Wreck VB 5 DC Wal­nut, E-bass

Wreck VB 5 DC Wal­nut Was der Kroa­te Da­ni­jel Ko­par als Vin­ta­ge Bass an­sieht, hat nichts mit den Fünf­zi­gern und Sech­zi­gern zu tun, aber mit ei­ner an­de­ren gol­de­nen Bass- Ära. Nun ist der Bass­boom der Eigh­ties und Ni­ne­ties auch schon ei­ni­ge Jahr­zehn­te her, so

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Dirk Groll FO­TOS Die­ter Stork

Ei­ne ge­wis­se Ähn­lich­keit mit dem be­tag­ten Fo­de­ra Mon­arch ist bei die­sem Mo­dell nicht zu leug­nen, da­für fal­len Kor­pu­s­um­riss und Ge­samt­kon­zept zu ein­deu­tig aus. Und zugleich ist das Cust­om­shop-in­stru­ment ein zeit­ge­mä­ßer Ver­tre­ter, schließ­lich hat­ten die No­bel­bass­bau­er in der da­ma­li­gen Zeit de­fi­niert, was heu­te noch als Hig­hend gilt.

ak­ku­rat ge­macht

Sicht­bar gu­te Klang­höl­zer kom­men zum Ein­satz, wo­bei der durch­ge­hen­de Hals aus drei Strei­fen Ahorn ge­baut ist, in der Mit­te mit lie­gen­den Jah­res­rin­gen, au­ßen ste­hend. Schma­le dunk­le Trenn­fur­nie­re he­ben die Drei­s­trei­fig­keit her­vor, als Griff­brett wird schö­ner Vo­ge­lau­genAhorn ver­wen­det. Die 24 Jum­bo­b­ün­de sind auf Hoch­glanz po­liert, und beim Nach­mes­sen fällt die ex­tral­an­ge 888mm-men­sur des Fünf­sai­ters auf. Leich­te Sump­fe­sche bil­det die Ba­sis der seit­lich an­ge­leim­ten Kor­pus­flü­gel und be­tont wild ge­zeich­ne­tes Wal­nut-holz die 5 mm star­ke De­cke, die wie­der­um mit ei­nem dun­kel kon­tras­tie­ren­den Trenn­fur­nier auf die Esche auf­ge­leimt wur­de. Da­ni­jel Ko­par lie­fert mit die­sem No­bel­bass sehr ak­ku­ra­te Ar­beit ab, und das geht bis in De­tails wie den sau­ber ein­ge­pass­ten E-fach-de­ckel aus Esche und die Po­tiknöp­fe aus Wal­nut. Zur frei­en Klan­gent­fal­tung wur­den die schö­nen Höl­zer nur hauch­dünn ver­sie­gelt. Zum stim­mi­gen Bild ge­hört ei­ne qua­li­ta­tiv ein­wand­freie Aus­stat­tung, die prä­zi­sen Tu­ner und der so­li­de Steg stam­men von Hip­shot, die Si­cher­heits-gurt­knöp­fe von Schal­ler. Bei den Ton­ab­neh­mern setzt der Kroa­te auf ein­hei­mi­sche Al­ni­co-vHum­bu­cker von Do­le­zal, de­ren Spu­lenKon­fi­gu­ra­ti­on an zwei Kipp­schal­tern um­schalt­bar ist. Auf­be­rei­tet wer­den de­ren Aus­gangs­si­gna­le schließ­lich von ei­ner Glo­cken­klang-elek­tro­nik, die im Ak­ti­vMo­dus ei­nen drei­ban­di­gen EQ für Bäs­se, Mit­ten und Hö­hen bie­tet, wo­bei der Hö­hen­reg­ler im Pas­siv-mo­dus zur klas­si­schen Ton­blen­de um­funk­tio­niert wird.

