Ne­un­a­ber Ico­no­clast, Spea­ker-sim-pe­dal

Ne­un­a­ber Ico­no­clast Statt ei­nes Trucks vol­ler Bo­xen ein knapp 12 cm brei­tes Pe­dal – das klingt be­quem und rü­cken­freund­lich! An­stel­le der zur­zeit po­pu­lä­ren Im­pul­se Re­s­pon­ses setzt Ne­un­a­ber auf ein in­di­vi­du­ell re­gel­ba­res Kon­zept aus di­gi­ta­len Fil­tern, die d

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Mar­tin Schmidt FO­TOS Die­ter Stork

Im matt­schwar­zen, kom­pak­ten Me­tall­ge­häu­se des Ico­no­clast fin­den sich zahl­rei­che tech­ni­sche Fea­tu­res. Vier Klin­ken­buch­sen er­mög­li­chen es, das Gi­tar­ren­si­gnal Mo­no und Ste­reo ins Pe­dal und wie­der her­aus zu schi­cken. Drei Reg­ler sor­gen für un­ter­schied­li­che Spea­k­er­ty­pen. Low re­gelt die Ca­bi­net-grö­ße von 1 12 bei Links­an­schlag bis zur 4 12 bei Rechts­an­schlag. Mid re­gelt die In­ter­ak­ti­on zwi­schen Ver­stär­ker-dam­ping und dem Laut­spre­cher. Man kann so zwi­schen ei­nem eher of­fe­nen Sound, der an ei­nen Com­bo er­in­nert und ei­ner dicht klin­gen­den, ge­schlos­se­nen Box wäh­len. High re­gelt den Hö­hen­an­teil des vir­tu­el­len Laut­spre­chers. Der ex­trem wirk­sa­me Reg­ler kann so­wohl Spit­zen des her­ein­kom­men­den Sounds dämp­fen als auch Bril­lan­zen hin­zu­fü­gen – von ei­nem leich­ten Glit­zern bis zu äu­ßerst ag­gres­si­ven, krat­zen­den Hö­hen. Nach die­sen drei Reg­lern steht ein Noi­se-ga­te zur Be­kämp­fung un­er­wünsch­ter Ne­ben­ge­räu­sche zur Ver­fü­gung und ein Kopf­hö­rer-an­schluss für ge­räusch­lo­ses Üben. Über ei­ne MI­NI-USBBuch­se kann man das Pe­dal an den Com­pu­ter an­schlie­ßen und mit der kos­ten­los er­hält­li­chen Ico­no­clast-soft­ware al­le Pa­ra­me­ter noch viel­fäl­ti­ger be­ar­bei­ten, Set­tings ab­spei­chern oder IRS von an­de­ren Her­stel­lern ana­ly­sie­ren und nach­bau­en. Der Ico­no­clast ist auf die Ver­wen­dung mit ei­nem Preamp oder Pe­dal-bo­ard aus­ge­legt. Will man ei­nen Röh­ren­ver­stär­ker mit­hil­fe der Spea­k­er­si­mu­la­ti­on auf­neh­men, be­nö­tigt man ei­ne Load­box, um den Amp nicht ab­rau­chen zu las­sen. Da so­wohl ei­ne Th­ru-buch­se für ei­nen Spea­ker/die Load­box als auch ein Xlr-aus­gang feh­len, muss man sich mit Xlr/klin­ken-ka­beln hel­fen und die Load­box zwi­schen Amp und Ico­no­clast schal­ten. Et­was um­ständ­lich, aber mach­bar.

