HÖLLENHUND Engl Mar­ty Fried­man In­fer­no Si­gna­tu­re

Engl baut ei­nen Si­gna­tu­reAmp für Mar­ty Fried­man! Ei­ner der ganz Gro­ßen der Sze­ne geht ins Te­am­work mit ei­nem deut­schen Ver­stär­ker­her­stel­ler, so was, wo ihm doch in Ami­land bei den Bou­tique- Buil­dern al­le Tü­ren of­fen ste­hen dürf­ten. Die Engls sind be­stimmt

Gitarre & Bass - - News -

Ganz so über­ra­schend bzw. un­ver­mu­tet wie es sich oben vi­el­leicht liest, ist der Re­lease des Fried­man-si­gna­tu­re-mo­dells nicht. In­si­der, die ver­fol­gen, was bei Engl vor sich geht, wis­sen es, Mar­ty ist schon seit Lan­gem ein Fan der Mar­ke. Vor et­wa zehn Jah­ren ent­deck­te er zu­nächst den Po­wer­ball für sich, bald dar­auf wech­sel­te er zum Ste­ve-mor­se-topteil – das ist auch lus­tig, nicht wahr, ein Hard Rock-/me­talHeld fin­det Ge­fal­len an dem eher mo­de­ra­ten denn ex­tre­men Amp ei­nes sti­lis­tisch doch deut­lich an­ders ori­en­tier­ten Kol­le­gen. Es ist al­ler­dings ver­brieft, dass Mar­ty al­lei­ne dem Chan­nel-3 zu­ge­tan ist/war und den ex­klu­siv be­nutz­te. Tja, und ir­gend­wie und ir­gend­wann ka­men er und Engl dann mit­ein­an­der mal wie­der ins Ge­spräch und die Idee ei­nes ei­ge­nen Si­gna­tu­re-amps zün­de­te. Ein schö­ner wei­cher bril­lan­ter Cle­an-ka­nal stand auf der Wun­sch­lis­te und – klar – ei­ne Ste­veMor­se-ch3-le­ad-sek­ti­on, mit mehr Gain und auch klang­lich et­was auf­po­liert.

no non­sen­se

Das Kon­zept des Mar­tin-fried­man-topteils kann man als bo­den­stän­dig mo­dern be­zeich­nen. Zu­min­dest im Ver­hält­nis zu

212° fah­ren­heit

Das ist über­ra­schend, ich hät­te es so nicht er­war­tet. Der Chan­nel-1 ent­spricht im Cle­an-mo­dus so gar nicht dem, was man als Kli­schee im Me­tal-be­reich er­war­tet. An­stel­le von en­er­gi­scher, be­tont dy­na­mi­scher, for­dern­der Klang­for­mung steht ein fast schon wei­cher Cha­rak­ter. Sat­tes Vo­lu­men im Bass? Von we­gen, auch in der Hin­sicht macht der In­fer­no nicht den wil­den Mann. Soll sa­gen, die tie­fen Fre­quen­zen wer­den kräf­tig, wohl­do­siert dar­ge­stellt, aber eben nicht be­tont. Prä­gend für den Ton ist ei­ner­seits ei­ne mar­kan­te Über­hö­hung des Fre­quenz­ban­des in den obe­ren Mit­ten, die den Attack her­aus­stellt, oh­ne dass er auf­dring­lich wird, zwei­tens do­mi­niert ei­ne be­son­de­re Fri­sche und Trans­pa­renz – man fühlt sich ja fast an den gu­ten al­ten AC30 er­in­nert. Re­sul­tat des­sen ist, dass z. B. die Sai­te E6 und A5 so le­ben­dig und prä­sent „vi­brie­ren“wie Bass­tö­ne ei­nes Flü­gels (ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ges In­stru­ment na­tür­lich vor­aus­ge­setzt). Ei­ne Si­tua­ti­on, in der der „Hi­fi-cha­rak­ter“des cle­an ein­ge­stell­ten Chan­nel höchst vor­teil­haft zur Gel­tung kommt, ist das Re­cor­ding. Oh­ne zeit­rau­ben­des Mi­kro­fon-hin­und­her­ge­rü­cke steht der Sound so­fort klar kon­tu­riert in der Ab­hö­re. Ein Ge­dicht. Die klang­li­che Va­ria­bi­li­tät hält sich in­des in Gren­zen. Die Drei­band­klan­g­re­ge­lung zeigt or­dent­lich Wir­kung, ist aber nicht in der La­ge für in­ten­siv un­ter­schied­li­che Sound-far­ben zu sor­gen. Doch das ge­lingt dem Chan­nel-1 auf ei­ner an­de­ren Ebe­ne. Er glei­tet mit stei­gen­dem Gain sanft in Over­dri­ve hin­ein. Sehr or­ga­nisch. Au­ßer­dem re­agiert er mir sei­nen fein zi­se­lier­ten Ver­zer­run­gen sen­si­bel auf den Spie­ler. In­ter­mo­du­la­tio­nen in den Bäs­sen (un­ter­schwel­lig grum­meln­de In­ter­fe­ren­zen) sind un­ver­kenn­bar vor­han­den, blei­ben im Prin­zip aber de­zent. Nicht zu­letzt des­we­gen wir­ken die Ver­zer­run­gen, die dank Gain-boost und To­ne ganz schön in­ten­siv sein kön­nen, bei Ak­kor­den im Hör­ein­druck an­ge­nehm har­mo­nisch. Leu­te, das ist wahr­lich nicht ein er­klär­ter Me­tal-chan­nel. Mit dem macht auch Blues höl­lisch Spaß ;-), oder An­ge­zerr­tes im Sou­thern- oder Re­tro-rock u. ä. Noch ein wich­ti­ger Hin­weis in die­sem Zu­sam­men­hang: Wie vor­der­grün­dig die In­ter­mo­du­la­tio­nen wer­den, hängt, nach den hier ge­won­ne­nen Tes­t­er­geb­nis­sen, sehr von den ver­wen­de­ten Laut­spre­chern ab. Der Vin­ta­ge 30 för­der­te die­se Klang­ei­gen­heit in­ten­siv, wäh­rend der G12h-anniversary (bei­de von Ce­les­ti­on) da­von nur ganz we­nig auf­zeig­te.

