Paul Lan­ders & Rammstein: Si­gna­tu­re-sound in Pe­dal­form

RAMMSTEIN Orts­ter­min Ber­lin, Prenz­lau­er Berg, ein klei­ner un­schein­ba­rer Hin­ter­hof zwi­schen Ca­fés, Sze­ne- Kn­ei­pen und Dö­ner- Bu­den. Hier wohnt Paul Lan­ders, Gi­tar­rist der deut­schen Su­per­stars Rammstein und – seit neu­es­tem – stol­zer Pa­te sei­nes Tech 21 Sans

Gitarre & Bass - - Inhalt - In­ter­view Mat­thi­as Mi­n­eur Fo­tos: Mat­thi­as Mi­n­eur, Mat­thi­as Mat­ties, Olaf Hei­ne, Gui­do Karp, P. R. Brown

Paul, nach fast 25 Jah­ren Rammstein gibt es erst mals ein Si­gna­tu­re-mo­dell von dir: den Tech 21 San­s­amp Fly­rig Pl-1. Was sind die Ur­sa­chen, dass du dich jetzt zu ei­nem sol­chen Schritt ent­schie­den hast? Ich ha­be mein Le­ben lang mit Gi­tar­ren­ver­stär­kern ge­kämpft. Es gab nie ei­nen Amp, bei dem ich dach­te: „Ja, der ist es, so muss er sein!“Ich bin da ver­mut­lich et­was schwie­rig und fand zum Bei­spiel den klei­nen Tran­sis­tor-amp von Gal­li­en Krue­ger toll, der aus­sah wie ein Heiz­lüf­ter und ei­gent­lich ziem­lich dünn klang. Mit Röh­ren da­ge­gen kam ich nie rich­tig klar. Ich moch­te Röh­ren-amps nicht, aber Röh­renAmps moch­ten mich ganz of­fen­sicht­lich auch nicht. Viel­leicht war ich auch ein­fach zu blöd, ei­nen gu­ten Sound ein­zu­stel­len. Mit dem Black­star könn­te ich mich an- freun­den, füh­le mich jetzt aber zu alt, um mich dar­auf noch ein­mal kom­plett ein­zu­las­sen. An­de­rer­seits bin ich auch stolz dar­auf, kei­ne Amps zu ha­ben. Mit dem San­s­amp Preamp PSA-1 ging für mich ei­ne neue Welt auf, weil ich da­mit di­rekt spie­len konn­te, was heut­zu­ta­ge vie­le Mu­si­ker mit ih­ren di­gi­ta­len Emu­la­tio­nen ma­chen. Der PSA-1 klingt fies, auch ein biss­chen bö­se, vor al­lem aber sehr ei­gen­stän­dig,