sound & hand­ling

Nach­dem al­les ver­ka­belt ist, kann man ans Ge­stal­ten des vir­tu­el­len Bo­xenSounds ge­hen. Die Be­die­nung ist ein­fach und in­tui­tiv, man hört so­fort, was der je­wei­li­ge Reg­ler be­wirkt. Der Low-reg­ler bil­det gut die Cha­rak­te­ris­tik ver­schie­de­ner Bo­xen­ty­pen nach, von der klei­nen 1 12 bis zur gro­ßen 4 12. Mit dem Mi­dReg­ler lässt sich der Klang­cha­rak­ter von of­fen bis stär­ker kom­pri­miert ein­stel­len, Po­wer­chord-ach­tel be­kom­men so den nö­ti­gen Schub und clea­ne Parts den Raum zum At­men. Am ef­fek­tivs­ten ist der High-reg­ler, der vom leich­ten An- und Ab­sen­ken der Hö­hen bis zum völ­li­gen Über­be­to­nen al­les mög­lich macht. Fein­füh­li­ges Re­geln ist an­ge­sagt, denn ein Mil­li­me­ter nach links oder rechts zeigt schon deut­li­che Wir­kung. Mit et­was Ex­pe­ri­men­tie­ren und Kennt­nis, wie ver­schie­de­ne Bo­xen­ty­pen klin­gen, kommt man so schnell zu brauch­ba­ren Er­geb­nis­sen im auf­ge­nom­me­nen Track. Der Ico­no­clast re­agiert da­bei sen­si­bel auf die Art des Ein­gangs­si­gnals: Di­rekt aus dem Ef­fekt­board run­det er den Ton an­ge­nehm ab, so­dass man nur mit ei­nem vor­ge­schal­te­ten Ver­zer­rer schon vol­le Lead­sounds er­zeu­gen kann. Ist noch ein Amp im Spiel, senkt das Pe­dal den Bass­be­reich im Ver­gleich zu Im­pul­se-re­s­pon­ses et­was ab, was man auch mit viel nach­re­geln nicht ganz aus­glei­chen kann. Da klin­gen Soft­ware­lö­sun­gen wie z:b. ein Red­wirez Mix2 mit Own­ham­mer IRS noch ei­ne Spur rea­lis­ti­scher und druck­vol­ler. Auch das ver­wen­de­te Gain hat ei­nen gro­ßen Ein­fluss dar­auf, wie der Ico­no­clast re­agiert. Mit­tel bis stark ver­zerr­te Klän­ge wir­ken über­zeu­gen­der als Clea­nund leich­te Crunch-sounds, die et­was be­deckt wir­ken und ein Nach-

re­sü­mee

jus­tie­ren mit­hil­fe des High- Reg­lers er­for­dern. Äu­ßerst nütz­lich ist das gut funk­tio­nie­ren­de Noi­se Ga­te, das so­wohl Hi-gain-rau­schen als auch Brum­men in Spiel­pau­sen wir­kungs­voll und trotz­dem mu­si­ka­lisch un­ter­drückt. Selbst in hö­he­ren Set­tings wird der Ton nicht ab­ge­schnit­ten. Eben­falls über­zeu­gen kann der Kopf­hö­rer-aus­gang, der laut­lo­ses Üben mit­hil­fe ei­nes Pe­dal­boards er­mög­licht und die­sem ei­nen an­ge­neh­men, rea­lis­ti­schen Spea­k­er­sound ver­leiht. Mit leicht ver­ständ­li­chen, in­di­vi­du­el­len Re­gel­mög­lich­kei­ten bie­tet das Ico­no­clast-pe­dal ei­ne kom­pak­te, ein­fa­che Lö­sung für ver­läss­li­che Li­ves­ounds, Pro­ben oh­ne Amp und schnel­les Re­cor­ding oh­ne Mi­kro­fo­nie­ren. Mit we­ni­gen Hand­grif­fen las­sen sich die cha­rak­te­ris­ti­schen Ei­gen­schaf­ten ver­schie­de­ner Laut­spre­cher nach­bil­den und man kommt schnell zu brauch­ba­ren Soun­d­er­geb­nis­sen. Die klin­gen nicht ganz so rea­lis­tisch und viel­fäl­tig wie gut er­stell­te Im­pul­se Re­s­pon­ses, las­sen sich da­für aber oh­ne Com­pu­ter­und Soft­ware-pro­ble­me mo­bil ein­set­zen – im Pro­be­raum, auf der Büh­ne, im Stu­dio und mit­hil­fe des Kopf­hö­rer-aus­gangs als Übe-amp im Wohn­zim­mer. In­ter­net: www.ne­un­a­ber.net Preis (Street): €289

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