Eich Am­pli­fi­ca­ti­on 110XS & 110XS Cust­om Co­lour

Die Mi­nia­tu­ri­sie­rung des not­wen­di­gen Bas­sis­ten- Be­stecks hat ge­wiss den Be­quem­lich­keits­as­pekt auf sei­ner Sei­te. Mit dem Ne­ben­ef­fekt, dass die An­la­ge auf der Büh­ne zu­neh­mend un­sicht­ba­rer wird.

Gitarre & Bass - - Leser Post Post@gitarrebass.de - TEXT Dirk Groll FO­TOS Die­ter Stork

Die klei­ne 110XS von Eich Am­pli­fi­ca­ti­on ist schon recht per­fekt in die­ser Dis­zi­plin und doch ein ernst­zu­neh­men­der Bas­sMo­ni­tor, der ei­ne Men­ge Durch­set­zungs­kraft in de­tail­lier­ter Wie­der­ga­be­gü­te ver­spricht. Und wer den ver­blüf­fen­den Ton nicht ganz so un­auf­fäl­lig prä­sen­tie­ren mag, kann sein Zwer­gen­ka­bi­nett mit di­ver­sen Cust­om-co­lour-va­ri­an­ten be­zie­hen las­sen.

ex­tra klein

Das be­deu­tet der Xs-zu­satz im Na­men, und die 110XS ist der­zeit auch ab­so­lut die kleins­te Bass­box bei Eich Am­pli­fi­ca­ti­on. 35 x 38 x 35 cm, das er­gibt ein Brut­to­vo­lu­men von gut 46 Li­tern, der 10"-Wür­fel wiegt gera­de ein­mal 10 kg. Das ist in­so­fern be­mer­kens­wert, als dass der 300Watt-zehn­zöl­ler im In­ne­ren ei­nen fet­ten Ke­ra­mik­ma­gnet be­sitzt – des­sen Pfun­de letzt­end­lich durch kon­se­quen­tes Ge­wichtspa­ren beim Ge­häu­se­bau aus­ge­gli­chen wur­den. Selbst­ver­ständ­lich darf da­bei nichts rap­peln, und in der pe­gel­fes­ten Leicht­bau­wei­se hat Tho­mas Eich schließ­lich lan­ge Er­fah­rung. Der Bass­re­flex-ku­bus ist in ak­ku­ra­ter Prä­zi­si­on aus 15 mm ex­tra­leich­tem, aber zä­hem Pap­pel-sperr­holz ge­baut und in­nen durch zwei Steh­bret­ter ver­steift, die zu­gleich die nach hin­ten öff­nen­den Bass­re­flex-tun­nel bil­den. Maß­voll wer­den im In­ne­ren ste­hen­de Wel­len durch ein we­nig Nop­pen­schaum­stoff eli­mi­niert, oh­ne die Klein­box tot­zu­dämp­fen. Zur ho­mo­ge­nen Er­wei­te­rung der Hö­hen steht ne­ben dem mit fet­ter Lit­ze an­ge­schlos­se­nen 10“-Bass ein klei­ner Ko­nu­s­laut­spre­cher mit la­ckier­ter 3“-Mem­bran be­reit, per Schal­ter mit vol­lem oder hal­bem Pe­gel an­steu­er­bar, auch ei­ne Off-ein­stel­lung gibt es. Er sitzt in ei­ner ei­ge­nen Ge­häu­se­kam­mer, da­mit die klei­ne Mem­bran nicht durch die Druckerzeu­gung des Bass­laut­spre­chers aus­ge­lenkt wird. Die filz­be­zo­ge­ne Schall­wand sitzt re­la­tiv tief im Ge­häu­se; die schüt­zen­de Ny­lon-front­be­span­nung ist schon auf ein di­ckes Brett auf­ge­zo­gen und be­nö­tigt den­noch zu­sätz­li­che Ab­stand­shal­ter für die Klett­be­fes­ti­gung. Soll der Hohl­raum zwi­schen den Laut­spre­chern und Be­span­nung wo­mög­lich dem Klang­de­sign die­nen?