was ich am wich­tigs­ten fin­de. Mir ge­fällt die­se ge­ne­rel­le Ei­gen­wil­lig­keit der Tech21-Ge­rä­te. Richard auf der an­de­ren Rammstein-sei­te war ja im­mer schon der Röh­ren-mann, wäh­rend ich halt der Di­rekt-mann bin. Zu­sam­men funk­tio­niert das. Ir­gend­wann bin ich dann beim GT-2 von Tech 21 ge­lan­det, bei dem ich vor al­lem ei­nen spe­zi­el­len Sound be­son­ders gut fin­de, den ich seit Jah­ren bei­be­hal­ten ha­be. Zwi­schen­zeit­lich ha­be ich li­ve zwar mal ei­ne di­gi­ta­le Emu­la­ti­on be­nutzt, doch als die de­fekt war und ich den GT-2 wie­der an­ge­wor­fen ha­be, ging der­ma­ßen das Licht an – wie ei­ne Er­lö­sung. Ich fin­de es su­per: die­se klei­ne Kis­te und nur ei­nen EQ da­hin­ter, ich lie­be den Sound! Manch­mal abends, vor dem Schla­fen­ge­hen, wenn ich et­was un­ter­spielt bin, zie­he ich mich noch mal in mein Stu­dio zu­rück und spie­le ein biss­chen mit dem GT-2 – so wie man­che für die letz­te Zi­ga­ret­te des Ta­ges noch mal kurz nach drau­ßen ge­hen. Ir­gend­wie bin ich da­nach ein we­nig süch­tig. (lacht) Ich lie­be ver­zerr­te Gi­tar­ren und spe­zi­ell den San­s­amp-sound! So, das war die Kurz­fas­sung der Vor­ge­schich­te. Wo­mit wir be­reits di­rekt beim PL-1 ge­lan­det sind? Ex­akt. Denn über den GT-2 war ich im­mer schon mit Ste­fan Kühn (Sound Ser­vice, Ver­trieb der Tech-21-ge­rä­te, Anm. d. Verf.) in Kon­takt. Ste­fan ist im­mer sehr freund­lich und zu­rück­hal­tend und wuss­te, dass ich mit dem San­s­amp ab­so­lut zu­frie­den bin, je­doch nichts ge­schenkt ha­ben will. Ich steh nicht so auf Spon­so­ring, mehr auf Zu­sam­men­ar­beit. Ir­gend­wann hat Ste­fan ge­fragt, ob ich ein ei­ge­nes Pe­dal ha­ben möch­te, was ja ei­gent­lich im­mer mein Traum war. Wann ge­nau hat Ste­fan dich ge­fragt? Vor 400 Jah­ren? Nee, quatsch, im Früh­jahr 2016. Ich muss­te über sein An­ge­bot nicht lan­ge nach­den­ken, denn für mich ist es wich­tig, dass ich Bock auf die Leu­te ha­be, die mich fra­gen. Ste­fan und And­rew Bar­ta von Tech 21 sind gu­te Män­ner, es macht ein­fach Spaß, mit ih­nen zu re­den und zu kom­mu­ni­zie­ren. Und das muss man ja, wenn man ein sol­ches Pro­jekt in An­griff nimmt. Ich ar­bei­te nur mit Men­schen zu­sam­men, die ich gut fin­de. So­gar bei der Wahl mei­nes Klemp­ners oder Elek­tri­kers ach­te ich dar­auf, dass es net­te Men­schen sind. Auch des­we­gen ha­be ich das An­ge­bot ger­ne an­ge­nom­men. Das ori­gi­na­le Fly­rig fin­de ich gut, auch wenn mir der Sound et­was zu ro­ckig, zu Amp-ig ist. Ich mag ja eher die­sen to­ten, sehr ma­schi­nel­len Zerr-sound des GT-2. Mein Pro­blem war, dass ich un­ter­wegs nie ver­nünf­tig spie­len konn­te, weil mir der rich­ti­ge Sound fehl­te. Ich ha­be es mal mit dem Te­le­fon ver­sucht, aber ir­gend­wie war das nichts für mich. Ich kam mir blö­de vor, mei­ne Gi­tar­re in ein Te­le­fon zu ste­cken. Manch­mal neh­me ich den GT-2 mit, aber dann wird es gleich wie­der kom­pli­ziert, weil man da kei­nen Kopf­hö­rer rein­ste­cken kann usw. Dem­ge­gen­über hat der PL-1 al­les, was man braucht, er eig­net sich für ei­nen selbst un­ter­wegs, aber auch dann, wenn man mal für ei­nen rus­si­schen Mil­lio­när ein klei­nes Kon­zert gibt. Die tech­ni­sche Grund­la­ge des PL-1 ist al­so der GT-2? Im Un­ter­schied zu den an­de­ren Fly­rigs sind hier zwei San­s­amps drin: ein ver­zerr­ter und ein clea­ner plus ei­ne Gt-2-ein­stel­lung mit ei­nem zu­sätz­li­chen Mit­ten-eq. Wir ha­ben ver­sucht, den PL-1 im Ver­gleich zum GT-2 noch viel­sei­ti­ger zu ge­stal­ten. Der Haupt-brat-sound des PL-1 ist in­spi- riert vom GT-2, geht aber noch ein Stück wei­ter. Der clea­ne Ka­nal nennt sich Was­ser, der ver­zerr­te heißt Feu­er. Ha­ben die bei­den kon­kre­te Sound-pa­ten? Der clea­ne Ka­nal ist an den Ro­land JC 120 an­ge­lehnt. Ich fin­de den Sound sehr in­spi­rie­rend, man spielt plötz­lich Sa­chen, von de­nen man gar nicht wuss­te, dass sie in ei­nem ste­cken. Ich wür­de so et­was als „macht Lat­te zu spie­len“be­zeich­nen. Des­we­gen gibt es auch die Am­bi­ent-klan­g­re­ge­lung, da­mit das Spie­len so rich­tig Spaß macht. Der Ba­de­zim­mer­effeckt. Der Sound ist pro­fes­sio­nel­ler als man es in ei­ner solch klei­nen Kis­te ver­mu­ten wür­de. Wie vie­le zwi­schen­zeit­li­che Pro­to­ty­pen gab es, an de­nen kon­kret ge­ar­bei­tet wur­de? Ins­ge­samt sie­ben. Ver­mut­lich hät­te ich noch wei­ter dar­an ge­schraubt, aber Tech 21 ha­ben na­tür­lich zu Recht dar­auf be­stan­den, dass die Kis­te ir­gend­wann fer­tig sein muss. Nach dem sieb­ten Pro­to­typ ha­ben sie mir ge­sagt: „Die Din­ger klin­gen gut, und wir wol­len da­mit ja nicht zum Mond flie­gen“. Was gab es aus dei­ner Sicht am GT-2 zu ver­bes­sern?

