Franz Bass­gui­tars Si­ri­us 4 Ralf Gauck, E-bass

Franz Bass­gui­tars Si­ri­us 4 Ralf Gauck Vor al­lem auf dem bund­lo­sen Griff­brett ist Ralf Gauck ein ge­schätz­ter Per­for­mer und ge­ra­de erst von der Deut­schen Pop­stif­tung als bes­ter Bas­sist aus­ge­zeich­net wor­den. Sein neu­es­ter Bass ist al­ler­dings kein Fret­less, s

Gitarre & Bass - - INHALT - TEXT Dirk Groll y FO­TOS Die­ter Stork

Ob das nun der Be­quem­lich­keit ge­schul­det ist, lässt sich eher nicht an­neh­men, sei­ne Fin­ger sind trai­niert. Je­doch klin­gen me­tal­le­ne Bün­de ein­fach an­ders, und wer dau­ernd flie­ßend zwi­schen den Tö­nen hin- und her­glei­ten konn­te, für den ist der kla­re Klick bei der Ton­wahl ei­ne will­kom­me­ne Be­rei­che­rung. Schau­en wir ge­nau­er hin, wie sich ein Fret­less-bas­sist sei­nen Traum-bund­bass vor­stellt.

ein­hei­misch

Als Ba­sis dient wie­der das Sin­gle­cut-de­sign des Si­ri­us 4, mit dem Ralf Gauck ja als Fret­less gut ver­traut ist. Der durch­ge­hen­de Hals ist fünf­strei­fig aus ther­mo­be­han­del­tem, Eschen­holz ge­baut, hin­zu­rech­nen muss man da­bei al­ler­dings noch vier schma­le­re Zwi­schen­la­gen aus Nuss­baum. Um kom­plett bei ein­hei­mi­schen Höl­zern zu blei­ben, ist das di­cke Griff­brett aus knall­har­ter Zwetsch­ge ge­fer­tigt, dar­in sit­zen nun die 24 Jum­bo­b­ün­de, ein zu­sätz­li­cher Null­bund vor dem Holz­sat­tel de­fi­niert die Leer­sai­ten­la­ge. Seit­lich sind Kor­pus­flü­gel aus fran­zö­si­schem Nuss­baum an­ge­leimt, die zur Ge­wichts­er­spar­nis mit Hohl­kam­mern ver­se­hen sind. Von vor­ne wird der durch­ge­hen­de Hals durch ei­nen per­fekt ein­ge­pass­ten Wal­nut-auf­lei­mer ver­steckt. Mit dem hell­brau­nen Griff­brett­holz kor­re­spon­diert die gro­ße Pick­up-kap­pe, die eben­falls aus Pflau­men­baum be­steht. Un­ter die­ser gro­ßen „Ram­pe“, die beim An­schla­gen den Fin­ger­kup­pen als Be­gren­zungs­flä­che dient, ste­cken zwei ge­stack­te Rhein­gold-hum­bu­cker mit Neo­dym-ma­gne­ten. Auf­fäl­lig ist noch die höl­zer­ne Er­wei­te­rung un­ter dem Ton­ab­neh­mer, die als Fin­ger­halt bei wei­chen Dau­men­an­schlä­gen nutz­bar ist. Und noch­mals Zwetsch­gen­holz fin­det sich als Ein­la­ge hin­ter dem Steg, wo die Sai­ten ab­kni­cken und durch den Kor­pus ge­führt sind. Beim Steg selbst han­delt es sich um ei­ne drei­di­men­sio­nal jus­tier­ba­re ETSKon­struk­ti­on, bei der die be­weg­li­chen Tei­le durch Klemm­schrau­ben fest­ge­setzt wer­den. Se­cu­ri­ty Locks von Schal­ler die­nen der si­che­ren Gurthal­te­rung, ge­kap­sel­te Prä­zi­si­ons-tu­ner von Go­toh der fein­gän­gi­gen Stimm­bar­keit.

