GE­NE PAR­SONS GE­NE PAR­SONS

MR. B-bender

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de -

oder un­zäh­li­gen Fly­ing Bur­ri­to Bro­thers, Nash­ville West Ob durch sei­ne Zeit bei den Byrds, den der Ge­burt Ge­ne Par­sons war nicht un­we­sent­lich an Stu­dio-ses­si­ons: Mul­ti-in­stru­men­ta­list ob­wohl 60er- bis frü­hen 70er-jah­re be­tei­ligt. Und des ka­li­for­ni­schen Coun­try-rock der spä­ten Schlag­zeug an Ban­jo, Bass, Pe­dal-steel und vor al­lem sei­ne Bei­trä­ge als Mu­si­ker haupt­säch­lich des Bden Drums der Byrds), so ist er als Er­fin­der statt­fan­den (er saß von 1968 bis 1972 an ver­ant­wort­lich, die es oh­ne sei­ne ein­zig­ar­ti­ge Bender auch für le­gen­dä­re Tele­cas­ter-licks als Ma­schi­nist viel­leicht nie ge­ge­ben hät­te. Ver­bin­dung von Krea­ti­vi­tät und Know-how Text und Fo­tos: Te­ja Ger­ken

Was ist ein B-bender? Ein B-bender ist ein von der Pe­dal- Steel- Gi­tar­re in­spi­rier­ter, in die Gi­tar­re ein­ge­bau­ter He­bel­me­cha­nis­mus, der den vor­de­ren Gurt­knopf der Gi­tar­re mit ei­ner Mecha­nik kom­bi­niert, mit­tels de­rer die H-sai­te hin­ter dem Steg ei­nen Ganz­ton hoch­ge­zo­gen wer­den kann, und so die in der Coun­try-mu­sik

zu­sam­men ent­wi­ckel­ten sie ei­nen Me­cha­nis­mus, mit dem Whi­te in sei­ner Ar­beit mit den Byrds voll­kom­men neue Gi­tar­ren­Sounds er­zie­len konn­te und der bis heu­te für un­zäh­li­ge Coun­try-gi­tar­ris­ten ei­ne Be­rei­che­rung ih­rer Pa­let­te von Licks dar­stellt. In­ter­es­san­ter­wei­se blieb Whi­tes ori­gi­na­ler B-bender re­la­tiv lan­ge ei­ne Ein­zel­an­fer­ti­gung. An­fangs wa­ren Par­sons und Whi­te ein­fach zu be­schäf­tigt mit den Byrds, als dass sie sich um die Her­stel­lung und Ver­mark­tung des B-ben­ders hät­ten küm­mern kön­nen. Tra­gi­scher­wei­se ver­un­glück­te Whi­te am 14. Ju­li 1973 töd­lich, als er beim Ein­la­den sei­nes Equip­ments in Los An­ge­les von ei­nem be­trun­ke­nen Au­to­fah­rer an­ge­fah­ren wur­de. Der Ver­lust sei­nes Freun­des traf Par­sons schwer, und ob­wohl gera­de sei­ne ers­te So­lo-lp bei War­ner Bro­thers er­schie­nen war und von Kri­ti­kern ge­fei­ert wur­de, ent­schied er sich zu ei­ner Pau­se vom Mu­sik-bu­si­ness. Er zog auf sein Grund­stück in Cas­par, Ka­li­for­ni­en, und fing an, als Schwei­ßer und Mecha­ni­ker für Bull­do­zer in den Red­woods zu ar­bei­ten. 1975 wur­de Par­sons dann ein­ge­la­den, mit ei­ner neu­en Ver­si­on der Fly­ing Bur­ri­to Bro­thers ins Stu­dio zu ge­hen und die Al­ben ,Fly­ing Again‘ und ,Air­bor­ne‘ ein­zu­spie­len. Ir­gend­wann um die­se Zeit, Mit­te der 70erJah­re, be­kommt Par­sons kon­kre­te An­fra­gen für sei­nen B-bender. Nach­dem frü­he­re Ver­su­che, das Sys­tem von ei­nem Freund in Li­zenz bau­en zu las­sen, ge­schei­tert wa­ren, ent­schei­det er sich, die Sa­che ernst zu neh­men. Er mo­di­fi­ziert das ori­gi-