Ich fin­de, dass der Sound des GT-2 zu vie­le Bass-an­tei­le hat. Das ist zwar schön, um an­de­re zu be­ein­dru­cken, aber im wirk­li­chen Le­ben braucht kein Gi­tar­rist Bäs­se un­ter 50 Hertz. Die schnei­det je­der Mi­scher so­wie­so raus, oh­ne es dem Gi­tar­ris­ten zu ver­ra­ten. Beim PL-1 ist ein low cut drin, so­dass man die Bäs­se voll rein­dre­hen kann, der Sound aber im un­ters­ten Be­reich trotz­dem recht de­fi­niert bleibt. Wirst du den PL-1 auch li­ve ein­set­zen? Oder ist das Ge­rät für dich qua­si „nur“für un­ter­wegs? Ich weiß es noch nicht, ob ich mich das traue. Ei­ni­ge Pro­to­ty­pen wur­den zwar schon bei Kon­zer­ten ein­ge­setzt und funk­tio­nier­ten pri­ma, aber sei­ne gan­ze Klas­se zeigt er na­tür­lich vor al­lem, wenn ich un­ter­wegs bin: Mein Rack steht ir­gend­wo im Sta­di­on, ich aber sit­ze in ei­nem Ho­tel­zim­mer und möch­te spie­len. Da­für gibt es den di­rek­ten Kopf­hö­rer­aus­gang, der su­per klingt, weil im Fly­rig ei­ne ana­lo­ge Spea­ker-si­mu­la­ti­on ein­ge­baut ist. Auch für den Ur­laub ist das PL-1 ide­al. Ein­mal im Jahr rei­se ich mit un­se­rem Bas­sis­ten Ol­li zum Wind­sur­fen nach Kap­stadt, da neh­me ich dann die klei­ne Kis­te und ei­nen Com­pu­ter mit und kann in der frei­en Zeit mei­ne Ide­en auf­neh­men. Das Teil ist auch op­ti­mal zum Pro­ben oder Song­schrei­ben, wenn wir uns als Band in ei­nem klei­nen Raum ein­schlie­ßen. Das PL-1 ist zwar auch für Kon­zer­te ge­eig­net, aber da liegt nicht der Schwer­punkt, son­dern eher dort, wo man ei­nen pro­fes­sio­nel­len aber trans­por­ta­blen Sound ha­ben möch­te. Für mich ist es ein­fach su­per, die­ses Teil in mei­ne Ta­sche ste­cken zu kön­nen und über­all da­bei zu ha­ben. War für dich bei Be­ginn der Zu­sam­men­ar­beit mit Tech 21 der Ver­kaufs­preis des PL-1 ein Kri­te­ri­um, das bei dei­ner Pla­nung be­rück­sich­tigt wer­den muss­te? Nein, aber ich wuss­te na­tür­lich, dass es kein Bou­tique-ge­rät wird. Ich ha­be mich ein­fach dar­auf ver­las­sen, dass Tech 21 von sich aus Stopp sa­gen, wenn es an­fängt, sich für sie nicht mehr zu loh­nen. Ich ha­be mich nur um den In­halt und das De­sign ge­küm­mert, al­les an­de­re ha­be ich Ste­fan und Tech 21 über­las­sen. Ich weiß ehr­lich ge­sagt gar nicht, was das Ding letzt­lich kos­ten soll. Mir ist auch egal, wie viel die Fir­ma am En­de da­von ver­kau­fen wird, Haupt­sa­che ich ha­be so ein Teil! Na­tür­lich wür­de ich schlech­te Lau­ne be­kom­men, wenn es in­ner­halb der Fly­rig-li­nie das bil­ligs­te Ge­rät wä­re. ( lacht) Üb­ri­gens: Auf­grund des ak­ti­ven EQ ist das PL-1 für al­le Mu­sik­rich­tun­gen ein­setz­bar, al­so auch für Surf-sounds oder Blues­rock oder was auch im­mer. Zu­mal bei San­s­amp im Un­ter­schied zu gän­gi­gen Si­mu­la­tio­nen der Dri­veSound auch oh­ne viel Zer­re sehr gut klingt. Crunch-sounds klin­gen an­sons­ten ja im­mer nur in Ver­bin­dung mit ei­nem Amp gut. Wie wa­ren ei­gent­lich die Re­ak­tio­nen eu­res Li­ve-mi­schers, als du Pro­to­ty­pen des PL-1 bei den RammsteinShows ein­ge­setzt hast? Wa­ren er und dei­ne Band­kol­le­gen an­fangs skep­tisch? Ja, das wa­ren sie. Ich fand den ers­ten Pro­to­typ schon sehr geil, der klang so­was von bö­se, wie ein fie­ser Syn­the­si­zer, der al­lein gut funk­tio­niert, aber im Zu­sam­men­hang mit den an­de­ren In­stru­men­ten doch zu krass klingt. Das ist mit dem PL-1 nicht mehr der Fall, den kann man pro­blem­los auch in der Band­si­tua­ti­on nut­zen. Be­nutz­ba­re Sounds sind ja im­mer eher et­was mit­ti­ger und da­mit auch et­was mehr wie­der in Rich­tung des GT-2. Mein Sound­mann ist mit dem San­s­amp GT2 so­wie­so zu­frie­den, der hät­te nichts an­de­res ge­braucht. Wir ha­ben so­gar mal ei­ne PA auf­ge­baut, um zu tes­ten, wel­che Fre­quen­zen wir für den Li­veEin­satz des PL-1 brau­chen. Denn li­ve ist im­mer ei­ne be­son­de­re Si­tua­ti­on, da trennt sich die Spreu vom Wei­zen. Das gilt üb­ri­gens auch für Pick­ups. Ich mag ak­ti­ve Ton­ab­neh­mer ei­gent­lich nicht son­der­lich gern, aber li­ve sind sie halt sehr zweck­dien­lich.

