Nein

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de -

Zu­nächst aber ge­fällt die Ex­ca­li­bur mit höchst er­freu­li­chen Spiel­ei­gen­schaf­ten dank ei­nes aus­ge­wo­gen pro­fi­lier­ten Hal­ses mit sam­ti­gem Griff und glän­zend ver­run­de­ten Griff­brett­kan­ten, sau­be­rer Bun­die­rung und op­ti­mal zu­gäng­lich ge­mach­tem 2-Ok­ta­ven-ton­um­fang. Die Sai­ten­la­ge konn­te tief und den­noch er­freu­lich schnarr­frei ein­ge­rich­tet wer­den, die ge­sam­te Hap­tik ist nur zu lo­ben. Akus­tisch an­ge­schla­gen war­tet die Gi­tar­re mit sehr schön strah­lend ge­run­de­tem, kraft­voll durch­zeich­ne­tem Ak­kor­dSound auf. Po­si­tiv auf­fäl­lig sind auch Ei­gen­schaf­ten wie ein dy­na­mi­sches Attack-ver­hal­ten und das sich bei ge­hal­te­nen No­ten sta­bil und ober­ton­reich ent­fal­ten­de Sustain. Die ver­bau­ten Dun­cans ge­hö­ren al­le­samt zu den et­was stär­ker ge­wi­ckel­ten Pick­ups. Der Hum­bu­cker SH-5 am Hals und sein Ge­gen­stück im Trem­bu­cker-for­mat TB-5 am Steg ar­bei­ten bei­de mit ke­ra­mi­schen Ma­gne­ten und wer­den als Paf-li­ke Hum­bu­cker mit me­di­um Out­put an­non­ciert; der SSL-6 mit Flat Ma­gnet Pat­tern (clas­sic over­wound) baut auf Al­ni­co 5 und soll vor al­lem Gi­tar­ris­ten, die gern dün­ne­re Sai­ten auf fla­chen Griff­bret­tern spie­len, hel­fen, den Sound ba­lan­ciert auf­zu­mot­zen. Der Hals-pick­up er­öff­net das elek­tri­sche Schar­müt­zel mit ei­nem kraft­vol­len, leicht gla­si­gen Sound – Paf-li­ke wür­de ich das nicht un­be­dingt nen­nen. Sei­ne Stär­ken lie­gen aber in der trans­pa­ren­ten Ak­kord­auf­lö­sung und ei­nem prä­zi­sen Ton, der sich nach mar­kant ak­zen­tu­ier­tem An­schlag sta­bil und stand­haft ent­fal­tet. Kon­tur­stark sind so­mit plas­tisch her­aus­ge­stell­te Li­ni­en im So­lo­spiel vor al­lem im Over­dri­ve zu ha­ben. Kraft­voll, rund, of­fen, hö­hen­satt, weit vor­ne: mit die­ser Prä­senz ist gut sin­gen.

Hum­bu­cker-sounds, als zwei­te, et­was zu­rück­ge­nom­me­ne Kl­an­ge­be­ne im Aus­drucks­ver­mö­gen der Ex­ca­li­bur zu be­trach­ten sind. Für das mun­te­re Glas­per­len­spiel die­ser Kom­bi-klän­ge gibt es denn auch reich­lich Ein­satz­punk­te im rhyth­mi­schen, per­kus­siv an­ge­leg­ten Be­gleit­spiel. In­ter­es­sant aber dar­über hin­aus auch die­se spe­zi­el­le, leicht splitt­ri­ge Klang­auf­lö­sung, die sich in ver­schie­de­nen Zerrin­ten­si­tä­ten fa­cet­ten­reich ein­stellt. Als et­was schwach im Wir­kungs­grad er­weist sich der To­ne-reg­ler, wel­cher erst im letz­ten Vier­tel des Re­gel­wegs wahr­nehm­ba­ren Ein­fluss auf den Klang nimmt, dann aber ab­rupt. Für Wah­wahähn­li­che Ein­blen­dun­gen ist das OK, aber grund­sätz­lich zu we­nig. Am En­de ge­fiel mir per­sön­lich im Re­per­toire der Sounds der des Steg-pick­ups am bes­ten. In Ver­bin­dung mit dem ver­stim­mungs­frei ope­rie­ren­den Floyd Ro­se Sys­tem las­sen sich da­mit kraft­voll drü­cken­de Ak­kor­de wun­der­bar sta­bil in Po­si­ti­on zie­hen, der kor­re­spon­die­ren­de Wech­sel von Sing­le No­te-phra­sen auf Po­wer­chor­ds oder an­de­re ein­fa­che Mehr­klän­ge im Sin­ne ei­ner or­ches­tra­len Spiel­auf­fas­sung – Spie­ler mit Trio-er­fah­rung wis­sen wo­von ich re­de – fin­det in die­ser Gi­tar­re und über die­sen Pick­up zu bes­ten Er­geb­nis­sen.

re­sü­mee

So pa­ra­dox rück­wärts­ge­rich­tet der Na­me, so hoch auch der Preis, der in Rech­nung zu stel­len­de Ge­gen­wert ist ein­fach ex­zel­lent: die Ex­ca­li­bur Cust­om ist ein toll nach vorn ge­dach­tes Werk­zeug, kei­ne Spur vom Staub der Jahr­hun­der­te, eher ein La­ser-schwert. Da braucht es ei­gent­lich kei­nen Rück­griff auf his­to­ri­sche Ver­diens­te, was die Ton­wand­lung an­geht (wo soll’s denn sonst her­kom­men?), so we­nig, wie das ei­gent­lich auch für die Na­mens­ge­bung gel­ten kann. Aber wer selbst Legende wer­den will, ko­ket­tiert halt auch gern mit sei­nen mut­maß­li­chen Vor­fah­ren. Ge­mach, des Schnö­sels geis­tig Ge­r­ecke fin­det just sein wohl­ver­dien­tes En­de. Zu­rück zum Schwert (huch, gleich wie­der so mo­dern): in dem kön­nen wir je­den­falls nur ei­ne Kon­struk­ti­on ab­fei­ern, die, den rich­ti­gen Spie­ler und Ein­satz­punkt vor­aus­ge­setzt, tat­säch­lich ei­ne ge­wis­se elek­tri­sche Macht/ Kraft ver­leiht. Klar kann man da­mit auch Hal­lo-wach-blues spie­len, aber so was von, tat­säch­lich ge­hört die­ses In­stru­ment aber in die Hand des

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