VOM TA­LENT ZUM PRO­FI

Be­reits seit mehr als 25 Jah­ren ent­wi­ckelt und pro­du­ziert die new­mu­sic. aca­de­my aus Of­fen­bach ih­ren Vi­deo- Fern­un­ter­richt für Gi­tar­re, Bass, Schlag­zeug, Kla­vier und Ton­tech­nik. Chef und Grün­der ist Ralf Fie­bel­korn, der bis 1992 noch als Gi­tar­rist der Band

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de - Mat­thi­as Mi­n­eur

Da vie­le Schü­ler aus ganz Eu­ro­pa an­reis­ten, ent­stand schnell die Idee, die Lern­in­hal­te auch auf Vi­deo fest­zu­hal­ten und die Vhs-kas­set­ten an die Teil­neh­mer per Post zu sen­den, um ih­nen die lan­ge An­rei­se zu er­spa­ren. Ein er­folg­rei­ches Un­ter­richts­kon­zept, das ste­tig ver­bes­sert und wei­ter­ent­wi­ckelt wur­de und seit Jah­ren ei­nen erst­klas­si­gen Ruf ge­nießt. Wir stel­len das Kon­zept der new­mu­sic.aca­de­my vor und ha­ben zu die­sem Zweck Fie­bel­korn über die we­sent­li­chen Aspek­te sei­ner Ta­l­ent­schmie­de be­fragt.

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Ralf, was ist dei­ner Mei­nung nach das wich­tigs­te Rüst­zeug für Mu­si­ker, spe­zi­ell für Gi­tar­ris­ten und Bas­sis­ten? Ers­tens die Tech­nik der An­schlags­hand, und zwei­tens der ei­ge­ne Ton. Die An­schlags­hand wird oft­mals ver­nach­läs­sigt,

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man neigt eher da­zu, viel und schnell mit der Greif­hand zu spie­len. Da­bei ist die An­schlags­hand gera­de für die Ko­or­di­na­ti­on und Syn­chro­ni­sa­ti­on, für die Rhyth­mik und das Ti­ming ex­trem wich­tig. Bei fort­ge­schrit­te­nen Gi­tar­ris­ten, die in ei­ner Band spie­len, geht es ne­ben dem ei­ge­nen Spiel na­tür­lich auch ums Hö­ren. Nur wer auf sei­ne Mit­mu­si­ker hört, kann mit ih­nen zu­sam­men­spie­len und das Gan­ze groo­ven und als Ein­heit klin­gen las­sen. Ex­trem viel Wert le­ge ich als Gi­tar­rist auf den Ton. Wenn man z.b. David Gil­mour spie­len hört, er­kennt man ihn so­fort an sei­nem sa­gen­haf­ten Ton. Um den zu ent­wi­ckeln, braucht es ei­ne ge­wis­se Zeit. Ich den­ke, ein Gi­tar­rist soll­te un­ab­hän­gig von Zeit und Stil ei­ne fast ehr­fürch­ti­ge Hal­tung zum Ton ha­ben. Nur so fin­det die ei­ge­ne Per­sön­lich­keit ih­ren Weg. Auch der Sound ist emi­nent wich­tig, wird aber erst dann re­le­vant, wenn der

FO­TOS new­mu­sic.aca­damy

Prot­ago­nist ei­nen schö­nen Ton er­zeu­gen kann. Wie sieht die Un­ter­richt­spa­let­te der new­mu­sic.aca­de­my aus? Es gibt ei­ner­seits den Vi­deo-fern­un­ter­richt und an­de­rer­seits un­ser so­ge­nann­tes „Pro­fes­sio­nal Gui­tar Pro­gram“mit zu­sätz­li­chem Prä­senz­un­ter­richt in un­se­ren Räu­men. Die Vi­deo-fern­un­ter­richts­kur­se sind in ver­schie­de­ne Schwie­rig­keits­stu­fen un­ter­teilt und bau­en auf­ein­an­der auf. Bei der E-gi­tar­re sind es drei Kur­se, die über ei­nen Zei­t­raum von ins­ge­samt fünf Jah­ren den Teil­neh­mer vom ab­so­lu­ten An­fän­ger bis in den Pro­fi-be­reich füh­ren. Vie­le Fern­un­ter­richts­teil­neh­mer ha­ben be­reits frü­her Gi­tar­re ge­spielt oder sich als Au­to­di­dak­ten wei­ter­ge­bil­det, möch­ten das Gan­ze aber noch ein­mal fun­diert an­ge­hen und su­chen ein struk­tu­rier­tes Un­ter­richts­kon­zept, das sie vor­an­bringt. An­de­re wie­der­um be­fin­den sich be­reits auf ei­nem

