche Dop­pel­popp auf die 1-und und die 2. Die näch- sten Ach­tel sind auf die 3 und 4 ge­spielt, was die Groo­ve-wel­le an die­ser Stel­le ver­lang­samt. Wei­ter geht es im drit­ten Takt mit der sel­ben rhyth­mi­schen Phra­se wie im ers­ten Takt, le­dig­lich über ei­ne an­de­re Har­mo­nie. Der vier­te Takt schließt über den mar­kan­ten Dop­pel­popp, ei­ner schnel­len Sech­zehn­tel­phra­se, wel­che wie­der­um Vor­trieb er­zeugt, und ei­ner brei­ten Vier­tel­no­te auf die 4, wel­che kurz für Ru­he vor der nächs­ten Wel­le sorgt. Die­se ein­fa­che, durch die ge­popp­ten No­ten aber sehr mar­kan­te Li­nie, wird so­wohl in der Stro­phe, als auch im Re­frain völ­lig oh­ne Schnör­kel ge­nau gleich ge­spielt. Le­dig­lich die Be­glei­tung der rest­li­chen In­stru­men­te wird im Re­frain et­was vol­ler. Der gan­ze Song ist al­so an die­ser ein­fa­chen, prä­gnan­ten Bass­li­nie auf­ge­hängt – und das macht sie zur Hit-bass­li­ne! Viel Spaß da­mit! n

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