Plat­ten­tipp des Mo­nats

In­gur­gi­ta­ting Ob­li­vi­on – Vi­si­on Wal­lows in Sym­pho­nies of Light

Gitarre & Bass - - Leser Post -

Zu mei­ner Scham muss ich ge­ste­hen, dass mir als Ber­li­ner (wenn auch im Exil) nicht be­wusst war, dass In­gur­gi­ta­ting Ob­li­vi­on Ber­lin ihr Zu­hau­se nen­nen. In Sa­chen tech­ni­scher und ex­pe­ri­men­tel­ler De­ath Me­tal hat­te die Haupt­stadt für mich ne­ben we­ni­gen Per­len wie De­fea­ted Sa­ni­ty (mit de­nen sich In­gur­gi­ta­ting Ob­li­vi­on nun Drum­mer Lil­le Gru­ber tei­len) oder Go­lem nicht wahn­sin­nig viel zu bie­ten. Doch ‚Vi­si­on Wal­lows in Sym­pho­nies of Light‘ soll­te das än­dern! Nach dem noch recht kom­pro­miss­lo­sen Ope­ner geht es mit ‚A Mo­te Con­sti­tu­tes What To Me Is Not All, And Eter­nal­ly All, Is Not­hing‘ (schö­ner Zun­gen­bre­cher) schon in ei­nen 23-mi­nü­ti­gen Mam­mut von ei­nem Song. Die lan­ge Spiel­zeit gibt dem Song viel Platz für Dy­na­mik und mu­si­ka­li­sche Viel­falt. Ein­ge­lei­tet wird der Song von ei­nem düs­te­ren und psy­che­de­lisch an­mu­ten­den Jam, der spä­ter mit bru­ta­len De­ath Me­tal Groo­ves und dis­so­nan­ten Gi­tar­ren über ra­san­ten Blast Beats das ge­sam­te Spek­trum des Al­bums auf den Hö­rer los­lässt. Das Kon­zept wird über die ge­sam­te Plat­te hin­weg auf­recht­er­hal­ten. Die bru­ta­le Na­tur von In­gur­gi­ta­ting Ob­li­vi­ons ex­pe­ri­men­tel­lem De­ath Me­tal wird durch psy­che­de­li­sche Jam-ele­men­te im­mer wie­der auf­ge­bro­chen. Be­son­ders her­vor­zu­he­ben ist in die­sen Mo­men­ten Lil­le Gru­bers jaz­zi­ges Drum­ming, das auch in aus­ufern­den Parts mit ver­spiel­ten De­tails für Be­geis­te­rung sorgt und die Span­nung hoch­hält. Mit ‚Vi­si­on Wal­lows in Sym­pho­nies of Light‘ ha­ben In­gur­gi­ta­ting Ob­li­vi­on ein sehr am­bi­tio­nier­tes Al­bum auf die De­ath-me­tal-sze­ne los­ge­las­sen. Für Fans von Bands wie Gor­guts, Ul­ce­ra­te oder auch Mor­bid An­gel soll­te die­ses Werk ein wah­res Ver­gnü­gen sein. Ge­duld und ei­ne Af­fi­ni­tät zum Ex­pe­ri­men­tel­len muss man al­ler­dings mit­brin­gen, da fast al­le Songs die 10-Mi­nu­ten-mar­ke – teils lo­cker – spren­gen. Be­lohnt wird man da­für mit ei­nem tech­nisch be­ein­dru­cken­den und un­ge­mein viel­fäl­ti­gen Ex­trem-me­tal-al­bum. Und die deut­sche Sze­ne braucht de­fi­ni­tiv mehr da­von!

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