hö­he­ren Le­vel, möch­ten wei­ter­kom­men und stre­ben auch ei­nen Ab­schluss im Be­reich Gi­tar­re an. Da un­se­re Fern­kur­se von der Zen­tral­stel­le für Fern­un­ter­richt, kurz ZFU, staat­lich ge­prüft und zu­ge­las­sen sind, kann der Fern­schü­ler am En­de sei­nes Kur­ses ei­ne Ab­schluss­prü­fung zum „Ge­prüf­ten Rock & Pop E-gi­tar­ris­ten (NMA)“oder auch zum „Ge­prüf­ten Po­pu­lar­mu­si­ker (Gui­tar Pro­fes­sio­nal) NMA“ab­le­gen. Der Fern­un­ter­richt ist vor al­lem für die­je­ni­gen in­ter­es­sant, die sich Ih­re Zeit zum Ler­nen fle­xi­bel ein­tei­len möch­ten und nicht die Mög­lich­keit ha­ben, re­gel­mä­ßig zu uns in die Ein­rich­tung zu kom­men. Der Teil­neh­mer wird qua­si dort ab­ge­holt, wo er mo­men­tan steht, und dann Schritt für Schritt vor­an­ge­bracht. Für die­je­ni­gen, die be­reits ei­ni­ge Vor­kennt­nis­se ha­ben und sich nicht si­cher sind, wel­cher Kurs der pas­sen­de ist, bie­ten wir auch ei­nen kos­ten­lo­sen Ein­stu­fungs­check an, den un­se­re Fern­leh­rer aus­wer­ten und dann ei­ne Ein­stiegs­emp­feh­lung ab­ge­ben. Eu­re Kö­nigs­dis­zi­plin ist aber das „Pro­fes­sio­nal Gui­tar Pro­gram“, nicht wahr? Rich­tig. Wie der Na­me schon sagt, ist die­ses Pro­gramm für al­le ent­wi­ckelt, die ihr Gi­tar­ren­spiel pro­fes­sio­na­li­sie­ren und viel­leicht auch ein­mal mit der Gi­tar­re ihr täg­lich Brot ver­die­nen möch­ten. Die new­mu­sic.aca­de­my ist seit über 20 Jah­ren vom staat­li­chen Schul­amt an­er­kannt und be­rei­tet mit dem „Pro­fes­sio­nal Gui­tar Pro­gram“ord­nungs­ge­mäß auf den Mu­si­ker­be­ruf vor. Für die­ses Kom­pakt­stu­di­um gibt es da­her ein An­for­de­rungs- ni­veau, das der Schü­ler be­sit­zen muss, um dar­auf auf­zu­bau­en. Um dies zu che­cken, bie­ten wir re­gel­mä­ßig den Vor­be­rei­tungs­Work­shop „Pro­fes­sio­nal Gui­tar Day“an, bei dem man di­rekt ei­nen Eig­nungs­check ab­le­gen kann. Wer sind eu­re Do­zen­ten? Das „Pro­fes­sio­nal Gui­tar Pro­gram“wird von Björn Mül­ler (Git-ab­sol­vent), Jörg Tei- chert, Ge­or­ge Ra­de­ma­cher und Mar­tin Le­jeu­ne un­ter­rich­tet, die sich in den ver­schie­de­nen Stil­rich­tun­gen er­gän­zen. Als be­son­de­ren Bo­nus un­ter­rich­ten re­gel­mä­ßig auch in­ter­na­tio­nal be­kann­te Gast­do­zen­ten wie et­wa Gu­thrie Go­van, Mi­ke Stern, Greg Koch, De­an Brown, Scott Hen­der­son, Mar­cus Deml oder Vic­tor Smol­ski. Wie funk­tio­niert das Fern­stu­di­um kon­kret? Teil­neh­mer un­se­res Fern­stu­di­ums er­hal­ten die Kurs­un­ter­la­gen per Post und gleich­zei­tig ei­nen On­line-zu­gang. Wir ver­sen­den al­le zwei Mo­na­te zwei DVDS, ei­ne Jam­t­rack-cd so­wie ein Be­gleit­heft und schal­ten da­zu die ent­spre­chen­den Vi­deo-lek­tio­nen, Jam­t­racks und No­ten auch in un­se­rem On­line-stu­di­en­zen­trum zum Strea­men frei. Als wir vor vier Jah­ren das e-learning-por­tal ent­wi­ckelt ha­ben, in dem wir die Vi­deo-lek­tio­nen, die Au­di­oTracks, das schrift­li­che Ma­te­ri­al mit No­ten, Tabs und Er­läu­te­run­gen on­line dar­stel­len, wa­ren wir da­von über­zeugt, dass dies die DVD und Au­dio-cd kom­plett ab­lö­sen wür­de. Was sich aber als Trug­schluss er­wie­sen hat. Rich­tig. Wie sich bis heu­te ge­zeigt hat, le­gen un­se­re Teil­neh­mer viel Wert auf bei­de Va­ri­an­ten. Die Wer­tig­keit ei­nes Ord­ners, den man in den Hän­den hal­ten, in sein Re­gal stel­len und auch in zehn Jah­ren wie­der in die Hand neh­men und nach­schla­gen kann, ist für vie­le mit ei­nem rei­nen On­line-an­ge­bot nicht zu ver­glei­chen. Trotz­dem hat die On­line-darstel­lung vie­le Vor­tei­le, auf die un­se­re Teil­neh­mer eben­falls nicht ver­zich­ten müs­sen. Wir ha­ben viel Zeit, Geld und Ar­beit in­ves­tiert, um ein durch­dach­tes On­line-stu­di­en­zen­trum zu ent­wi­ckeln, das spe­zi­ell auf un­se­re In­stru­men­tal­kur­se und den neu­en Lehr­gang „Ton­tech­nik für Mu­si­ker“aus­ge­legt ist, den wir ge­mein­sam mit Alan Par­sons ent­wi­ckelt ha­ben. Ne­ben der zeit­glei­chen Darstel­lung der No­ten und Tabs zur pas­sen­den Stel­le im Vi­deo, kann der Fern­schü­ler in der je­wei­li­gen Lek­ti­on auch di­rekt Kon­takt zu sei­nem Fern­leh­rer auf­neh­men. Die per­sön­li­che Fern­be­treu­ung ist ein wich­ti­ger Baustein un­se­res Fern­un­ter­richt­kon­zepts, bei dem der Teil­neh­mer beim Ler­nen nicht al­lei­ne ge­las­sen wird, son­dern ei­nen per­sön­li­chen An­sprech­part­ner hat, der ihn durch den Kurs be­glei­tet.

