Hu­man Re­mains – Using Sick­ness As A He­ro

Gitarre & Bass - - Le­ser Post -

über die ge­fä­cher­ten Bün­de zur 4/4Kopf­plat­te – auf der tiefs­ten Sai­te hat man es bei der 8 FF X mit ei­ner Men­sur von 28’' zu tun, auf der ho­hen E-sai­te sind es im­mer­hin noch 26’'. Ein straf­fer Sai­ten­zug soll­te dem­nach kein Pro­blem sein, hät­te Jack­son nicht auf ei­ne viel zu dün­ne Werks­be­sai­tung ge­setzt. Die Gi­tar­re ist mit ei­nem .009 - .065er-satz be­spannt und die tiefs­te Sai­te schlab­bert doch ein biss­chen vor sich hin, was sich auch durch ein ge­wis­ses Bund-schnar­ren be­merk­bar macht. Na­tür­lich kann der rich­ti­ge Sai­ten­satz hier Ab­hil­fe schaf­fen. Für er­fah­re­ne Ex­ten­ded Ran­ge Gi­tar­ris­ten stel­len sol­che Man­kos na­tür­lich kei­ne Her­aus­for­de­rung dar, aber bei ei­nem in Mas­se pro­du­zier­ten In­stru­ment wie die­sem, muss man eben auch da­von aus­ge­hen, dass auch ein paar ERG-NEU­lin­ge un­ter den Käu­fern sind. Und als sol­cher ist man bei Pro­ble­men wie die­sem man­gels Er­fah­rung schnell über­for­dert. Die Sai­ten­la­ge ist hin­ge­gen schön flach ein­ge­stellt und macht flin­ke Läu­fe mü­he­los mög­lich. Da schließt sich wie­der der Kreis zu den Shred­dern. Ich glau­be wirk­lich, dass die­se ih­re hel­le Freu­de an der SLAT8 FF X hät­ten. An sich ist das na­tür­lich kei­ne Über­ra­schung, schließ­lich spre­chen wir hier über Jack­son. Das Shred­der-gen ist bei die­ser Gi­tar­ren­schmie­de schließ­lich schon in der DNA ver­an­kert. Die ge­fä­cher­ten Bün­de sind wie im­mer Ge­wöh­nungs­sa­che und auch wenn ich per­sön­lich ei­ne her­kömm­li­che Ba­ri­tonMen­sur be­vor­zu­ge, ha­be ich den­noch kei­ner­lei Pro­ble­me, mich auf dem Griff­brett zu­recht­zu­fin­den. Auch im Ver­gleich zu deut­lich teu­re­ren Mul­tis­ca­leERGS fin­de ich bei der Jack­son kei­ne wirk­li­chen Män­gel. Die Gi­tar­re hängt aus­ge­wo­gen am Gurt; der schlan­ke Hals, die fla­che Sai­ten­la­ge und die aus­ge­zeich­net ab­ge­rich­te­ten Bün­de ma­chen die­se Gi­tar­re leicht zu­gäng­lich. Und mit den rich­ti­gen Sai­ten soll­te die SLAT8 FF X auch auf der tiefs­ten Sai­te ein tigh­tes und straf­fes Attack ha­ben. 28’' sind für mich das Ide­al für ein Tu­ning zwi­schen F# (8-String Stan­dard) und F (Meshug­gah-tu­ning). Das passt! Jack­son ha­ben hier de­fi­ni­tiv ih­re Haus­auf­ga­ben ge­macht und das Er­geb­nis kann sich se­hen las­sen.

