DUO BANDS

SPE­CIAL THE WHI­TE STRI­PES, THE BLACK KEYS & CO.

Gitarre & Bass - - Leser Post -

Ji­mi Hen­d­rix, die Beat­les und die Rol­ling Sto­nes ha­ben es ge­schrie­ben. Das Ge­setz, das die Be­set­zun­gen klas­si­scher Rock­bands ein für al­le Mal fest­le­gen soll­te. Aber kann man nicht auch zu zweit schon ge­wal­tig Lärm ma­chen? Bis in die frü­hen 60er-jah­re zieht sich die Ge­schich­te des klas­si­schen Pop-du­os – man den­ke nur an groß­ar­ti­ge Be­set­zun­gen wie Ike & Ti­na Tur­ner oder auch Son­ny and Cher, die al­ler­dings von ei­ner Band be­glei­tet wur­den. Die­ses Er­folgs­kon­zept funk­tio­niert bis heu­te; nur dass sich mitt­ler­wei­le Rock­Bands auch kon­se­quent der schma­len Zwei­er-be­set­zung zu­ge­wandt ha­ben. Wie aber mit nur zwei In­stru­men­ten den mäch­ti­gen Sound ei­ner aus­ge­wach­se­nen Fünf-mann-be­set­zung nach­ah­men? Muss

ziem­lich skur­ri­lem Equip­ment. Ne­ben di­ver­sen al­ten Su­pro- und Guild-gi­tar­ren sieht man bei dem bär­ti­gen Front­mann im­mer wie­der auch ei­ne Fen­der Tele­cas­ter in ei­nem hüb­schen Vin­ta­ge-sun­burst. Ein wei­te­res Herz­stück des Black-keys-gi­tar­ren­sounds dürf­te ein grü­nes Big-muf­fFuzz von EHX aus den 90ern sein, das ja, im Ver­gleich zu den wirk­lich al­ten Pe­da­len aus den 70ern, merk­lich fet­ter klingt. Ein wei­te­rer wich­ti­ger Fak­tor in Au­er­bachs Sound ist wahr­schein­lich die Tat­sa­che, dass im­mer drei oder mehr Amps gleich­zei­tig zu hö­ren sind. Hier kom­men ne­ben ver­schie­de­nen Vin­ta­ge-mar­shalls auch ger­ne al­te Dan­elec­tro-, Ma­gna­to­ne-, Am­peg-, oder auch Fen­der-amps zum Ein­satz. So oder so hat sich der Sound der Band über die Jah­re et­was weg vom Ga­ra­gen-duo hin zu et­was aus­ge­feil­te­ren und auf­wän­di­ge­ren Pro­duk­tio­nen ent­wi­ckelt, oh­ne da­bei den stets rau­en und blue­si­gen Touch der An­fangs­ta­ge zu ver­lie­ren.

bald auch su­per­stars

Wür­de man es sich ein­fach ma­chen, könn­te man die Pic­tu­re­books als deut­sches Äqui­va­lent zu den Black Keys be­zeich­nen. Schließ­lich pfle­gen die Jungs aus dem be­schau­li­chen Gü­ters­loh

ziell für die Ver­wen­dung mit Ef­fekt-pe­da­len kon­zi­piert ist. Dass auch ein Rock-duo nicht zwangs­läu­fig vom Sound der sechs Sai­ten be­stimmt wer­den muss, zei­gen die Ka­na­di­er von De­ath From Abo­ve 1979. Nach­dem Jes­se F. Kee­ler (Bass, Syn­the­si­zer) und Se­bas­ti­en Gran­gier (Schlag­zeug, Ge­sang) mit ih­rer ur­sprüng­li­chen Band Femme Fa­ta­le er­heb­li­che Schwie­rig­kei­ten hat­ten, Kon­zert­mög­lich­kei­ten zu fin­den, re­du­zier­ten sie ih­re Be­set­zung ein­fach kur­zer­hand auf das nö­tigs­te Mi­ni­mum – nicht zu­letzt auch um wirt­schaft­li­cher ar­bei­ten zu kön­nen. Da­bei war von vorn­her­ein klar, dass es in die­sem Duo kei­ne Gi­tar­re ge­ben und Kee­ler das ent­spre­chend hö­he­re Fre­quenz­spek­trum mit sei­nem Bass ab­de­cken wür­de, wäh­rend Gran­gier ne­ben sei­nem kraft­vol­len Schlag­zeug­spiel auch noch gleich den Ge­sang über­nahm. Mu­si­ka­lisch be­we­gen sich De­ath From Abo­ve 1979 in ei­nem wil­den und durch­aus span­nen­den Stil­mix aus Hard­core-punk, In­die so­wie Sto­ner- und Noi­se-rock, der trotz ei­ner ge­wis­sen klang­li­chen Sper­rig­keit im­mer wie­der mit prä­gnan­ten HitMe­lo­di­en auf­zu­war­ten weiß.

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