Nach wel­chen Kri­te­ri­en sucht ihr eu­re Stu­den­ten aus? Wel­che Grund­la­gen soll­te je­mand für ein Stu­di­um an der new­mu­sic.aca­de­my ha­ben? Der in­ne­re An­trieb, bei uns ei­nen Gi­tar­ren­kurs zu be­le­gen, un­ter­schei­det sich von Fall zu Fall ex­trem. Wir un­ter­rich­ten so­wohl ab­so­lu­te An­fän­ger als auch ge­stan­de­ne Gi­tar­ris­ten, die fest­ge­stellt ha­ben, dass sie sich be­stimm­te Tech­ni­ken falsch an­ge­eig­net ha­ben und dies kor­ri­gie­ren möch­ten. Der Do­zent be­spricht mit je­dem Teil­neh­mer ei­ne Ein­stu­fung sei­ner Fer­tig­kei­ten. Ein ex­ak­tes An­for­de­rungs­pro­fil für un­ser „Pro­fes­sio­nal Gui­tar Pro­gram“gibt es nicht, beim Eig­nungs­check kommt es vor al­lem auf das Ge­samt­bild des Schü­lers an. Es wird nicht Punkt für Punkt ab­ge­fragt, son­dern je­der In­ter­es­sent in­di­vi­du­ell be­wer­tet. Es gibt Be­wer­ber mit Stär­ken eher im theo­re­ti­schen Be­reich, die per­fekt vom Blatt spie­len kön­nen, da­für aber De­fi­zi­te im spie­le­ri­schen Be­reich ha­ben. Ein an­de­rer hat ei­nen tol­len Ton, kann her­vor­ra­gend im­pro­vi­sie­ren, weiß aber nicht, was er da ei­gent­lich tut, da ihm mu­sik­theo­re­ti­sches Wis­sen fehlt. Un­ser PGP-HE­AD­coach Björn Mül­ler kann die­se Skills sehr gut ein­stu­fen und dem Teil­neh­mer ei­ne pas­sen­de Emp­feh­lung ge­ben, ob er be­reits fit ge­nug für das Pro­fes­sio­nal Pro­gram ist, oder be­stimm­te Din­ge zu­erst auf­ar­bei­ten und zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt ei­nen er­neu­ten An­lauf ma­chen soll­te. In wel­chen Mu­sik­rich­tun­gen bil­det ihr aus? Un­ser An­ge­bot be­zieht sich di­rekt auf die Kun­den­nach­fra­ge, aber na­tür­lich kön­nen wir kei­nen Do­zen­ten an­heu­ern, Un­ter­richts­ma­te­ri­al er­stel­len und Vi­de­os dre­hen, da­mit zwei In­ter­es­sen­ten zu Hau­se Wald­horn ler­nen. Bei uns gibt es Un­ter­richt in Gi­tar­re, akus­tisch, elek­trisch, Blues, klas­sisch, Rock, dar­über hin­aus Pia­no und E-bass. In Kür­ze wird es auch wie­der mal ei­nen Schlag­zeug-fern­kurs ge­ben. Wie sieht die Zu­kunft der new­mu­sic.aca­de­my aus? Was ist in Pla­nung, was pas­siert be­reits ab Früh­jahr 2018? Die nächs­ten ge­plan­ten Fern­kur­se sind un­ser neu­er Schlag­zeug-kurs, die Fer­tig­stel­lung des Ton­tech­nik-kur­ses und ein Me­tal-add-on für E-gi­tar­re mit Vic­tor Smol­ski. Wir ha­ben be­reits mit der Vor­pro­duk­ti­on be­gon­nen und die ers­ten Vi­deo­lek­tio­nen auf­ge­nom­men. Ge­plant ist ein sechs­mo­na­ti­ger Kurs mit der op­tio­na­len Mög­lich­keit, Vic­tor als Vip-do­zen­ten zu bu­chen. Ge­plant sind au­ßer­dem wei­te­re Add-ons für Blues und Jazz-fu­si­on-gi­tar­re, mög­li­cher­wei­se mit Gu­thrie Go­van. An­sons­ten wol­len wir uns na­tür­lich im­mer wei­ter ver­bes­sern und un­ser An­ge­bot op­ti­mie­ren. Vie­len Dank für das in­ter­es­san­te Ge­spräch!