Ma­schi­nen und In­stru­men­te auf en­gem Raum. Im Vor­der­grund die Stand­bohr­ma­schi­ne, die Ge­ne mit dem Geld der ers­ten String-ben­derAn­zah­lung kauf­te. Di­ver­se Roh­ma­te­ria­li­en und Gi­tar­ren­häl­se hän­gen von der De­cke, und die Pe­dalS­teel ist im­mer spiel­be­reit! na­le De­sign so, dass es kom­plett in ei­ne Aus­frä­sung im Bo­dy ei­ner Tele­cas­ter passt. Nach­dem er beim ers­ten Ver­kauf et­was Geld ver­dient hat, grün­det er sei­ne Fir­ma String Bender und be­ginnt die Pro­duk­ti­on in der ei­ge­nen Werk­statt. Sein Pro­dukt nennt er jetzt „ Par­sons/ Whi­te B-bender.“Par­sons’ Schaf­fen spricht sich schnell her­um, und es dau­ert nicht lan­ge, bis ihm Gi­tar­ris­ten aus al­ler Welt ih­re Tele­cas­ters schi­cken, um von ihm den B-bender ein­ge­baut zu be­kom­men. Und so ist der

B-bender schon bald auf le­gen­dä­ren Auf­nah­men zu hö­ren: Das Pe­dal-steel-lick im In­tro zu ,Pe­ace­ful Ea­sy Fee­ling‘ der Eagles? Das ist Ber­nie Lea­don an ei­ner Tele­cas­ter mit B-bender. Jim­my Pa­ges So­lo auf ,All My Lo­ve‘ von Led Zep­pe­lin? Vol­ler B- Ben­derLicks! Auch Gi­tar­ris­ten wie Pe­te Town­send, Al­bert Lee und Mar­ty Stuart set­zen B-bender auf krea­ti­ve Wei­se ein, wo­bei Stuart so­gar Cla­rence Whi­tes ori­gi­na­le Tele­cas­ter be­sitzt und auf Tour ver­wen­det! Im Grun­de ge­nom­men hat sich am B-bender in den vier Jahr­zehn­ten, seit­dem Par­sons an­fing ihn kom­mer­zi­ell an­zu­bie­ten, kaum et­was ver­än­dert. Zwar stell­te Par­sons nicht im­mer al­le Tei­le selbst her und ein paar De­tails wur­den nach­ge­bes­sert so­wie Sys­te­me für Les Pauls und Akus­tik­Gi­tar­ren und ein „Dou­ble Bender“(für Hund G-sai­te) ent­wi­ckelt, aber nach wie vor ist Par­sons die Haupt­per­son hin­ter dem BBen­der. In den 80er-jah­ren bot To­kai Gak­ki ei­ne Tele­cas­ter mit B-bender an (Par­sons lie­fer­te die Sys­te­me für et­wa 200 Gi­tar­ren, die haupt­säch­lich in Ja­pan ver­kauft wur­den), und in den 90er-jah­ren gab es ei­ne Ver­si­on von Fen­ders Nash­ville Tele­cas­ter mit ab Werk ein­ge­bau­tem BBen­der. Hier­bei han­del­te es sich um ei­ne sim­pli­fi­zier­te Ver­si­on der Mecha­nik, die heu­te in Li­zenz von Hip­shot als Par­sons/gre­en String Bender zum Nach­rüs­ten an­ge­bo­ten wird. Par­sons ist nach wie vor mit dem Nach­rüs­ten von B-bendern gut be­schäf­tigt. Nach­dem er für lan­ge Zeit mo­di­fi­zier­te Gi­tar­ren di­ver­ser Her­stel­ler zum Ver­kauf vor­rä­tig hat­te, ar­bei­tet er in­zwi­schen mit dem Bo­dy- und Neck- Spe­zia­list Wild­wood Ma­nu­fac­tu­ring (www.wild­wood­mfg.com) zu­sam­men, der ihn mit Cust­om-kom­po­nen­ten für sei­ne ei­ge­nen, un­ter dem Na­men String Bender an­ge­bo­te­nen

