Ani­mal Fac­to­ry Am­pli­fi­ca­ti­on Pit Vi­per, Dis­tor­ti­on-pe­dal

Ani­mal Fac­to­ry Am­pli­fi­ca­ti­on Pit Vi­per Ein Dis­tor­ti­on Pe­dal aus in­di­scher Ma­nu­fak­tur- Pro­duk­ti­on? Hoch­glanz­po­lier­tes Ge­häu­se mit La­ser­gra­vur? Schalt­ba­re Clip­ping- Op­tio­nen mit ver­schie­de­nen Zerr- Ei­gen­schaf­ten? Kei­ne Idee? Darf ich vor­stel­len: die Pit Vip

Gitarre & Bass - - INHALT - TEXT Chris­ti­an Braun­schmidt y FO­TOS Die­ter Stork

Still und heim­lich ist die Pit Vi­per al­so aus dem Her­zen Bom­bays bis in die Stu­di­os von Ni­ne-inch-nails-chef Trent Rez­nor und Pro­du­zent Alan Moul­der ge­kro­chen um dort ihr Gift zu ver­brei­ten – so­gar Gi­tar­ren-wun­der St. Vin­cent hat die sil­ber­ne Kis­te mitt­ler­wei­le auf ih­rem Pe­dal­board. Den Jungs von Ani­mal Fac­to­ry Am­pli­fi­ca­ti­on (kurz AFA) geht es bei der Pit Vi­per in­ter­es­san­ter­wei­se nicht dar­um, ein Pe­dal zu bau­en, wel­ches trans­pa­rent, sau­ber oder Tu­be-li­ke klin­gen soll. Nein, hier dreht sich al­les um rich­tig hei­ße So­lid-sta­te-dis­tor­ti­on-sounds.

ach­tung bis­sig!