ty­pi­schen Ben­dings er­zielt wer­den kön­nen. Die Idee für den B-bender kam durch Par­sons’ Spiel mit Cla­rence Whi­te ( 19441973), der be­reits als Akus­tik- Blue­gras­sGi­tar­rist be­kannt war, be­vor er sich als Le­ad-gi­tar­rist der Byrds ei­nen Na­men mach­te. Whi­te hat­te be­reits sei­ne vir­tuo­se Blue­grass-flat­pi­cking-tech­nik auf die Tele­cas­ter über­tra­gen und fing an, durch Ben­dings hin­ter dem Sat­tel der Gi­tar­re Pe­dal-steel-licks zu imi­tie­ren. Gleich­zei­tig such­te er nach ei­nem Weg, die­se spie­len zu kön­nen, oh­ne sei­ne Hand vom Griff­brett neh­men zu müs­sen. Whi­te wuss­te von Par­sons’ Fä­hig­kei­ten als Tüft­ler, und

In­stru­men­te im Tele­cas­ter- Stil be­lie­fert. Par­sons ar­bei­tet bei der Ent­wick­lung und dem Mar­ke­ting der In­stru­men­te mit sei­nem Ge­schäfts­part­ner Lee Ri­der zu­sam­men, der das String-bender-bu­si­ness in­ner­halb der nächs­ten Jah­re über­neh­men soll. Ne­ben der Her­stel­lung und dem Ein­bau von B-bendern ist Par­sons mit ver­schie­de­nen mu­si­ka­li­schen Pro­jek­ten be­schäf­tigt und wid­met sich sei­ner le­bens­lan­gen Fas­zi­na­ti­on für Dampf­lo­ko­mo­ti­ven. Bei sei- ner letz­ten Cd-pro­duk­ti­on han­delt es sich um ein Duo-pro­jekt mit Kon­tra­bas­sist David Hayes (Van Mor­ri­son, Jes­se Co­lin Young, etc.). Ich traf Par­sons bei strö­men­dem Re­gen im Fe­bru­ar in sei­ner Werk­statt in Cas­par, Ka­li­for­ni­en, ei­nem win­zig klei­nen, di­rekt ne­ben Men­do­ci­no ge­le­ge­nen Küs­ten­ort. Kaum grö­ßer als ei­ne Dop­pel­ga­ra­ge, ist die selbst­ge­bau­te Werk­statt ne­ben sei­nem Haus voll­ge­packt mit al­ten Dreh­bän­ken und an­de­ren Ma­schi­nen zur Me­tall­be­ar­bei­tung, Gi­tar­ren, Ban­jos, Pe­dal-steels, Kis­ten vol­ler B-bender-parts so­wie je­dem nur er­denk­li­che Werk­zeug. Bil­der an den Wän­den er­in­nern an ei­ni­ge der Vin­ta­geMo­tor­rä­der, die er einst be­saß, und na­tür­lich an vie­le der Gi­tar­ris­ten, die sei­ne String-bender zu schät­zen wis­sen.

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Ge­ne, wie bist du zur Mu­sik ge­kom­men? Mei­ne Mut­ter spiel­te klas­si­sches Kla­vier, aber sie moch­te auch Folk, wie die Wea­vers, Woo­die Gu­thrie usw. Sie nahm mich zu ei­ni­gen Kon­zer­ten mit. Ich woll­te im­mer Gei­ge spie­len, aber ich brach mir das Hand­ge­lenk und konn­te das In­stru­ment dann nicht mehr rich­tig hal­ten. Al­so fing ich mit der Uku­le­le an, spä­ter ka­men Gi­tar­re und Ban­jo da­zu. Hast