oben her­um. Was ja auch un­be­streit­ba­re Vor­tei­le hat, ho­he Durch­set­zungs­fä­hig­keit und ver­schärf­te Be­to­nung der Ober­wel­len. Soll­te man kei­ne Angst vor ha­ben, im Play­back und Band Kon­text ver­spielt sich ei­ni­ges da­von – was bleibt, un­ter­stützt die Ar­ti­ku­la­ti­on. ( Oder ich sag mal an­ders­her­um: Lie­ber mehr als ge­nug Hö­hen an­bie­ten, als zu ver­su­chen, am Misch­pult wel­che rein­zu­dre­hen, die gar nicht da sind). Im Zu­sam­men­spiel mit den bei­den Sound-schal­tern und un­ter­schied­li­chen Gain-ein­stel­lun­gen er­reicht die Klan­g­re­ge­lung ei­ne er­freu­lich brei­te Pa­let­te an Sound-schat­tie­run­gen. Es ist of­fen­sicht­lich, dass die Per­for­mance des Chan­nel-2 vir­tuo­se High­tech- Spiel­tech­ni­ken un­ter­stützt. Schnell spie­len mit Hammer-ons, Pull-offs, Ar­peg­gi­en, Tap­ping … das ist ge­nau sein Ding. Ich hat­te so­gar ein ums an­de­re Mal den Ein­druck, dass mir ei­ni­ges leich­ter von der Hand geht als ge­wohnt. Je­den­falls braucht man um den Ton nicht zu kämp­fen. Fast wie von selbst bin­det er No­ten zum Le­ga­to zu­sam­men. Ist das cool?! Kei­ne Sor­ge üb­ri­gens we­gen der (un­ver­meid­li­chen) Ne­ben­ge­räu­sche. Das Noi­se-ga­te macht de­nen zu­ver­läs­sig den Gar­aus. Sehr ef­fi­zi­ent, zu­mal es pra­xis­ge­recht schnell an­spricht. Als ab­so­lut sou­ve­rän er­weist sich die Funk­ti­on des FX We­ges. Na ja, was soll man sich wun­dern, Engl war ja ei­ner der ers­ten Her­stel­ler über­haupt, die die­ses Funk­ti­ons­ele­ment per­fek­tio­niert ha­ben. Dry/fx-mix re­gel­bar, se­ri­ell oder stufenlos par­al­lel, der Ar­beits­pe­gel nied­rig, kor­rek­te Im­pe­dan­zen im Send und Re­turn, da­hin­ter im Si­gnal­weg die Mas­ter-vo­lu­mes, so macht man das. Zur Be­loh­nung wird glas­kla­re und neu­tra­le Si­gnal­qua­li­tät ge­bo­ten. Wenn man hier Ver­lus­te er­lebt, liegt es am ex­ter­nen Ge­rät, nicht

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