ABGRUNDTIEF

KHDK Abyss

Gitarre & Bass - - Leser Post - TEXT Dirk Groll y FO­TOS Die­ter Stork

Kirk Ham­mets Ef­fekt- Schmie­de ist spe­zia­li­siert auf al­les, was boos­tet, cruncht und zerrt, na­he­lie­gen­der­wei­se vor al­lem mit der Gi­tar­re. Mit dem Abyss ist nun das ers­te Pe­dal für Bass her­aus­ge­kom­men.

Zwar ist ja auch der E-bass ei­ne Art E-GI­tar­re, vor al­lem in den Hea­vy-rich­tun­gen, den­noch gibt es gu­te Grün­de, die tie­fe­ren Fre­quen­zen an­ders als üb­lich zu be­han­deln. Schließ­lich lie­fert der Bass ja das Fun­da­ment für den Band-sound, und zu­sam­men mit dem Schlag­zeu­ger auch den rhyth­mi­schen Puls. An­ge­zerrt klingt der Bass­ton zwar schön ag­gres­siv, doch je tie­fer man in die Ver­zer­rung da­mit geht, des­to ver­wa­sche­ner kommt der Puls rü­ber, auch die fun­da­men­ta­le Trag­kraft wird in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen. Nun soll der Abyss zum ei­nen eher wie ein über­steu­er­ter Röh­ren-amp klin­gen, zum an­de­ren auch dras­ti­sche Dis­tor­ti­ons lie­fern, was durch ei­nen Lo/hi-um­schal­ter zu­sätz­lich zur stu­fen­lo­sen Gain-aus­steue­rung rea­li­siert wird. Am Treb­le-reg­ler ist zu­dem die Ag­gres­si­vi­tät des Ober­ton­s­pek­trums ein­stell­bar. Da­mit aber bei kei­ner Ein­stel­lung der trei­ben­de Bass­groo­ve auf der Stre­cke bleibt, sind hier zwei Si­gnal­we­ge mit se­pa­ra­ten Laut­stär­ke­stel­lern misch­bar, der ver­zerr­te Ton am Dir­ty­Reg­ler, die clea­nen Si­gnal­an­tei­le mit un­ver­än­der­tem Attack und Tief­bass am Cle­an-po­ti. Im Grun­de ist sol­ches Vor­ge­hen bei spe­zi­el­len Bass-ver­zer­rern kei­ne neue Er­fin­dung, nur dass für ei­ne sol­che Mix­tur sonst ein Über­blend-reg­ler ver­wen­det wird statt, wie beim Abyss, zwei ge­trenn­te Knöp­fe. Ver­schwen­dung ist die ge­trenn­te Re­ge­lung für Cle­an und Dir­ty kei­nes­falls, sie spart näm­lich ein Mas­ter-vo­lu­me ein. Klang­lich er­füllt der Abyss je­den­falls al­le Er­war­tun­gen, was nicht zu­letzt an der per­fek­ten Ab­stim­mung al­ler Ein­stell­glie­der liegt. Tat­säch­lich über­zeugt der zu­nächst sanf­te, har­mo­ni­sche Over­dri­ve der Lo-ein­stel­lung mit warm-röh­ren­ar­ti­ger Stim­mig­keit und lässt sich mit ent­spre­chen­der Gain-do­sie­rung auch bis in fet­zi­ge, schmut­zi­ge Re­gio­nen trei­ben. Wo dort im Lo-mo­dus der Gain-reg­ler auf­hört, be­ginnt der Ein­stell­be­reich der Hi- Ein­stel­lung: Vom gro­ben Fet­zer geht es hier in die Dis­tor­ti­on-sä­ge mit zu­neh­mend ag­gres­si­vem Ober­to­n­an­teil. Man be­merkt auch am Treb­le-reg­ler den Un­ter­schied, denn wäh­rend er im Lo-mo­dus nur fein­füh­lig auf den an­ge­zerr­ten Klang ein­wirkt, kon­trol­liert er bei den Hi- Dis­tor­ti­ons sehr wirk­sam und pra­xis­ge­recht die ag­gres­siv sä­gen­de Ob­ton­far­be. Auch das spe­zi­ell auf die Bass­rol­le ab­ge­stimm­te Ex­tra, die se­pa­ra­ten Ein­stel­ler für Cle­an und Dir­ty, funk­tio­nie­ren mit per­fekt ab­ge­stimm­ten Re­gel­we­gen aus­ge­spro­chen über­zeu­gend. Man kann dem ein­ge­stell­ten Zerr­cha­rak­ter das bas­si­ge Fun­da­ment mit kla­rem Attack sehr fein­füh­lig hin­zu­re­geln, oh­ne dem ei­gent­li­chen Ef­fekt die Of­fen­si­vi­tät zu neh­men. Nicht je­der Über­blen­der dif­fe­ren­ziert Cle­an- und Zer­r­an­teil so gut wie die ge- trenn­ten Ein­stel­ler des Khdk-bass­pe­dals, auch die all­ge­mei­ne Si­gnal­qua­li­tät spricht für den Abyss. Zwei vio­let­te LEDS sig­an­li­sie­ren ge­mein­sam den Sta­tus des Fuß­schal­ters, die Spei­sung der ro­bust im Aluguss-ge­häu­se un­ter­ge­brach­ten Schal­tung kann wahl­wei­se per 9-Volt-block oder Ste­cker­netz­teil ge­sche­hen. Bei ei­ner Strom­auf­nah­me von ca. 6,8 ma reicht ei­ne Al­ka­li­ne-bat­te­rie für et­wa 75 Zerr­stun­den. Au­ßer der feh­len­den Be­schrif­tung al­ler An­schluss­buch­sen gibt es am Ham­met-bass­ver­zer­rer wirk­lich nichts zu me­ckern. n

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