ÜBER­SICHT

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de -

dass der Amp bei mo­de­ra­te­ren Vo­lu­meS­tel­lun­gen in der Sound-qua­li­tät re­gel­recht schwä­chelt. Es ist halt nur das Dis­tor­ti­on-spek­trum we­ni­ger dicht und der Druck im Bass at­met fla­cher. Das lässt sich auch mit dem Re­so­nan­ce-po­ti nur be­dingt kom­pen­sie­ren. Doch fan­gen wir von vor­ne an, mit dem Chan­nel One. Er ist kon­se­quent Cle­an aus­ge­legt, er selbst über­steu­ert bei nor­ma­len In­put-pe­geln nicht. Wenn es über­haupt zu Over­dri­ve-ver­fär­bun­gen kommt, liegt das eher an der Sät­ti­gung der Pha­sen­trei­ber­stu­fe. Wie man es von den EL34 er­war­tet, ist die Cle­an-wie­der­ga­be in sich ab­ge­run­det, aus­ge­spro­chen kraft­voll, in den Mit­ten und den Hö­hen be­glei­tet von of­fen­si­ven „Ag­gro“-an­tei­len. Die un­ter­stüt­zen im End­ef­fekt die Durch­set­zungs­kraft. Die Klan­g­re­ge­lung be­wirkt we­nig – ein im Bass schlan­kes In­stru­ment fet­ter ma­chen ist nicht – aber die ge­ge­be­ne Ba­lan­ce der Fre­quenz­be­rei­che un­ter­ein­an­der ist grund­sätz­lich ab­so­lut ge­sund. Auf­fäl­lig und et­was be­denk­lich ist, dass der Chan­nel One am Ma­xi­mum nicht die glei­che ho­he Laut­stär­ke der an­de­ren bei­den Ka­nä­le er­reicht. Das kann für den, der wirk­lich laut spielt, in der Li­ve- Pra­xis pro­ble­ma­tisch sein. (Zur Ab­hil­fe könn­te man ei­nen Li­neBoos­ter vor­schal­ten, der aus dem recht über­steue­rungs­fes­ten Chan­nel One so­zu­sa­gen noch ein paar Watt mehr her­aus­kit­zeln könn­te. Gain wür­de man dann in den bei­den an­de­ren Ka­nä­len ein­fach et­was re­du­zie­ren.) Die bei­den Dis­tor­ti­on-sek­tio­nen Chan­nel Two und Chan­nel Th­ree lie­gen im rei­nen Klang­cha­rak­ter nicht wirk­lich weit aus­ein­an­der. Der Un­ter­schied im Gain-ni­veau ist al­ler­dings dra­ma­tisch. Wo­bei der Chan­nel Two kei­nes­wegs mo­de­rat kon­zi­piert ist. Sei­ne ( ho­he) Dis­tor­ti­on- In­ten­si­tät wird bei an­de­ren Fa­b­ri­ka­ten als hei­ßer Le­ad-ka­nal ge­han­delt. Ein klas­si­scher

Mar­shall, ele­gant heiß und im Ton cre­mi­ger ge­macht, das be­schreibt die To­na­li­tät auf ei­ne kur­ze For­mel ge­bracht. Der Chan­nel un­ter­stützt deut­lich das Sustain, bei ge­rin­ger Kom­pres­si­on. Schmat­zen­der An­schlags­biss, har­mo­ni­sche Ak­kord­zeich­nung, Ober­tö­ne tre­ten ger­ne und kräf­tig zu Ta­ge. Wer es ger­ne rau, er­dig mag, so­zu­sa­gen mit mo­der­ner Re­tro-at­ti­tü­de wird mit dem Chan­nel Two gro­ße Freu­de ha­ben. Um­schal­ten auf Ka­nal 3 und … dann voll durch­star­ten! Da der 5150III 50 Watt 6L6 schon ei­ne Wei­le auf dem Markt ist, dürf­te be­kannt sein, dass im drit­ten Ka­nal Hy­per- Über­schall- Dis­tor­ti­on re­giert. Ir­re, was da an Re­ser­ven zur Ver­fü­gung steht. Und dem ei­gent­lich „maß­lo­sen“Po­ten­ti­al hat EVH zi­vi­li­sier­tes Be­neh­men bei­ge­bracht. Klar ent­steht da or­dent­lich Rau­schen, aber re­la­tiv ge­se­hen hal­ten sich die Ne­ben­ge­räu­sche in ei­nem un­kri­ti­schen Rah­men. Dies so hin­zu­be­kom­men, ist die ei­ne schwie­ri­ge Sei­te sehr ho­her Vor­ver­stär­kung. Die an­de­re ist, den Ton­cha­rak­ter zu er­hal­ten bzw. ei­nen zu schaf­fen. Und auch das ist hier wirk­lich ex­zel­lent ge­lun­gen. Un­ter an­de­rem, weil der Chan­nel Th­ree trotz Ul­tra-gain ei­ne sehr vi­ta­le Dy­na­mik er­zeugt. Er be­güns­tigt vir­tuo­ses Spiel, weil er aus­ge­spro­chen trag­fä­hig mit den Gi­tar­ren­si­gna­len um­geht, und mit die­ser Fä­hig­keit auch in höchs­ten Ton­la­gen von e1 und h2 bril­liert. Wie schön, wenn die No­ten da oben satt rü­ber­kom­men (im Blue-mo­dus/chan­nel Two fluppt das nicht ganz so gut). Der Ton­cha­rak­ter? Na, der er­füllt na­tür­lich per­fekt das Kli­schee vom (über-) hei­ßen Brown­sound. Mit le­ben­digs­ter An­spra­che

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