Dia­mond kam, mein­te er: „Ich ha­be ver­ges­sen es dir zu sa­gen, aber wir brau­chen dich nicht am Bass, du spielst jetzt Schlag­zeug. Dei­ne Drums sind schon auf der Büh­ne, ich hof­fe dir ge­fällt Blau.“Ich spiel­te in dem Club für drei­ein­halb Jah­re, sie­ben Ta­ge die Wo­che, mit zwei Shows am Sonn­tag. So ha­be ich Schlag­zeug­spie­len ge­lernt! Hast du in der Zeit auch Cla­rence Whi­te ken­nen­ge­lernt? Ge­nau! Wir wa­ren bei­de bei ei­ner Re­cor­ding-ses­si­on in Hol­ly­wood, mit ei­nem der Ty­pen von den Cas­ta­ways. Ich wuss­te, wer Cla­rence war, da ich sei­ne Band kann­te. Er fing gera­de erst an E-gi­tar­re zu spie­len, be­nutz­te so­gar noch ei­nen Ka­po auf sei­ner Tele­cas­ter! Wir wur­den so­fort zu bes­ten Freun­den. Er hat­te ei­ne Fa­mi­lie und konn­te mit Blue­grass nicht ge­nug Geld ver­die­nen. Al­so fing er an mit uns zu ar­bei­ten. Wie seid ihr auf den B-bender ge­kom­men? Cla­rence war ei­ner der Ers­ten, der die Tech­nik be­herrsch­te, die of­fe­ne H-sai­te an­zu­spie­len und sie dann hin­ter dem Sat­tel her­un­ter­zu­drü­cken, um ei­nen Pe­dalS­teel-ef­fekt zu er­zeu­gen. Ei­nes Tages wa­ren wir bei ei­ner Ses­si­on und Cla­rence mein­te, er wünsch­te, er hät­te ei­ne drit­te Hand, um die Sai­te grei­fen zu kön­nen, wäh­rend er sie hin­ter dem Sat­tel ben­det. Ich sag­te. „Wie wä­re es, wenn ich dei­ne drit­te Hand bin?“Wir ver­such­ten es, und ob­wohl das Re­sul­tat nicht gut ge­nug für die Auf­nah­me war, sa­hen wir das Po­ten­zi­al der Idee. Cla­rence mein­te: „Du bist doch Mecha­ni­ker und Ma­schi­nist. Über­leg dir mal, wie wir das ma­chen kön­nen.“Ich sag­te: „Ea­sy! Wir bau­en hin­ten ein paar He­bel an die Gi­tar­re, und die ver­bin­den wir über fle­xi­ble Ka­bel­zü­ge mit Pe­da­len am Bo­den.“Er sag­te: „ Nein, ich will al­les in der Gi­tar­re ha­ben. Ich will sie, wenn ich fer­tig bin, ganz nor­mal in den Kof­fer pa­cken, oh­ne ir­gend­et­was ab­schrau­ben zu müs­sen. Und ich will, dass mei­ne Hän­de beim Spie­len in ih­rer nor­ma­len Po­si­ti­on blei­ben kön­nen.“Schwie­ri­ge Auf­ga­be ... Ja. Aber ich hat­te ir­gend­wann in San Die­go ei­nen Ty­pen ge­se­hen, der den Laut­stär­ke­reg­ler sei­ner Gi­tar­ren mit sei­nem Schul­ter­gurt ver­bun­den hat­te, so­dass er ihn durch Zie­hen am Gurt lau­ter dre­hen konn­te. Ich über­leg­te mir ei­ne Kon­struk- ti­on und be­kam von Sne­aky Pe­te ein paar Pe­dal- Steel- Bau­tei­le. Bei der ers­ten Gi­tar­re, die ich für Cla­rence um­bau­te, wuss­ten wir noch nicht, ob wir die 1., 2., 3. oder 4. Sai­te zie­hen wol­len, oder ob es ei­ne oder zwei Sai­ten gleich­zei­tig sein soll­ten. Al­so ließ ich die Mög­lich­kei­ten of­fen, in­dem ich vier He­bel von ei­ner Fen­der-800-pe­dalS­teel auf ei­ne mo­di­fi­zier­te Hal­te­plat­te mon­tier­te. An die­ser ers­ten Gi­tar­re ist die Mecha­nik noch an der Au­ßen- sei­te des Kor­pus an­ge­bracht und hat ei­ne se­pa­ra­te Ab­de­ckung. Ja, ein Teil des Me­cha­nis­mus be­fin­det sich au­ßer­halb. Ich war auf der Su­che nach ei­ner Lö­sung sie ab­zu­de­cken, aber Cla­rence mein­te, dass er sich nie mit dem dün­nen Bo­dy der Tele­cas­ter hat­te an­freun­den kön­nen, weil er so an sei­ne Mar­tin D-18 oder D-28 ge­wöhnt wä­re. Er schlug vor, ei­nen zwei­ten, hoh­len Bo­dy, der fast so dick wie die ori­gi­na­le Tele­cas­ter ist, als Ab­de­ckung zu bau­en. Als ich fer­tig war, ge­fiel es ihm so­fort. Wie ging es dann wei­ter? Wir wa­ren dau­ernd auf Tour, wes­we­gen ich kei­ne Zeit hat­te, wei­te­re B-bender zu bau­en. Ein Freund von uns woll­te sie her­stel­len. Des­halb gab ich ihm die Rech­te auf das Pa­tent, aber es kam nie rich­tig in Gang. Um 1974 be­kam ich ei­nen An­ruf von ei­nem Ty­pen aus New York, der ge­nau­so ei­nen B-bender ha­ben woll­te, wie den, den ich für Cla­rence ge­baut hat­te. Weil ich kei­ne Pe­dal- Steel- Parts vor­rä­tig hat­te, schlug ich ihm vor, ei­ne mo­der­ne­re Ver­si­on zu ent­wi­ckeln. Au­ßer­dem konn­te ich nicht sa­gen, wie lan­ge es dau­ern und was es kos­ten wür­de. Ich hat­te auch gar nicht al­le not­wen­di­gen Werk­zeu­ge. Doch der Typ mein­te nur: „Ich schi­cke dir mei­ne

