JHS Spring Tank Re­verb & Pink Pan­ther De­lay

Al­te Sounds im tech­nisch zeit­ge­mä­ßen Ge­wand sind das Ge­bot der St­un­de. Neu­es Stu­di­en­ma­te­ri­al da­zu kommt aus Kan­sas Ci­ty in Gestalt zwei­er JHS- Pe­da­le. Die las­sen die at­mo­sphä­ri­schen Klän­ge von Ban­decho und Fe­der­hall wie­der auf­er­ste­hen, kön­nen aber noch ei

Gitarre & Bass - - Die Twang- Helfer - TEXT Mar­tin Schmidt FO­TOS Die­ter Stork

Die von Josh Scott be­trie­be­ne Fir­ma fer­tigt aus­schließ­lich in den USA und war­tet mit ei­ner be­ein­dru­cken­den En­dor­ser­lis­te auf: Ne­ben Rock­stars wie Ryan Adams und John May­er fin­den sich Gi­tar­ren­hel­den wie An­dy Tim­mons, Am­bi­ent-spe­zia­list Da­ni­el La­nois und zahl­rei­che Si­de­men be­kann­ter und we­ni­ger be­kann­ter ame­ri­ka­ni­scher Künst­ler un­ter den Nut­zern der hoch­wer­ti­gen Bo­den­tre­ter. Der Fir­men­chef war selbst lan­ge als tou­ren­der Mu­si­ker un­ter­wegs und weiß of­fen­sicht­lich, wor­auf es an­kommt.