wil­lig

Nur 3,6 kg wiegt die­ser gro­ße Sin­gle­cut, und sein leicht durch­ge­wölb­ter Kor­pus schmiegt sich sta­bil an den Bauch. Spiel­kom­fort bie­tet auch die perfekte Ba­lan­ce, der Longs­ca­le hängt wil­lig in je­der ge­wünsch­ten Spiel­hal­tung. Durch in­ter­ne Gra­phit­ver­stei­fun­gen kann das Hals­pro­fil fast be­lie­big schlank aus­ge­führt wer­den, hier fällt die un­sym­me­trisch ab­ge­flach­te Rück­sei­te auf, die der Greif­hand un­ter den ho­hen Sai­ten zu­sätz­li­chen Frei­raum ver­schafft. Und so gibt sich der bun­dier­te Vier­sai­ter aus­ge­spro­chen leicht­gän­gig und bie­tet bis zum letz­ten Bund­stäb­chen mü­he­lo­se Spiel­freu­de. Die wird nicht zu­letzt auch durch reich­lich Sustain-rü­cken­wind aus der Holz­kon­struk­ti­on be­feu­ert, in je­der La­ge schnurrt und schwelgt die­ser Bass mit kul­ti­vier­tem, gleich­mä­ßi­gem Schwing­wil­len. Wie auch bei sei­nem bund­lo­sen Si­ri­us, ver­zich­tet Ralf Gauck auf elek­tro­ni­sche Spie­le­rei­en und lei­tet die Si­gna­le der bei­den Ton­ab­neh­mer auf mög­lichst di­rek-

tem Weg zur Aus­gangs­buch­se. Noch nicht ein­mal ein Laut­stär­ke­reg­ler ist vor­han­den, le­dig­lich ein Über­blen­der zur Mi­schung der bei­den Qu­el­len und ei­ne pas­si­ve Hö­hen­blen­de für mil­de­re Sounds. Kraft­vol­le Ma­gne­te be­sche­ren den Ton­ab­neh­mern ei­nen ge­sun­den Out­put mit sau­ber fun­dier­tem Bass und knur­ri­gem, den­noch de­tail­liert of­fe­nem Mit­ten­spek­trum. Ganz oben for­mu­lie­ren die Rhein­gold-hum­bu­cker die Tö­ne eher mild und ge­wo­gen, auch oh­ne zu­ge­dreh­te Hö­hen- blen­de tre­ten hier kei­ne spit­zen Bril­lan­zen in den Vor­der­grund, was die­sen bun­dier­ten Bass klang­lich sanft an Gaucks ge­wohn­te Fret­less-klän­ge an­gleicht.

re­sü­mee

Ralf Gaucks neu­er Bund­bass be­geis­tert mit per­fek­ter Aus­ge­wo­gen­heit, und das so­wohl in der kom­for­ta­blen Er­go­no­mie und mü­he­lo­ser Leicht­gän­gig­keit als auch in sei­nen kul­ti­vier­ten Elek­tro-sounds, die bei al­ler Deut­lich­keit so gar nicht elek­trisch, son­dern har­mo­nisch und ge­fühl­voll rü­ber­kom­men. Na­tür­lich ist die­ser Traum­bass auf ei­nen In­stru­men­tal­so­lis­ten zu­ge­schnit­ten, aber man muss kein So­lo­spie­ler sein, um solch voll­ende­te Ei­gen

schaf­ten dank­bar zu wür­di­gen. n

Das Sin­gle­cut-de­sign be­ein­träch­tigt nicht die mü­he­lo­se Spiel­bar­keit bis zum höchs­ten Bund.

Un­ter der höl­zer­nen „Ram­pe“ste­cken zwei kräf­ti­ge Neo­dymHum­bu­cker.

Der Si­ri­us ist kom­plett aus ein­hei­mi­schen Höl­zern ge­baut.

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