VON MANTAR

GEAR-TALK MIT HAN­NO KLÄNHARDT

Gitarre & Bass - - Leser Post - IN­TER­VIEW: CHRIS­TI­AN BRAUN­SCHMIDT FO­TOS: MARKUS FE­LIX ( CC), S. BOLLMANN ( CC), MANTAR, HAN­NO KLÄNHARDT, YOUTUBE

Mit ei­ner kur­zen Ver­zö­ge­rung star­tet un­se­re Sky­pe-kon­fe­renz und in die Ka­me­ra blickt ein gut ge­laun­ter, völ­lig ent­spann­ter Han­no, der sich auf der Veran­da sei­nes Hau­ses die Son­ne auf den Pelz schei­nen lässt. Der Gi­tar­rist und Sän­ger von Mantar ist in die USA, ge­nau­er ge­sagt nach Flo­ri­da, aus­ge­wan­dert, wo zum Zeit­punkt un­se­res Ge­sprächs der Jahr­hun­dert-sturm ,Ir­ma‘ für mas­si­ve Ver­wüs­tung ge­sorgt hat. Nicht, dass das mei­nen Ge­sprächs­part­ner auch nur im Ent­fern­tes­ten stö­ren wür­de – Han­no scheint nur sehr we­nig aus der Ru­he brin­gen zu kön­nen.

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Vie­le fra­gen sich si­cher, wie ihr zu eu­rer Be­set­zung ge­kom­men seid. War­um seid ihr „nur“ein Duo? Das lässt sich ei­gent­lich ganz ein­fach be­ant­wor­ten: Als un­ser Schlag­zeu­ger Erinç Sa­ka­rya und ich an­fin­gen, woll­te schlicht­weg kei­ner mit­ma­chen. Wir frag­ten in un­se­rem Freun­des­kreis her­um, aber es hat­te ein­fach kei­ner Bock dar­auf. Erinç und ich ken­nen uns schon seit Ewig­kei­ten, ich glau­be seit ich 15 bin. Wir ha­ben im­mer mal wie­der zu­sam­men ge­jammt, aber nie et­was Rich­ti­ges ge­star­tet. Vor ein paar Jah­ren ha­ben wir dann be­schlos­sen, es mal ernst­haft an­zu­ge­hen und schnell ge­merkt, dass wir zu zweit gut funk­tio­nie­ren, bzw. ich mit ei­ner Gi­tar­re ge­nug Lärm ma­chen kann. Ei­gent­lich soll­te die Mu­sik noch viel aso­zia­ler wer­den. Dass es dann doch so Song-ori­en­tiert ge­wor­den ist, liegt viel­leicht an Erinç, der eher ei­nen Rock´n´roll-back­ground hat. Ich woll­te ei­gent­lich al­les viel lang­sa­mer ma­chen – im Grun­de ei­gent­lich nur Noi­seWän­de. Ich ha­be aber auch ei­nen echt kran­ken Mu­sik­ge­schmack: Von 90erJah­re-syn­thie-black-me­tal bis hin zu su­per har­tem Po­wer­vio­lence. Ir­gend­wie sind wir dann aber doch in klas­si­sche Song­struk­tu­ren ver­fal­len. Als ich das ers­te Mal eu­re ,De­ath by Burning‘-plat­te ge­hört ha­be, war mir gar nicht klar, dass ihr ein Duo seid. Lo­wend habt ihr ja reich­lich. Ja, das stimmt und das ist mir auch to­tal wich­tig. Für mich sind die­se tie­fen Fre­quen­zen ei­gent­lich die schöns­ten, da­her war von An­fang an klar, dass ich über Bass­ver­stär­ker spie­len wer­de. Wo­mit die Bäs­se er­zeugt wer­den, ist für mich je­doch völ­lig se­kun­där – das hät­te auch ein Syn­the­si­zer statt ei­ner Gi­tar­re sein kön­nen.

Auf der un­te­ren Eta­ge des HauptEf­fekt­boards sind Swit­cher, Buf­fer und Strom­ver­sor­gun­gen un­ter­ge­bracht. Frü­her ha­be ich da­für im­mer den al­ten OR120 ver­wen­det, den spie­le ich aber nicht mehr. Der Amp klang wahn­sin­nig gut, hat­te un­end­lich viel clea­nen He­adroom und war bru­tal laut ... rich­tig geil. Dann muss­ten ir­gend­wann neue Röh­ren rein und seit­dem klingt er nicht mehr so wie vor­her – ir­gend­wie kom­pri­miert er schon sehr früh. Heu­te be­nut­ze ich ei­gent­lich nur noch Pa-end­stu­fen, Weil ich fast im­mer zwei Am­peg-8x10er spie­le und die zu­sam­men 2 Ohm ha­ben – das kön­nen vie­le Bass-ver­stär­ker nicht mehr. Was na­tür­lich im­mer geht, ist der klas­si­sche Am­peg SVT. Aber das Bass-si­gnal läuft so­wie­so nur über ei­ne DI-BOX zum FOHMi­scher. Die Bo­xen auf der Büh­ne sind für mich al­so nur ein bes­se­rer Mo­ni­tor. Die Laut­stär­ke auf der Büh­ne ist bei uns wirk­lich aso­zi­al hoch, Erinç ist ein bru­ta­ler Drum­mer. Für mich ist die Laut­stär­ke wirk­lich su­per wich­tig. Wenn das in ei­nem Club nicht mög­lich ist, kön­nen wir nicht spie­len. Gibt es auf dei­nem Pe­dal­board un­ver­zicht­ba­re Tre­ter für ei­ne Mant­arShow? Na ja, am wich­tigs­ten ist auf je­den Fall, dass ich über drei Amps spie­len kann. Ich brau­che al­so im­mer min­des­tens ei­nen gu­ten Split­ter. Und da gibt es nur ei­ne Op­ti­on, und die heißt Leh­le. Al­les was bei uns mit Schalt­we­gen und Rou­ting zu tun hat, kommt von de­nen und ich ha­be noch nie

drü­ber, aber im Gro­ßen und Gan­zen pas­siert nicht viel mit Over­dubs. Viel­leicht mal ei­ne zu­sätz­li­che Har­mo­nie, um ei­nen Ak­kord et­was bes­ser her­aus­zu­ar­bei­ten oder mal ei­ne Black-me­tal-me­lo­die, aber im­mer so we­nig wie mög­lich. Im End­ef­fekt hört man im Stu­dio im­mer das glei­che Se­t­up, das wir auch live be­nut­zen, al­so die bei­den Gi­tar­ren-amps und die Bass-an­la­ge. Ich ar­bei­te im Stu­dio sehr viel mit un­ter­schied­li­chen Mi­kro­fo­nen und dem Raum­klang. Das kön­nen schon mal zehn un­ter­schied­li­che Si­gna­le sein.

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