du ein Haupt­in­stru­ment? Im Mo­ment sind es wahr­schein­lich das Ban­jo und die Pe­dal-steel, aber das än­dert sich stän­dig. Ich bin ein All­roun­der, aber in nichts ein ech­ter Spe­zia­list. War das schon im­mer so? Warst du schon Mul­ti-in­stru­men­ta­list als du bei den Byrds Schlag­zeug ge­spielt hast? Das ist ei­ne lan­ge Ge­schich­te! Als ich noch in der ka­li­for­ni­schen Wüs­te wohn­te, di­rekt nach der High School, ar­bei­te­te ich als Schwei­ßer bei ei­ner Fir­ma, die Was­ser­tanks her­stell­te. Am Wo­che­n­en­de fuhr ich nach Hol­ly­wood, um nach Ban­jos Aus­schau zu hal­ten. Da­mals war es nicht leicht an gu­te Ban­jos zu kom­men, aber es gab ei­nen La­den am San­ta Mo­ni­ca Bou­le­vard, der ein tolles Ban­jo im An­ge­bot hat­te. Dort ging ich im­mer wie­der hin, um es zu spie­len. Der In­ha­ber wuss­te ge­nau, dass ich es mir nicht leis­ten konn­te. Ei­nes Tages hör­ten mich ein paar Ty­pen und mein­ten, „Hey, du bist ganz gut, willst du mit uns ei­ne Re­cor­ding- Ses­si­on ma­chen?“Ich ging mit ih­nen mit und wir mach­ten ei­ni­ge Auf­nah­men mit Lee Haz­le­wood. Zu­rück in der Wüs­te dach­te ich, dass es das wohl ge­we­sen sei. Doch ein paar Wo­chen spä­ter be­kam ich ei­nen An­ruf von Gib Guil­beau, der frag­te, ob ich mit ih­nen auf Tour ge­hen wol­le und wie viel Geld ich in der Fa­b­rik ver­dien­te. Ich sag­te ihm, was ich ver­dien­te, und er mein­te: „Bei uns machst du das Dop­pel­te und wir ha­ben schon ei­ne Woh­nung für dich ge­mie­tet.“Als ich zum ers­ten Gig kam, mein­te Gib: „Du wirst et­was Ban­jo spie­len, aber haupt­säch­lich bist du un­ser Bas­sist. Wir ha­ben ei­nen Bass für dich, und je­mand der Ban­jo spielt, kann auch Bass spie­len.“Die Band hieß The Cas­ta­ways und tour­te in den 60ern viel durch Ne­va­da. Nach­dem sich die Band auf­ge­löst hat­te, ging Gib zu­rück nach Loui­sia­na. Ich hei­ra­te­te, mein ers­tes Kind wur­de ge­bo­ren und ich fand ei­nen Job in ei­ner Au­to­werk­statt. An den Wo­che­n­en­den spiel­te ich Bass in Palm Springs. Nach et­wa ei­nem Jahr rief Gib wie­der an: „Ich bin wie­der da und spie­le im „Jack of Dia­monds“et­wa 110 Mei­len von dir. Willst du Ar­beit?“Ich sag­te ihm, dass ich jetzt ver­hei­ra­tet sei, mit Kind und Haus. Doch er mein­te wie­der: „Wie viel ver­dienst du? Bei uns machst du das Dop­pel­te!“Al­so kün­dig­te ich mei­nen Job, ver­kauf­te mein Haus und zog mit mei­ner Fa­mi­lie zu ihm. Als ich dann zum ers­ten Gig im Jack Of