pink pan­ther de­lay

Ich muss ge­ste­hen, dass ich ein Fai­b­le für Spark­le-la­ckie­run­gen ha­be, egal ob sie auf Gi­tar­ren, Drums oder Pe­da­len zu fin­den sind. Glei­ches gilt für die Far­be Pink und so­mit ist das Pink-pan­ther-pe­dal für mich op­tisch schon ein Ge­win­ner. Das sta­bi­le Me­tall-ge­häu­se mit sil­ber­nen Reg­ler­knöp­fen, fest mon­tier­ten Klin­ken­buch­sen und der lus­ti­gen Pau­le-pan­ther-co­mic­fi­gur ver­setzt mich eben­falls in gu­te Stim­mung. Hin­ter der schi­cken Fas­sa­de ver­birgt sich ein mit Mög­lich­kei­ten voll­ge­pack­tes Di­gi­tal-de­lay, das laut Web­site „al­les bie­tet was man braucht und sonst nichts.“Dann schau­en wir mal … Ne­ben Reg­lern für Ver­zö­ge­rungs­zeit, Wie­der­ho­lungs­an­zahl und den Mix von Ori­gi­nal- und Ef­fekt­si­gnal kann man den Sound­cha­rak­ter der Wie­der­ho­lun­gen mit dem „Dar­ken“be­zeich­ne­ten Po­ti re­geln. Die Be­zeich­nung ist äu­ßerst tref­fend – man blen­det stu­fen­los von su­per­kla­ren Di­gi­tal-echos zur wär­mer und ana­lo­ger klin­gen­den Va­ri­an­ten über. Als wei­te­re Klang­mög­lich­keit schal­tet ein Schieb­schal­ter an der lin­ken Ge­häu­s­e­sei­te zwi­schen Di­gi­tal- und Tape-mo­de hin- und her. Der Tape-mo­dus klingt et­was di­cker und kom­pri­mier­ter, un­ter­schei­det sich aber nicht dras­tisch von der Di­gi­tal-stel­lung. Wer Mo­du­la­ti­on im Echo mag, kann mit ei­nem Mi­ni-toggles­witch zwi­schen zwei Va­ri­an­ten wäh­len oder sie aus­schal­ten. Als letz­te Funk­ti­on gibt es noch ei­nen Tap-tem­po-schal­ter mit wähl­ba­rer Ra­tio – Vier­tel, Ach­tel, Sech­zehn­tel oder punk­tier­te Ach­tel sind mög­lich. Trotz der Fül­le an Fea­tu­res lässt sich das Pink- Pan­ther- De­lay sehr in­tui­tiv be­die­nen. Trotz di­gi­ta­ler Kon­struk­ti­ons­wei­se klingt es nicht kalt und ste­ril, son­dern bie­tet in je­der Ein­stel­lung ei­nen ten­den­zi­ell war­men Grund­sound. Durch die Re­gel­bar­keit des Klang­cha­rak­ters der Echos las­sen sich ei­ne Men­ge Sounds er­zeu­gen. Im Rechts­an­schlag er­hält man äu­ßerst de­fi­nier­te Echo-klän­ge, die sich für rhyth­mi­sche 80er-jah­re-parts an­bie­ten. Dreht man den Reg­ler nach links, wer­den die Wie­der­ho­lun­gen dump­fer und klin­gen et­was de­zen­ter und un­auf­dring­li­cher. JHS ver­sucht nicht akri­bisch ei­nen Ta­peEcho-ton nach­zu­bil­den, son­dern lie­fert eher ei­nen war­men Ana­log-de­lay-sound, der aber durch­aus in der La­ge ist, Seven­ties- Flair zu ver­brei­ten. Nicht ganz so va­ri­an­ten­reich ist die Mo­du­la­ti­on. Stel­lung 1 bie­tet ei­ne schnel­le­re Ra­te mit sub­ti­le­rer Ton­hö­hen­ver­schie­bung, wäh­rend Stel­lung 2 lang­sa­mer und lei­ern­der zu Wer­ke geht. Bei­de Va­ri­an­ten sind aber be­son­ders bei län­ger ste­hen­den Tö­nen oder Ak­kor­den deut­lich wahr­nehm­bar und klin­gen mehr nach Cho­rus als nach Tape-echo-ma­gie. Für spe­zi­el­le Sounds reiz­voll, aber im Dau­er­be­trieb für mich et­was pe­ne­trant. Spa­ci­ge Selbstos­zil­la­ti­on hat das Pe­dal nicht an Bord. Mit weit auf­ge­dreh­tem Mix- und Re­peat-reg­ler kann man zwar mit dem Time-po­ti in­ter­es­san­te Ge­räu­sche er­zeu­gen, die aber nicht wirk­lich viel mit Hen­d­rix- ar­ti­gen oder Pink- Floyd- mä­ßi­gen Space­ship­Sounds zu tun ha­ben. Der Hip­pie-fak­tor des Pink Pan­ther ist al­so ge­ring, was aber den gu­ten Ge­samt­ein­druck nicht trübt. Das Pe­dal hält, was die Web­site ver­spricht und bie­tet al­le gän­gi­gen De­lay­sounds, vom Ro­cka­bil­lySlap über brei­te So­lo­sounds bis zu Am­bi­ent-ar­ti­gen Klän­gen im in­spi­rie­ren­den Sound­for­mat. Be­son­ders er­freu­lich fin­de ich, dass al­le Funk­tio­nen qua­si selbst­er­klä­rend und un­kom­pli­ziert zur Ver­fü­gung ste­hen und man be­stimm­te Mög­lich­kei­ten wie z. B. die Mo­du­la­ti­on auch ein­fach aus dem Si­gnal­weg ent­fer­nen kann, wenn man sie nicht braucht – und das oh­ne die Be­schäf­ti­gung mit kom­ple­xen Dop­pel­funk­tio­nen oder in­ter­nen Trim-po­tis.

spring tank

Im Ge­gen­satz zum va­ria­blen ro­sa­ro­ten Pan­ther po­si­tio­niert sich der Spring-tan­kRe­verb deut­lich nä­her am Re­tro-vor­bild und bil­det den Fen­der Tu­be Re­verb nach. Vom De­sign ist er et­was schlich­ter ge­hal­ten, sieht aber mit dem wei­ßen Ge­häu­se und den an Mxr-pe­da­le er­in­nern­den Po­tiknöp­fen trotz­dem gut aus. Über das Pan­zer-lo­go, das mit den ver­schie­de­nen

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