x marks the sweet spot

End­lich liegt mir mal ei­ne Test­gi­tar­re mit den in die­ser Ko­lum­ne schon so oft er­wähn­ten EMG X Se­ries Pick­ups vor – in die­sem Fall zwei 909X. 9-String-pick­ups muss­ten an die­ser Stel­le ver­baut wer­den, da­mit das Ma­gnet­feld der un­ter dem So­ap­bar-co­ver ver­steck­ten Pick­upK­lin­gen trotz des an­ge­win­kel­ten Ein­baus auch wirk­lich al­le Sai­ten ab­deckt. Grund­sätz­lich soll­te sich der 909X aber nicht vom 808X un­ter­schei­den. Den her­kömm­li­chen EMG 808 fin­de ich üb­ri­gens ziem­lich furcht­bar. Die­ser Pick­up klingt in mei­nen Oh­ren dumpf, zu bas­sig und ir­gend­wie ein­fach et­was flü­gel­lahm. Die X-se­rie be­hebt so ziem­lich all mei­ne Pro­ble­me mit dem re­gu­lä­ren 808: Zu­nächst mal ist der Preamp nicht so heiß, was für deut­lich mehr He­adroom und Dy­na­mik sorgt. Groß­flä­chi­ge Ak­kor­de ver­kom­men so nicht zum Sound­brei, son­dern lö­sen deut­lich trans­pa­ren­ter auf. Auf das ei­ge­ne Spiel re­agiert die X-se­rie im Grun­de mehr wie ein pas­si­ver Pick­up. Über­haupt klingt sie ein­fach of­fe­ner und dar­über hin­aus auch we­ni­ger aus­ge­dünnt in den Mit­ten. Sel­bi­ge bra­ten dank EMG 909X im Lin­de Kor­pus der Jack­son rich­tig schön satt und fett. Auch im Cle­an-be­trieb klingt die Gi­tar­re pas­sa­bel, wenn auch nicht wahn­sin­nig bril­lant. Mit zu­rück­ge­dreh­tem To­ne-po­ti sind in Ver­bin­dung mit dem Hals-pick­up al­ler­dings schön warm-jaz­zi­ge Sounds mög­lich, die sich durch­aus hö­ren las­sen kön­nen. Und auf der tiefs­ten Sai­te las­sen sich auch aus­ge­zeich­net ein paar Bass-

Heu­te wid­men wir uns mal ei­nem weg­wei­sen­den Re­lease aus dem ab­ge­fah­re­nen und tech­ni­schen 7-String-me­tal. Die­se Plat­te ist zwar von 1996, Hu­man Re­mains ha­ben aber schon an­no 1993 Ma­te­ri­al von ‚Using Sick­ness As A He­ro‘ auf ih­ren Iba­nez-uni­ver­se-gi­tar­ren li­ve ge­spielt. Das fin­de ich wich­tig zu be­to­nen, da selbst Mor­bid An­gel erst 1995 ein Al­bum mit 7-Sai­terMa­te­ri­al ver­öf­fent­licht ha­ben. Hu­man Re­mains wa­ren da an­schei­nend schon wei­ter und ha­ben zu die­sem Zeit­punkt ei­nen wirk­lich ei­ge­nen Mix aus Gr­ind­core und De­ath Me­tal ge­spielt, den sie mit al­ler­lei selt­sa­men Gi­tar­ren­ex­pe­ri­men­ten ver­se­hen ha­ben. Vor al­lem das Vo­lu­me-po­ti ha­ben die Gi­tar­ris­ten der Band aus New Jer­sey wirk­lich krea­tiv ein­ge­setzt und da­mit ih­re dis­so­nan­ten Ak­kor­de mit Vo­lu­me-swells in Sze­ne ge­setzt. Hu­man Re­mains ha­ben auf ‚Using Sick­ness As A He­ro‘ kei­ne Ex­pe­ri­men­te ge­scheut und wa­ren ih­rer Zeit mit ih­rem ver­rück­ten Sound weit vor­aus. Bands wie Ce­pha­lic Car­na­ge und Dil­lin­ger Escape Plan ha­ben Jah­re spä­ter dort an­ge­setzt und da­mit deut­lich mehr Auf­merk­sam­keit er­re­gen kön­nen. Hu­man Re­mains sind hin­ge­gen bis heu­te ein In­si­der Tipp... aber jetzt wisst ihr ja Be­scheid!

Lei­der en­det das Griff­brett nicht am Sat­tel – op­tisch kein Le­cker­bis­sen. Gu­te Wahl: Die EMG 909X-be­stü­ckung klingt in der SLAT8 FF X un­ge­mein fett.

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