Öff­net man den ed­len Kar­ton mit Ma­gnet­ver­schluss, strahlt ei­nen ein auf Hoch­glanz po­lier­tes Alu­ge­häu­se mit auf­wen­di­ger La­ser­gra­vur an. Die Gra­phik ei­nes Schlan­gen­kop­fes mit zwei grü­nen Sta­tusLEDS in den Au­gen ist sehr ge­lun­gen – hier wur­de sau­ber und ge­nau ge­ar­bei­tet. Le­dig­lich der Ska­lie­rung bzw. der Be­schrif­tung der Reg­ler hät­te ein farb­li­cher Kon­trast für die bes­se­re Ables­bar­keit gut ge­tan. Ne­ben den üb­li­chen drei Ver­däch­ti­gen Vo­lu­me („To­xi­ci­ty“), To­ne („Hiss“) und Gain („Ve­nom“) fin­den wir ne­ben ei­ner wei­te­ren LED zwei klei­ne Drei-we­gTogg­le-schal­ter mit den Be­zeich­nun­gen „Fe­ar“(zu­stän­dig für das Soft Clip­ping) und „Ma­li­ce“(zu­stän­dig für das Hard Clip­ping). Mit die­sen bei­den Schal­tern kön­nen nun ver­schie­de­ne Stu­fen von Kom­pres­si­on so­wie Soft- bzw. Hard-clip­ping hin­zu­ge­schal­tet wer­den, wo­bei die Mit­tel­po­si­ti­on der bei­den Schal­ter den Off-zu­stand der Clip­ping-di­oden mar­kiert. Bei bei­den Schal­tern wird auf der lin­ken Sei­te ei­ne klei­ne LED über­steu­ert, wel­che je nach Mo­dus grün oder rot auf­leuch­tet. Im In­ne­ren der Pit Vi­per sitzt ei­ne klei­ne und ziem­lich sau­ber be­stück­te Pla­ti­ne, de­ren Herz­stück ein auf ei­nem So­ckel sit­zen­der TLC2262 Ope­ra­ti­ons­ver­stär­ker ist. In­ter­es­san­ter­wei­se er­mu­tig­ten die Jungs von AFA ih­re Kun­den, ver­schie­de­ne Op-amps aus­zu­pro­bie­ren und lie­fern in der sehr gut ge­schrie­be­nen Be­die­nungs­an­lei­tung ge­naue Hin­wei­se zum Wech­sel des Chips so­wie ei­ne Lis­te mög­li­cher Al­ter­na­ti­ven gleich mit. Al­les in al­lem macht das Kon­zept und die Kon­struk­ti­on der AFA Pit Vi­per ei­nen sehr gu­ten Ein­druck. Selbst­re­dend wur­den nur hoch­wer­ti­ge Bau­tei­le ver­wen­det; ein Bat­te­rie­be­trieb ist auf­grund der raum­grei­fen­den, ge­schlos­se­nen Buch­sen nicht mög­lich. Das ein­zi­ge De­tail, wel­ches mir nicht gut ge­fällt, ist der sehr nah an der In­put­buch­se an­ge­brach­te An­schluss für das Netz­teil – hier könn­te es auf dem ewig über­füll­ten Pe­dal­board zu Platz­pro­ble­men kom­men. Am Ver­stär­ker zeigt un­ser Test-pe­dal dann auch sehr schnell und oh­ne Um­schwei­fe die Zäh­ne. Schon mit al­len Reg­lern in der 12-Uhr-po­si­ti­on und mit de­ak­ti­vier­ten Clip­ping-op­tio­nen geht hier rich­tig die Post ab. Der Sound ist un­heim­lich ra­sant, hat ein an­ge­neh­mes Maß an Kom­pres­si­on und beißt vor al­lem in den obe­ren Hö­hen so rich­tig zu. Da­bei macht die Pit Vi­per gar kei­nen Hehl dar­aus, dass hier kei­ne Röh­re im Spiel ist – wir ha­ben es (im po­si­ti­ven Sin­ne) mit ei­ner sehr cha­rak­ter­vol­len und dre­ckig klin­gen­den Tran­sis­tor-sä­ge zu tun. Die Gain-re­ser­ven sind be­acht­lich hoch und auch der Laut­stär­ke-reg­ler ist nicht ge­ra­de ein Lei­se­tre­ter. So rich­tig span­nend wird es, wenn die bei­den Mi­ni-schal­ter ins Spiel kom­men. Legt man den Fe­arSwitch nach links, hört man ei­nen dre­cki­gen und in den Bäs­sen leicht nach­ge­ben­den Dis­tor­ti­on-sound, wel­cher vor al­lem auf den Dis­kant­sai­ten ei­ne sehr gu­te Fi­gur macht – hier be­we­gen wir uns ir­gend­wo im Nir­gend­wo zwi­schen Dis­tor­ti­on- und de­zen­ten Fuzz-sounds. Da­bei ist der klang­li­che Cha­rak­ter in bei­den Po­si­tio­nen des Fe­ar-schal­ters et­was wei­cher und in den Hö­hen mi­ni­mal ge­dämpf­ter. Im di­rek­ten Ver­gleich geht die Hard- Clip­ping- Op­ti­on des Ma­li­ce- Swit­ches da schon deut­lich ent­schlos­se­ner zu Wer­ke. Der Bass­be­reich wird deut­lich straf­fer und das Ober­ton­s­pek­trum wird merk­lich in den Vor­der­grund ge­stellt. Be­son­ders die LEDSei­te des rech­ten Togg­le-schal­ters hat es mir sehr an­ge­tan. Hier hö­ren wir ein au­ßer­or­dent­lich ge­nau­es Attack und da­mit ver­bun­den ei­nen sehr prä­zi­sen Zerr-sound. Be­wegt man den Schal­ter in die rech­te Po­si­ti­on, wird der Ton noch ei­ne Idee kom­pri­mier­ter, was na­tür­lich für tra­gen­de Le­ad-pas­sa­gen op­ti­mal ist. Da man auch bei­de Clip­ping-ar­ten mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren kann, er­öff­net sich dem Spie­ler hier ei­ne Welt un­ter­schied­lichs­ter Dis­tor­ti­onSounds.

re­sü­mee

Die Pit Vi­per spe­zia­li­siert sich auf sat­te, dre­cki­ge und zum Teil rich­tig fies klin­gen­de Dis­tor­ti­on-sounds. Und das macht Spaß! Der Preis von € 189 geht mei­nes Erach­tens voll­kom­men in Ord­nung – schließ­lich ha­ben wir es hier mit hoch­wer­ti­ger Ma­nu­fak­tur-ar­beit zu tun, un­be­dingt an­che­cken! In­ter­net: www.ani­mal­fac­tory­amps.com Preis(street): ca. 189 n

PLUS

• ag­gres­si­ve Dis­tor­ti­onSounds • Op­tik • Ver­ar­bei­tung • schalt­ba­re Clip­pin­gOp­tio­nen

MI­NUS

• Ables­bar­keit der Po­tiS­ka­lie­rung

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