TE­LE­GE­NE SAH­NE­SCHNIT­TE Fra­mus GPS Te­le­vi­si­on Hum­bu­cker

Aus der Fra­mus Pro Se­ries stammt die­ses an­spre­chend ge­stal­te­te Thin­li­ne- Mo­dell. Die leicht­ge­wich­ti­ge GPS Te­le­vi­si­on war­tet mit schma­lem, asym­me­trisch ge­form­tem Kor­pus aus ge­höhl­tem Ma­ha­go­ni und ei­ner at­trak­ti­ven De­cke aus AA Fla­med Map­le auf. Den­ken wir

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de - TEXT Franz Holt­mann FO­TOS Die­ter Stork

Vor­bild für das uns vor­lie­gen­de ak­tu­el­le Fra­mus-te­le­vi­si­on-mo­dell ist ein Vin­ta­geDe­sign aus der 60er-jah­re-pro­duk­ti­on. Da­bei han­del­te es sich zwar auch schon um ei­ne Hol­low­bo­dy-gi­tar­re, al­ler­dings ist die­ser, aus la­mi­nier­tem Ahorn ge­fer­tig­te und mit ei­nem auf­ge­schraub­tem Hals aus Schicht­holz aus­ge­stat­te­te Vor­gän­ger mit dem heu­ti­gen In­stru­ment kaum mehr ver­gleich­bar, ab­ge­se­hen na­tür­lich von der Sil­hou­et­te. Die his­to­ri­sche Li­nie wur­de je­den­falls ge­wahrt und die stark über­ar­bei­te­te Ver­si­on zeigt ein­drucks­voll, was sich aus ei­nem über­kom­me­nen Ent­wurf mit Ge­schmack und mo­der­nen Mit­teln noch so al­les her­aus­ho­len lässt.

ge­lun­ge­nes up­date

Ver­gli­chen mit dem et­was ecki­gen Vin­ta­ge-de­sign der ur­sprüng­li­chen Te­le­vi­si­on ist die er­reich­te op­ti­sche und funk­tio­na­le Ele­ganz der heu­ti­gen Ver­si­on nur zu lo­ben, da ha­ben die Ent­wick­ler bei Fra­mus gan­ze Ar­beit ge­leis­tet. Die GPS Te­le­vi­si­on war­tet mit ei­nem sich auf die Zar­gen zu ver­jün­gen­den Kor­pus aus zwei­tei­lig ge­füg­tem Ma­ha­go­ni auf, der, ab­ge­se­hen von ei­nem so­li­de be­las­se­nen und bis un­ter das Tail­pie­ce rei­chen­den Mit­tel­part, groß­zü­gig aus­ge­höhlt wur­de. Die ele­gant ge­setz­ten Kon­tu­ren spie­geln sich in der eben­falls kon­tu­riert ge­stal­te­ten De­cke aus AA Fla­me Map­le, die es im er­ha­be­nen Mit­tel­be­reich auf im­mer­hin ca. 1,5 cm Stär­ke schafft. Ei­ne apart ge­stal­te­te ein­zel­ne Schall­aus­tritts­öff­nung er­setzt die ehe­mals gro­ßen f-lö­cher.

Mit per­fekt rund ab­ge­gli­che­nem Hals/kor­pus­über­gang ist der ein­tei­li­ge Hals aus Ma­ha­go­ni in Hö­he des 16. Bun­des in den Kor­pus ein­ge­setzt. Im Griff­brett aus Pa­li­san­der mit ei­nem Ra­di­us von 12" fin­den wir 22 ma­kel­los ver­ar­bei­te­te Jumbo Bün­de (IFT In­vi­si­ble Fret Tech­no­lo­gy = ge­fräs­te Bund­schlit­ze, Plek). Klei­ne Dot In­lays und fluo­res­zie­ren­de Punkt­ein­la­gen auf der Sicht­kan­te des Griff­bretts mar­kie­ren die La­gen. Die in ei­nem Win­kel von 8,5 Grad her­aus­ge­führ­te Kopf­plat­te ist mit Graph-techRa­tio- Lo­cking- Me­cha­ni­ken be­stückt. Die Sai­ten lau­fen über ei­nen Graph-techBlack-tusq-sat­tel in 648 mm Mens­ur­län­ge hin­über zur To­ne­pros Tu­ne-o-ma­tic Bridge mit St­op­tail – klas­si­scher Stan­dard. Die Elek­trik um­fasst zwei Sey­mour-dun­can-aph-1-hum­bu­cker mit Al­ni­co-2-ma­gne­ten in ver­chrom­ten Kap­pen. Ge­schal­tet wer­den die mit ei­nem auf die De­cke oben vorn plat­zier­ten 3-We­geTogg­le; je­weils ge­ne­rell ar­bei­ten­de Vo­lu­me- und To­ne-reg­ler (Letz­te­rer mit Push/pull Coil Split-funk­ti­on) ge­ben Kon­trol­le. Die Gi­tar­re ist per­fekt hoch­glän­zend in Vin­ta­ge Sun­burst la­ckiert und in Sum­me ex­zel­lent ver­ar­bei­tet. Ein Star­li­ne Gig­bag ge­hört zum Lie­fer­um­fang.

