55 Jah­re Rock’n’roll

Gitarre & Bass - - Leser Post -

In den frü­hen Six­ties gal­ten Dick Tay­lor und Phil May als die ge­fähr­li­che Va­ri­an­te der Rol­ling Sto­nes und konn­ten mit Singles wie ,Ro­sa­lyn‘ vor­de­re Plät­ze in den bri­ti­schen Charts be­le­gen. Ihr dre­cki­ger R&B mit Sli­de-gi­tar­ren und Mund­har­mo­ni­ka reih­te sich naht­los in den Sound von Zeit­ge­nos­sen wie den Rol­ling Sto­nes, Small Faces und Yard­birds ein. Tay­lor selbst war kurz Bas­sist der Rol­ling Sto­nes ge­we­sen, be­vor er wie­der zur Gi­tar­re zu­rück­fand. Nach den er­folg­rei­chen ers­ten

Re­vue­ar­ti­ge Grea­test- Hits- Auf­füh­run­gen mit Blä­sern und Back­ground- Chö­ren wie sie Kol­le­gen wie The Who oder die Sto­nes prak­ti­zie­ren, sind nicht das Ding der 1963 ge­grün­de­ten Band um Gi­tar­rist Dick Tay­lor und Sän­ger Phil May. Nach über 50 Jah­ren Band- Ge­schich­te spie­len sie ih­re Mi­schung aus R& B, Psy­che­de­lia und Rock noch im­mer in klei­nen Clubs mit Sicht­kon­takt zur ers­ten Pu­bli­kums­rei­he und schrei­ben wei­ter­hin neue Songs – nach­zu­hö­ren auf dem ak­tu­el­len Al­bum , The Sweet Pretty Things‘.

an­hal­ten­den kom­mer­zi­el­len Er­folg zu er­zie­len und die Pretty Things lös­ten sich 1976 auf. En­de der 70er kam es zur ers­ten Reuni­on. Nach der New-wa­ve-ar­ti­gen Plat­te ,Cross Talk‘ kon­zen­trier­ten sich May und Tay­lor in den 90er-jah­ren auf blue­si­ge­re Sounds und Club­tou­ren. Nach dem krank­heits- und al­ters­be­ding­ten Aus­schei­den der Ori­gi­nal­mit­glie­der Skip Alan, Wal­ly Wal­ler und Jon Po­vey sind Tay­lor und May seit 2007 mit ei­ner jun­gen Rhyth­mus­grup­pe un­ter­wegs. Ge­or­ge Woo­sey und Jack Gre­en­wood sind bei­de 26 und trei­ben die äl­te­ren Her­ren im vor­de­ren Büh­nen­be­reich hör­bar an, was die Pretty Things trotz grau­er Haa­re auch 2017 noch so dy­na­misch klin­gen lässt wie in den Six­ties.

in­ter­view

The Pretty Things sind un­ter Six­tiesEx­per­ten an­ge­se­hen, aber dem nor­ma­len Pu­bli­kum oft nicht ge­läu­fig. Bist du heu­te zu­frie­den mit dem Er­folg dei­ner Band? Ich den­ke, die Tat­sa­che, dass wir nie auf ei­nem Le­vel mit z. B. The Who wa­ren, zahlt sich heu­te für uns aus. Wir kön­nen im­mer noch viel ar­bei­ten und be­sit­zen ein en­thu­si­as­ti­sches Pu­bli­kum. Klar ha­ben wir kei­ne Rie­sen- Gigs, aber da­für di­rek­ten Kon­takt zum Pu­bli­kum, was Bands wie die Rol­ling Sto­nes nicht mehr ha­ben. Wir kön­nen im­mer noch krea­tiv sein und müs­sen kei­ne Rie­sen-show ab­zie­hen. Weißt du nach so lan­ger Zeit noch wie du an­ge­fan­gen hast zu spie­len? Als Rock’n‘roll auf­kam, ha­ben sich mei­ne Freun­de Plas­tik-uku­le­len ge­kauft und ich ha­be ver­sucht dar­auf zu spie­len. Mein Groß­va­ter spiel­te sehr vie­le In­stru­men­te wie Man­do­li­ne, Gi­tar­re, Gei­ge und Kla­vier und das hat mich in­spi­riert. Mit 13 be­kam ich ei­ne Gi­tar­re zu Weih­nach­ten und ha­be von Plat­ten ge­lernt. Wer wa­ren denn dei­ne Gi­tar­ren-hel­den? Leu­te wie Big Bill Broon­zy, die ich im Fern­se­hen ge­se­hen hat­te. Vor­her ha­be ich viel Scot­ty Moo­re und Bo Didd­ley ge­hört. Ich moch­te auch Jazz-gi­tar­ris­ten als ich jung war, aber ich dach­te: das kriegst du nie hin und ich hat­te Recht! (lacht) Hat sich dein Spiel über die Jah­re sehr ver­än­dert oder hast du dei­nen Stil schnell ge­fun­den? Um ehr­lich zu sein, war mein Stil schnell klar de­fi­niert. Vor­her ha­be ich ja mit Mick Jag­ger und Keith Richards ge­spielt und Keith und ich ha­ben uns ge­gen­sei­tig Sa­chen wie Chuck-ber­ry-licks bei­ge­bracht. Die Pretty Things hat­ten schnell Er­folg und ich ha­be mich in die­sem Stil

zu teu­er und hat­te ei­ne freund­li­che At­mo­sphä­re. Wir ha­ben den Groß­teil live ein­ge­spielt, auf 2"-Tape oh­ne di­gi­ta­les Back­up. Was bringt denn eu­re jun­ge Rhyth­mus­grup­pe in die Band?

equip­ment

Be­nutzt du noch dei­ne Gi­tar­ren aus den An­fangs­ta­gen der Band? Nein. Ich spie­le ei­ne Hut­chence aus Chi­na, die ei­ner al­ten Har­mo­ny nach­emp­fun­den ist. Sie ist sie­ben Jah­re alt. Ich lie­be sie! Dann ha­be ich noch ei­ne Höf­ner Ve­ry­thin, die ei­nen sehr ag­gres­si­ven Sound hat. Ein Freund aus Deutsch­land hat mir ei­nen De­al mit ih­nen ver­schafft. Mei­ne Akus­tik- Gi­tar­re ge­hört ei­gent­lich mei­ner Frau. Ich sa­ge im­mer, dass ich sie nur des­we­gen ge­hei­ra­tet ha­be. (lacht) Es ist ei­ne Gram­mer, die viel von Coun­try&wes­tern-mu­si­kern ge­spielt wur­de. Wir ha­ben her­aus­ge­fun-

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