Phil Jo­nes Ear-box, Bass-mi­ni-amp

Phil Jo­nes Ear-box Wer tight spie­len will, muss gut hö­ren – was im Klang­ge­tüm­mel auf der Büh­ne nicht im­mer ein­fach ist. Phil Jo­nes hat da­für ei­ne ver­blüf­fen­de Lö­sung er­dacht.

Gitarre & Bass - - Inhalt - TEXT Dirk Groll

Hör­bar­keits- Pro­ble­me lie­gen im Grun­de meist nicht an der Leis­tungs­fä­hig­keit der Bas­s­an­la­ge, son­dern viel mehr an der Aus­rich­tung der Laut­spre­cher. Durch die Bei­ne ge­bla­sen, kommt vom ex­pli­zi­ten Bass­ton näm­lich nicht al­les bei den Oh­ren an, au­ßer­dem spielt oft ei­ne un­güns­ti­ge Raum­akus­tik mit. Um die­sen Pro­ble­men zu be­geg­nen, will Phil Jo­nes ei­ne zu­sätz­li­che Box mög­lichst na­he ans Ge­hör brin­gen. Da­mit das pro­blem­los mög­lich ist, be­sitzt die Ear-box gera­de mal die Ab­mes­sun­gen ei­nes ge­ho­be­nen Ef­fekt­pe­dals und kann mit dem un­ten ein­ge­las­se­nen Ge­win­de­flansch ein­fach auf ei­nen Mi­kro­fon­stän­der mon­tiert wer­den. Na­tür­lich kön­nen die bei­den ein­ge­bau­ten 2,5"- Spea­ker kein voll­um­fäng­li­ches Bass-mo­ni­to­ring an­bie­ten, aber im­mer­hin ge­wis­se Mit­ten­an­tei­le und den bril­lan­ten Klick wir­kungs­voll na­he­brin­gen. Tie­fe Fre­quen­zen un­ter­halb von 250 Hz wer­den des­halb von vorn­her­ein ab­ge­schnit­ten, nach oben hin reicht die Wie­der­ga­be bis 20 khz hin­auf. Durch die ein­ge­bau­te Fre­quen­zwei­che be­sitzt die Ear-box auch ein in­ter­es­san­tes Im­pe­danz-ver­hal­ten, wel­ches zu­dem noch den zu­sätz­li­chen An­schluss des Böx­chens an die vor­han­de­ne Bas­s­an­la­ge un­kom­pli­ziert macht: In den Tie­fen be­trägt der An­schluss­wert bis zu 1000 Ohm, bei 5 khz geht er auf 24 Ohm hin­ab – ist in al­len Fre­quenz­be­rei­chen al­so hoch ge­nug, da­mit der Ver­stär­ker von die­ser Zu­satz­last „nichts merkt“und kei­nes­falls über­las­tet wird. Das klei­ne, ge­schlos­se­ne Holz­ge­häu­se be­sitzt ein Brut­to­vo­lu­men von knapp 2 Li­tern und ist mit kratz­fes­tem Struk­tur­lack ver­se­hen, das Ge­wicht be­trägt 1,09 kg. Auf der Un­ter­sei­te sitzt ne­ben dem Mi­kro­fon­sta­tiv-ge­win­de ei­ne Neu­tri­kAn­schluss­buch­se, die Spea­k­er­front wird durch ein Me­tall­git­ter ge­schützt. Im Pra­xis­test funk­tio­niert die Idee der klang­li­chen Nah­feld­un­ter­stüt­zung im Prin­zip schon, auf sub­ti­le Wei­se prä­zi­siert die Ear-box tat­säch­lich den Klang­ein­druck, oh­ne als ei­ge­ne Schall­quel­le auf­dring­lich zu wir­ken. Doch gera­de Letz­te­res ist in Ver­bin­dung mit wir­kungs­grad­star­ken Haupt-laut­spre­chern auch ein Man­ko, weil die Klein­box dann schlicht und ein­fach über­tönt wird, selbst bei ohr­na­her Auf­stel­lung. Per­fekt wä­re da­her ei­ne ak­ti­ve Lö­sung mit ei­ge­ner End­stu­fe, so­dass die Ear-box aus ei­ge­ner Kraft die not­wen­di­gen Pe­gel­re­ser­ven auf­brin­gen könn­te. Doch die Idee ist prin­zi­pi­ell gut und könn­te mit mehr Saft tat­säch­lich ei­ne Zu­kunft ha­ben. n

PLUS

Idee kei­ne Zu­satz­be­las­tung der End­stu­fe Ver­ar­bei­tung Mon­ta­ge auf Mi­kro­fon­sta­tiv

MI­NUS

kei­ne Pe­gel­re­ser­ve/ Ein­stell­bar­keit

FO­TOS Die­ter Stork

Un­ten sitzt der Spea­konAn­schluss und das Mon­ta­ge­ge­win­de für ein Mi­kro­fon­sta­tiv.

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