ver­blüf­fen­der um­fang

Un­ten sind auf­fäl­lig di­cke Gum­mi­fü­ße auf­ge­schraubt, das schafft Platz für den Edel­stahl­stab, der zum Schräg­stel­len der Box be­nö­tigt wird. In ei­nem Bass­re­flext­un­nel fin­det sich die Auf­nah­me da­für, und wenn der Stab nicht be­nö­tigt wird, hal­ten ihn zwei Klem­men auf der Un­ter­sei­te fest. Der oben an­ge­brach­te Schalen­griff reicht für den be­que­men Trans­port des 10-Ki­lo-wür­fels lo­cker aus. Ein omi­nö­ses Blech mit zwei Lö­chern fin­det sich noch auf der Ober­sei­te – es ist die Hal­te­rung für die Fü­ße al­ler Eich-basstops der T-se­rie, die sich so­mit nicht mehr von der Box zie­hen las­sen. Im An­schluss­feld fin­den sich au­ßer dem Hoch­ton-schal­ter zwei Kom­bi­buch­sen für Spea­kon oder Klin­ke. Schwar­zer und wei­ßer To­l­exBe­zug ist Stan­dard, wer es far­big mag, muss ei­nen Fünf­zi­ger drauf­le­gen, Par­ty­G­lit­ter kos­tet 90 ex­tra. So­viel zur in­di­vi­du­el­len Sicht­bar­keit der Klein­box. Die 110XS kann vor al­lem aber auch in der Wie­der­ga­be über­zeu­gen, wo aus klei­nem Vo­lu­men ein an­stän­di­ger, ja so­gar ver­blüf­fend aus­ge­wo­ge­ner Bass­ton her­aus­ge­kit­zelt wird. Kla­re De­tails sind oh­ne­hin ei­ne Stär­ke des 10"-For­mats, hier nach oben hin tat­säch­lich ho­mo­gen un­ter­stützt durch den Dreiz­öl­ler. Die Half-ein­stel­lung für den Hoch­tö­ner wird bei fet­zi­gem Spiel über­trie­be­ne Här­te

ver­mei­den, wo die Full-stel­lung in Hi­fiMa­nier für ge­die­ge­ne Klang­dar­stel­lung pas­send ist. So­bald Ver­zer­rer ins Spiel kom­men, könn­te es run­der und har­mo­ni­scher klin­gen, wenn gar kein Hoch­tö­ner in­vol­viert ist – da­für gibt es die Off- Ein­stel­lung. Aus den rück­wär­ti­gen Bass­re­flext­un­neln be­kommt der kla­re und di­rek­te Ton der 110XS so­li­de Tie­fe, was auch mit ei­nem Fi­vestring funk­tio­niert. Der er­staun­lich wei­te Fre­quenz­um­fang, den der Klein­mo­ni­tor ak­ku­rat re­pro­du­ziert, ist üb­ri­gens auch für die Wie­der­ga­be akus­ti­scher Bäs­se bis hin zum gro­ßen Kon­tra­bass sehr viel­ver­spre­chend. Üb­ri­gens hat der auf­ge­klet­te­te Be­span­nungs­rah­men tat­säch­lich Aus­wir­kun­gen auf die Klan­gab­strah­lung: Mit of­fe­ner Spea­k­er­front be­tont die Box luf­ti­ge Bril­lanz, kommt aber ins­ge­samt et­was dün­ner rü­ber, mit auf­ge­setz­ter Be­span­nungs­blen­de kon­zen­trier­ter auf das We­sent­li­che, ei­ne ein­deu­ti­ge Ver­bes­se­rung.

re­sü­mee

Die kleins­te Bass­box im Eich-pro­gramm klingt deut­lich grö­ßer, als sie aus­sieht. Da­bei ist nicht nur die bis in tiefs­te Fi­vestring-fre­quen­zen wirk­sa­me Bass­re­flexUn­ter­stüt­zung be­mer­kens­wert, son­dern auch der ins­ge­samt sehr wei­te Fre­quenz­be­reich, der hier ak­ku­rat und de­tail­fein dar­ge­bo­ten wird. Nicht zu­letzt die Mög­lich­keit, den Bass­ton steil nach oben di­rekt auf die Oh­ren zu strah­len, ver­leiht die­sem hoch­wer­ti­gen Klein­mo­ni­tor be­son­de­ren Pra­xis­wert.

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