Gi­tar­re und das Geld für die Ma­schi­nen, die du brauchst.“Al­so kauf­te ich ei­ne Stand­bohr­ma­schi­ne und ent­warf das grund­sätz­li­che De­sign, das ich bis heu­te ver­wen­de. Nach­dem ich es in sei­ne Gi­tar­re ein­ge­baut hat­te, ka­men auf ein­mal die Be­stel­lun­gen rein, so­dass ich an­fing, BBen­der in Voll­zeit her­zu­stel­len. Wie vie­le baust du durch­schnitt­lich im Mo­nat? Das schwankt sehr. Im Mo­ment ha­be ich zwölf Gi­tar­ren hier, vor ei­nem Mo­nat hat­te ich kei­ne. Und in den bei­den Mo­na­ten da­vor auch nicht. Aber im Durch­schnitt sind es wohl so um die vier bis sechs pro Mo­nat. Wie kam es zu der Zu­sam­men­ar­beit mit Fen­der? Als John Pa­ge noch im Cust­om Shop ar­bei­te­te, such­te er nach ei­ner Lö­sung für ei­nen B-bender, den Fen­der selbst her­stel­len und ein­bau­en könn­te. Al­so ent­warf ich zu­sam­men mit Me­ri­di­an Gre­en ein et­was ein­fa­che­res De­sign, das als Par- sons/gre­en String Bender auf den Markt kam. Heu­te wird das De­sign un­ter Li­zenz von Hip­shot her­ge­stellt. Der von Hip­shot ist et­was leich­ter, weil er auf ei­ner Plat­te aus Alu­mi­ni­um an­statt aus Stahl ge­baut ist. Es ist ein re­la­tiv sim­ples De­sign und auch leich­ter in die Gi­tar­re ein­zu­bau­en. Es funk­tio­niert nicht ganz so gut wie die Ori­gi­na­le, aber für den An­fang ist es sehr gut. Und Hip­shot bau­en sie in gu­ter Qua­li­tät. Hast du ein paar Tipps zum Spie­len mit dem B-bender? Du musst auf­pas­sen, dass der B-bender nicht dei­nen vor­he­ri­gen Stil er­setzt. Ei­ner der Grün­de, wes­halb ich die Auf­nah­me mach­te, die spä­ter als Nash­ville West ver­öf­fent­licht wur­de, war, um Cla­ren­ces E-GI­tar­ren­spiel zu do­ku­men­tie­ren, be­vor er den B-bender hat­te. Ein paar Mo­na­te spä­ter spiel­te er nur noch B-bender-licks, was zwar toll war, aber auch zu viel. Ich brach­te die Auf­nah­me zu Cla­rence und sag­te: „Hör dir das mal an. Die­se Sa­chen, die du frü­her ge­spielt hast, wa­ren wirk­lich gut, viel­leicht soll­test du da­von wie­der et­was in dein Spiel ein­ar­bei­ten.“Er ver­stand es so­fort: Der B-bender ist ein tolles Werk­zeug, aber er soll­te bes­ser nicht als Krü­cke be­nutzt wer­den!

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