funk­tio­na­li­tät & prä­senz

Dank der Hol­low­bo­dy-kon­struk­ti­on ist die GPS Te­le­vi­si­on mit nur 3,1 kg an­ge­nehm leicht. Dar­über hin­aus liegt die Gi­tar­re mit ih­rem leicht flund­er­för­mig ge­stal­te­ten Bo­dy kom­for­ta­bel an und fügt sich mit der schma­len Zar­ge lo­cker un­ter den rech­ten Arm. Auch über das aus­ge­gli­che­ne mit­tel­star­ke Hals-shaping, die Bun­die­rung und das fi­na­le Se­t­up gibt es nur Gu­tes zu be­rich­ten, was sich zu­sam­men­ge­nom­men in groß­ar­ti­gen Spiel­ei­gen­schaf­ten nie­der­schlägt. Die klang­li­chen Grund­ei­gen­schaf­ten sind von re­so­nanz­star­ker Klan­gent­fal­tung und lo­bens­wert dy­na­mi­schem An­schlags­ver­hal­ten ge­prägt. Der Ton löst sich leicht, steht auch in den ho­hen La­gen be­mer­kens­wert fest und schwingt lang und eben­mä­ßig aus. Am Amp er­wei­sen sich die Dun­can APH-1 Hum­bu­cker mit ih­rem maß­vol­len Out­put als kon­ge­nia­le Ton­wand­ler, he­ben sie doch die gu­ten akus­ti­schen Ton­ei­gen­schaf­ten es­sen­zi­ell her­vor und in­sze­nie­ren ei­ne star­ke elek­tri­sche Bild­haf­tig­keit. Über den Hals-pick­up ge­spielt er­zie­len wir ei­nen mar­kan­ten Ak­kord­klang, der sich bei bes­ter Re­so­nanz­tie­fe und mit prä­zi­ser stimm­li­cher Durch­sicht für al­le Ar­ten der har­mo­ni­schen Be­glei­tung emp­fiehlt. Die dif­fe­ren­zier­te Darstel­lung trumpft mit fe­der­leich­ter Um­set­zung des An­schlags auf, Mehr­klän­ge öff­nen sich leicht­fü­ßig und mit per­fek­tem Aus­gleich in der stimm­li­chen Ge­wich­tung. Da­bei grei­fen die kon­tur­star­ken Bäs­se durch­aus tief, las­sen auch vom Holz et­was schme­cken und bie­ten ein ge­sun­des Fun­da­ment für die warm ge­run­de­ten Mit­ten und ei­ne of­fen­si­ve Hö­hen­dar­stel­lung. Im Over­dri­ve sind ge­hal­te­ne No­ten von bes­ter Stand­fes­tig­keit ge­prägt und neh­men ei­nen eben­mä­ßi­gen Ver­lauf. Schnell ge­spiel­te Li­ni­en pro­fi­tie­ren mit grif­fi­ger Kon­tur vom kraft­voll her­aus­ge­stell­ten An­schlag. Ge­hen wir auf den Hum­bu­cker am Steg, so tritt das holz­ge­tränk­te Rau­nen zu­rück und macht den Weg frei für ei­ne of­fen­si­ve Prä­senz. Sind die Sounds im Klar­klang noch sil­ber­glatt und leicht pi­cky, al­so mit ei­nem bis­si­gen Hö­hen-peak ge­seg­net und dem­ent­spre­chend fun­ky, so nimmt der ag­gres­si­ve Cha­rak­ter im Zerr­mo­dus des Amps deut­lich zu und der ver­dich­te­te Ton be­ein­druckt mit Druck und Durch­set­zungs­kraft. Wie zu­vor schon, macht sich auch in die­ser Schalt­po­si­ti­on die Hol­low­bo­dy- Kon­struk­ti­on durch ei­nen poin­tiert her­vor­ge­ho­be­nen An­schlag be­merk­bar, was selbst ra­sant ge­spiel­ten So­lo­li­ni­en noch ei­ne plas­ti­sche Grif­fig­keit ver­leiht. Ef­fek­tiv las­sen sich scharf um­ris­se­ne Ak­kor­de und grol­len­de