Ei­gent­lich war er ja „nur“Elek­tri­ker, der Ra­di­os und Plat­ten­spie­ler re­pa­rier­te oder Be­schal­lungs­an­la­gen für Ver­an­stal­tun­gen ver­mie­te­te. Als die Gi­tar­ris­ten ab En­de der 1930er-jah­re an­fin­gen, elek­tri­sche Gi­tar­ren und Ver­stär­ker zu be­nut­zen, ka­men sie häu­fig zu ihm ins Ge­schäft, um ih­re Ge­rä­te re­pa­rie­ren zu las­sen. We­der Gi­tar­ren noch Ver­stär­ker wa­ren da­mals auch nur an­nä­hernd aus­ge­reift und zu­ver­läs­sig. Fen­der be­kam so die Pro­duk­te di­ver­ser Fir­men in die Hän­de und merk­te, wo die Schwach­stel­len la­gen. Ir­gend­wann dach­te er sich, dass er vie­les bes­ser bau­en könn­te und grün­de­te 1944 zu­sam­men mit Doc

da­mit der Stab ein­ge­setzt wer­den konn­te. Zum „Ein­fä­deln“war auch noch ei­ne Boh­rung am Kopf, vor dem Sat­tel not­wen­dig. Die Boh­rung und die Frä­sung wur­den mit dunk­lem Holz ver­schlos­sen. Das al­les nahm ei­ni­ge Wo­chen Zeit in An­spruch, und es wur­de No­vem­ber 1950, bis die ers­ten Gi­tar­ren aus­ge­lie­fert wer­den konn­ten. In­zwi­schen hat­te man sich auch ei­nen neu­en Na­men aus­ge­dacht. In ei­ner Zeit, in der ganz Ame­ri­ka je­den Abend vor dem Ra­dio saß, um Mu­sik zu hö­ren, schien der Na­me „Broad­cas­ter“für die­se Gi­tar­re per­fekt zu sein. Und was wur­de aus der Es­qui­re? Ge­mäß Le­os De­vi­se, nichts weg zu schmei­ßen, was man noch brau­chen könn­te, gab es die Es­qui­re ab 1951 als re­du­zier­te Broad­cas­ter mit nur ei­nem Ton­ab­neh­mer.

Poor Man’s Tele­cas­ter?

