Fra­mus FD-28N SRE, A-gi­tar­re

Fra­mus FD-28N SRE

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Gui­do Leh­mann FO­TOS Die­ter Stork

Das neue Mo­dell aus der Nash­ville-se­rie kann aber mit Si­cher­heit vie­les mehr be­die­nen, als nur die oben ge­nann­ten Stil­rich­tun­gen. Die­se Fra­mus ist ein Dre­ad­nought-mo­dell wie es klas­si­scher kaum sein könn­te, aber mit mo­der­nen Aspek­ten und ei­nem kla­ren Auf­trag: Ab auf die Büh­ne – egal ob nun in Nash­ville oder in Köln-nip­pes.

kon­struk­ti­on

Wir sind hier in der Preis­li­ga >1K un­ter­wegs, da sind na­tür­lich mas­si­ve Höl­zer bes­ter Qua­li­tät ge­for­dert. Und die wur­den auch ver­wen­det – Aa-sit­ka-fich­te für die De­cke und ost­in­di­scher Pa­li­san­der für Bo­den und Zar­gen. Die De­cke kommt in ei­nem cha­rak­ter­star­ken Vin­ta­ge Dark Sun­burst und ist mit ei­nem Pur­f­ling im Fisch­grä­ten­mus­ter (Her­ring­bo­ne) um­ran­det, was sich vom dunk­len De­cken­rand be­son­ders gut ab­hebt. Auch bei der Schall­loch­ro­set­te taucht die­ses klas­si­sche Mus­ter noch­mals auf. Die Kor­pus­rän­der, wie auch das Griff­brett und die Kopf­plat­te sind mit ei­nem el­fen­bein­far­be­nen Bin­ding ein­ge­fasst. Den Steg ken­nen wir so von Fra­mus. Er ist aus Eben­holz und die Flä­che, wo die Sai­ten­pins sit­zen ist ab­ge­flacht, um gut Druck (und so­mit Schwin­gungs­über­tra­gung) auf die Ste­gein­la­ge aus Tusq zu brin­gen. Der mat­tier­te Ma­ha­go­ni­hals ist am 14. Bund an­ge­setzt und prä­sen­tiert sich mit Pa­li­san­der­griff­brett, 21 ex­zel­lent po­lier­ten und ver­run­de­ten Bün­den, schlich­ten Dot-in­lays aus Mo­ther of Pe­arl und ei­ner Vo­lu­te im Mar­tin-style zur Ver­stär­kung des Über­gangs zur Kopf­plat­te. Die­se ist mit of­fe­nen ver­gol­de­ten Gro­ver-mecha­ni­ken (Ra­tio 18:1) be­stückt, wie man sie aus der Gol­den Era des Akus­tik-gi­tar­ren­baus kennt. Bei der On­board-elek­tro­nik stellt sich Fra­mus ein we­nig ge­gen den Trend. Wäh­rend die meis­ten Her­stel­ler in letz­ter Zeit im­mer mehr zu mög­lichst un­auf­fäl­li­gen Re­ge­l­ein­hei­ten ten­die­ren (z. B. im Schall­loch­rand) ha­ben wir hier ein rich­tig üp­pi­ges Zar­gen-cock­pit, das sich nicht zu ver­ste­cken ge­denkt. Der Fish­man Pre­fix Plus T Preamp bie­tet Reg­ler/fa­der für Vo­lu­me, Notch, Bass, Con­tour, Con­tour Freq., Treb­le und Bril­li­an­ce so­wie ei­nen Pha­se Tas­ter und ein Stimm­ge­rät.

pra­xis

Das Griff­brett bie­tet mit 45 mm Brei­te am Sat­tel gut Platz, das Hals­pro­fil liegt (ob­wohl ob­jek­tiv eher schlank) satt in der Hand – für den Spiel­kom­fort geht der Dau­men schon mal nach oben. Da­zu trägt auch er­heb­lich die per­fek­te Bun­die­rung bei. Was ich ja sehr schön fin­de: die FD28 hat kein Cu­ta­way. Das mag den ei­nen oder an­de­ren So­lo-aus­flug et­was aus­brem­sen, er­höht aber das Klang­vo­lu­men und ja, so muss ei­ne Acoustic eben aus­se­hen! Klang­lich er­freut uns die Fra­mus mit ei­nem un­ge­mein fri­schen Dre­ad­nough­tSound, der so viel Fül­le, Aus­ge­wo­gen­heit, Dy­na­mik und Attack bie­tet, wie man sich das von ei­ner gu­ten Steel­string wünscht. Sie ist ein tol­ler All­roun­der und wird mit un­wir­schem Strumming ge­nau so gut fer­tig wie mit Fin­ger­pi­cking oder Bott­len­eck-ein­satz. Auch elek­trisch ver­stärkt gibt es kei­ne bö­sen Über­ra­schun­gen. Mit dem Bril­li­an­ce-fa­der lässt sich der et­was har­te Pie­zo-sound für mehr Na­tür­lich­keit gut ab­mil­dern – und mit den bei­den Con­tourReg­lern kann man sehr de­tail­liert und punkt­ge­nau den Mit­ten­be­reich be­ar­bei­ten, was sonst bei E-acoustics oft eher kom­pro­miss­be­haf­tet ist. Su­per!

re­sü­mee

Ta­del­lo­se Fer­ti­gung, top La­ckie­rung, Bun­die­rung und Werks­ein­stel­lung ers­ter Gü­te – und sie sieht ein­fach gut aus. Klas­si­sche Op­tik und fri­sche Sounds er­ge­ben ein her­vor­ra­gen­des Ge­samt­bild.

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