Riffs in­sze­nie­ren, auch das al­ter­nie­ren­de Spiel von Po­wer­chord und So­lo­phra­se fin­det über die­sen Pick­up zu bes­ten Er­geb­nis­sen. Prä­senz, Attack und Fe­der­kraft ge­hen Hand in Hand, sor­gen für ei­ne fa­mo­se Per­for­mance. In der mitt­le­ren Schalt­po­si­ti­on greift der Steg-pick­up stark auf die Klang­far­ben zu, was für ein of­fen­si­ves Klin­geln mit per­kus­si­ver Keh­lig­keit sorgt. Ein schö­ner, eben­falls ten­den­zi­ell of­fen­si­ver Kom­bi­k­lang, der sich in al­len Be­triebs­ar­ten gut macht. Al­ter­na­tiv lie­gen nun auch noch die per ge­zo­ge­nem To­ne-reg­ler auf­zu­ru­fen­den Split-sounds an, wel­che das Klan­g­re­per­toire um ty­pi­sche Sing­le­coil-klang­far­ben er­gän­zen. Die tre­ten al­ler­dings al­le­samt mit leicht zu­ge­spitz­tem Cha­rak­ter in Er­schei­nung. Die Span­ne reicht von hohl­wan­gi­gem Mes­ser­klang (Hals-pick­up) bis hin zu rich­tig gif­ti­gem Twang ( Ste­gPick­up). Auch in die­ser Schalt­ebe­ne sorgt die Hol­low­bo­dy-kon­struk­ti­on für per­kus­siv her­aus­ge­stell­te Kon­tu­ren. Ihr habt es längst be­merkt: Die GPS Te­le­vi­si­on legt es kei­nes­wegs dar­auf an, in das Ren­nen um den ge­schmei­digs­ten Vin­ta­geTon ein­zu­grei­fen – gut so! Ih­re Sounds sind eher mo­dern aus­ge­rich­tet, ja von dy­na­mi­schem Attack-ver­hal­ten und ge­ra­de­zu auf­rei­zen­der Prä­senz ge­kenn­zeich­net. Schluss­be­mer­kung: ein­ge­stöp­selt ver­langt die Te­le­vi­si­on nach ei­nem Gi­tar­ren­stän­der mit Kopf­ein­hän­gung, aber kein Ding, so ist das eben mit asym­me­tri­schen De­signs.

re­sü­mee

Mit dem GPS Te­le­vi­si­on Hum­bu­cker-mo­dell aus der Pro Se­ries legt Fra­mus ein star­kes In­stru­ment vor, das sei­nen Ent­wick­lern al­le Eh­re macht. Die Fort­schrei­bung wahrt die Tra­di­ti­on, zi­tiert sie aber eher, als ihr skla­visch an­heim zu fal­len und sorgt für ei­ne in je­der Hin­sicht er­freu­li­che Wand­lung. Das In­stru­ment ist nicht nur vor­bild­lich ver­ar­bei­tet und ein­ge­stellt, es trumpft auch mit cha­rak­ter­star­ken Sounds und bes­ten Spiel­ei­gen­schaf­ten auf. Der ein­tei­li­ge Hals be­kommt in je­der Hin­sicht Ex­tra­punk­te: tolles Ma­ha­go­ni, per­fek­te Bun­die­rung im po­lier­ten Pa­li­san­der­griff­brett, ge­fäl­li­ges Pro­fil – su­per! Die Dun­can APH1 Pick­ups pas­sen bes­tens zum In­stru­ment, he­ben mit ih­rem maß­vol­len Out­put die so­no­ren Stär­ken her­vor, kom­men aber in der Ka­te­go­rie Over­dri­ve auch mit ge­hö­ri­ger Prä­senz und Schlag­kraft rü­ber. Al­les ge­sagt: im­po­san­tes Up­date – groß­ar­ti­ges In­stru­ment!

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