leicht ge­macht

Durch die Aus­wahl eher leich­ter, re­so­nan­ter Klang­höl­zer bringt der Fi­vestring trotz ex­tral­an­ger Men­sur le­dig­lich 4,1 kg auf die Waa­ge und hängt ent­spre­chend an­ge­nehm am Gurt. Zur all­ge­mei­nen Ent­spannt­heit trägt zu­dem die aus­ge­wo­ge­ne Ba­lan­ce bei, das fla­che Hals­pro­fil liegt gut in der Hand, die re­la­tiv er­wach­se­nen Sai­ten­ab­stän­de von 18 mm am Steg kom­men auch en­ga­gier­ter Spiel­wei­se ent­ge­gen. So­mit ist der VB 5 Dou­ble­cut nicht nur schön, son­dern auch ein

sehr ent­ge­gen­kom­men­der Bass, dem man sei­ne ver­län­ger­te Men­sur prak­tisch kaum an­merkt. Das gilt na­tür­lich nur fürs leicht­gän­gi­ge Hand­ling, denn im Ton fällt durch­aus die kraft­vol­le De­fi­niert­heit des Ex­tra­longs­ca­les auf. Klar und bö­se ar­bei­tet sich die H-sai­te tief in den Bass­kel­ler hin­ab, aber auch al­le üb­ri­gen Sai­ten ar­ti­ku­lie­ren ih­ren straf­fen Ton mit sou­ve­rä­ner Be­stimmt­heit. Im Elek­tro­klang hat man per Kipp­schal­ter die Wahl zwi­schen sat­tem, tie­fem Growl und run­der Kör­per­kraft oder kla­rem Klick und prä­zi­ser Aus­leuch­tung al­ler Fre­quenz­be­rei­che – ganz klar ist der Wreck- Fünf­sai­ter mit se­ri­ell ge­schal­te­ten Hum­bu­cker-spu­len ein saf­ti­ger Ro­cker, wäh­rend die Par­al­lel-va­ri­an­te für den uni­ver­sel­len of­fe­nen De­tail­ton zu­stän­dig ist. Kühl und neu­tral wirkt er aber auch in der trans­pa­ren­te­ren Ein­stel­lung nicht, denn die Al­ni­co-ton­ab­neh­mer brin­gen den ty­pi­schen Biss in die Prä­sen­zen, so­dass es dem Fi­vestring nie an cha­rak­ter­vol­ler Durch­set­zungs­kraft man­geln wird. Der ak­ti­ve Glo­cken­klan­gEQ bringt da­bei das Kunst­stück zu­we­ge, gleich­zei­tig fi­li­gran auf die De­tails ein­zu­ge­hen und den­noch auch sehr wir­kungs­star­ke Va­ria­tio­nen an­zu­bie­ten; vom wum­mer­frei auf­ge­pump­ten Tief­bas­sF­un­da­ment über ex­akt de­fi­nier­te Grow­lKon­trol­le bis zu sprit­zi­gen High­lights ar­bei­tet das Ag­gre­gat be­tont stim­mig mit den Grund-sounds des In­stru­ments zu­sam­men. So­gar be­tont mol­li­ge Vin­ta­ge- Sounds kann der Fünf­sai­ter glaub­haft rü­ber­brin­gen, denn die pas­si­ve Ton­blen­de fährt ent­schlos­sen die kla­ren Hoch­ton­an­tei­le run­ter, wo­bei der Ton des Ex­tra­longs­ca­les aber den­noch fest und kon­tu­ren­ge­nau bleibt.

re­sü­mee

In je­der Hin­sicht lie­fert der Wreck VB 5 DC ei­ne ein­drucks­vol­le Vor­stel­lung ab, ist ein schö­ner, kom­for­ta­bler Play­er und deckt klang­lich ein sehr wei­tes Feld von de­tail­kla­rem Hi­fi-klang über satt drü­cken­den Rock-growl bis hin zu mol­li­gen, aber kon­tu­ren­fes­ten Vin­ta­ge­sounds ab. Bei al­ler op­ti­schen Ähn­lich­keit ist der kroa­ti­sche Edel­bass kei­ne Fo­de­ra-ko­pie, son­dern be­stä­tigt mit sei­ner klang­li­chen Band­brei­te ei­nen ei­ge­nen An­spruch. Und schließ­lich hilft ja auch ein Blick auf den Preis bei der kla­ren Un­ter­schei­dung.

Das E-fach un­ter dem Eschen­holz­de­ckel ist rund­um mit ab­schir­men­der Kup­fer­fo­lie aus­ge­klei­det.

Bei den Do­le­zalTon­ab­neh­mern han­delt es sich um zwei­s­pu­li­ge Hum­bu­cker mit Al­ni­co-vS­tab­ma­gne­ten.

Beim drei­s­trei­fi­gen Hals ist der Ahorn-mit­tel­strei­fen mit lie­gen­den, die äu­ße­ren Strei­fen mit ste­hen­den Jah­res­rin­gen ver­ar­bei­tet.

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