Wir wis­sen, dass die Broad­cas­ter sehr schnell in Tele­cas­ter um­ge­tauft wur­de. Die Es­qui­re blieb al­ler­dings Es­qui­re und wur­de oft spöt­tisch als Tele­cas­ter für ar­me Leu­te be­zeich­net. Schließ­lich war sie an­fangs 30 Dol­lar bil­li­ger. Ein min­der­wer­ti­ges In­stru­ment war sie ganz und gar nicht. Sie war aus den glei­chen Ma­te­ria­li­en ge­baut wie die Tele­cas­ter. Bei der Fer­ti­gung wur­de nicht un­ter­schie­den, le­dig­lich der Hals­ton­ab­neh­mer und ei­ne an­de­re Ver­drah­tung mach­ten den Un­ter­schied. Die meis­ten Es­qui­re Bo­dies ha­ben so­gar schon die Frä­sung für den Hals­ton­ab­neh­mer. Ty­pisch Fen­der, um die Fer­ti­gung so ein­fach wie mög­lich zu ge­stal­ten, wur­de halt nur ein Kor­pus-typ ge­fräst. Bei der Mon­ta­ge konn­te man ent­schei­den, wird es ei­ne Te­le oder ei­ne Es­qui­re und dann erst kam das Na­mens­schild auf die Kopf­plat­te. Für den Mu­si­ker hat­te das ei­nen im­men­sen Vor­teil. Ei­ne Es­qui­re ließ sich spä­ter pro­blem­los mit ei­nem zwei­ten PU nach­rüs­ten. Die Es­qui­re folg­te fort­an auch al­len Mo­dell­va­ri­an­ten der Tele­cas­ter. 1954 wur­de das schwar­ze Schlag­brett durch ein wei­ßes er­setzt, die La­ckie­rung wur­de hel­ler, mehr weiß als gelb. 1959 be­ka­men bei­de ein Pa­li­san­der­griff­brett. Und als ab 1959 ei­ne Lu­xus­aus­ga­be der Tele­cas­ter exis­tier­te, das Mo­dell Cust­om, wur­de auch ei­ne Es­qui­re Cust­om an­ge­bo­ten. Der Un­ter­schied zum Nor­mal­mo­dell war mar­gi­nal, ei­ne La­ckie­rung in Sun­burst und ein Bin­ding des obe­ren Kor­pus­ran­des.

ei­nen Ton­ab­neh­mers be­ein­flusst. Und hier scheint der Vor­teil der Es­qui­re ge­gen­über der Te­le zu lie­gen: Es gibt kei­nen Hals­ton­ab­neh­mer, der die Schwin­gung zu­sätz­lich be­ein­träch­tigt. Wie sehr Ma­gnet­fel­der den Klang ver­for­men kön­nen, wis­sen Stra­to­cas­ter­spie­ler. Wenn der Hals-pu ei­ner Strat zu nah an den Sai­ten ist, klin­gen die tie­fen Sai­ten ab dem 12. Bund über­haupt nicht mehr. Das Phä­no­men kennt man als Stra­ti­tis. Ei­ne Sai­te auf ei­ner Es­qui­re kann hin­ge­gen fast un­ge­stört schwin­gen. Na­tür­lich zieht das Ma­gnet­feld des Steg-pus auch an der Sai­te, al­ler­dings schwingt die Sai­te kurz vor dem Steg nicht so weit aus wie am Hals­an­satz. So­mit ist der stö­ren­de Ef­fekt er­heb­lich ge­rin­ger. Wel­che Vor­tei­le ei­ne Gi­tar­re mit nur ei­nem PU hat, wis­sen auch Lieb­ha­ber von Les Paul Ju­ni­or oder SG Ju­ni­or. Die­se Mo­del­le ha­ben ei­ne un­ge­heu­re Dy­na­mik ver­gleich­bar mit ei­ner Es­qui­re. Für die­sen Ar­ti­kel hat­ten wir das sel­te­ne Glück, ei­ne 1958er-tele­cas­ter mit ei­ner 1958er-es­qui­re ver­glei­chen zu kön­nen. Na­tür­lich sind sie klang­ver­wandt. Es ist das glei­che Holz, die glei­chen Bau­tei­le. Es sind ex­qui­si­te Gi­tar­ren, die, je­de für sich, gro­ßen Spaß ga­ran­tie­ren, den­noch ha­ben bei­de Mo­del­le ih­ren ei­ge­nen Cha­rak­ter. Die Es­qui­re ist bis­si­ger, ag­gres­si­ver, of­fe­ner, spricht fe­der­leicht an und hat mehr Sustain. In der hin­te­ren Schal­ter­stel­lung (Steg-pu pur) mag noch ei­ne Rol­le spie­len, dass der Ton der Es­qui­re oh­ne Um­weg über den Klan­g­reg­ler an den Aus­gang geht. In der Ver­drah­tung des Drei­weg­schal­ters sind bei­de ähn­lich. Die vor­de­re Po­si­ti­on bringt bei der Es­qui­re ei­nen sehr bass­las­ti­gen, fast dump­fen Ton. Leo Fen­der ver­wen­de­te hier di­ver­se Kon­den­sa­to­ren und dach­te wohl an ei­nen jaz­zi­gen

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