wann kommt das neue rammstein- al­bum?

Apro­pos zweck­dien­lich: War das PL-1 be­reits bei den Vor­be­rei­tun­gen auf eu­er kom­men­des Al­bum dien­lich? Und: Was ist dies­be­züg­lich ge­ne­rell Stand der Din­ge? Stand der Din­ge ist fol­gen­der: Wir fi­na­li­sie­ren ge­ra­de die neue Schei­be. Al­les ist auf­ge­nom­men, die neu­en Songs sind fer­tig, wir be­fin­den uns kurz vor dem Mi­schen. Das soll im Ok­to­ber über die Büh­ne ge­hen, bis da­hin ent­schei­den wir, was an und was aus ist. Beim Auf­neh­men spielt man ja im­mer mehr ein als man am En­de braucht – zu­sätz­li­che Key­boards, zu­sätz­li­che Gi­tar­ren­li­ni­en. Was da­von ver­wen­det wer­den soll, wird in den kom­men­den Ta­gen ent­schie­den. Die­ser Pro­zess ist im­mer ein biss­chen an­stren­gend, aber die­se Zeit neh­men wir uns. Wie vie­le neue Songs gibt es? Ins­ge­samt 16, ob­wohl wir ei­gent­lich gar nicht so vie­le auf­neh­men woll­ten. Wenn man zu vie­le hat, ver­liert man schnell den Über­blick. Wie ge­sagt: Den Rest des Jah­res wird ge­mischt, so­dass wir das Al­bum wohl im kom­men­den Früh­ling ver­öf­fent­li­chen wer­den. Die Ge­rüch­te über ei­ne Ab­schieds­tour­nee sind al­so falsch? Ab­so­lut. Ans Auf­hö­ren den­ken wir ganz und gar nicht. Zu­mal wir uns mensch­lich noch nie so na­he stan­den wie zur­zeit. Wir sind ei­ne der we­ni­gen Bands, die noch

Sa­chen ge­mein­sam ma­chen und sich un­ter­ein­an­der gut fin­den. Und wenn wir uns mal nicht gut fin­den, ver­su­chen wir dar­über zu re­den, da­mit wir uns da­nach wie­der gut fin­den. Sa­gen wir es mal so: Gott hat uns die­se Band ge­schenkt, da­mit wir mit ihr spie­len kön­nen und für Un­fug Geld be­kom­men – wir ma­chen nur Dumm­hei­ten und be­kom­men das hoch be­zahlt, da wä­ren wir ja schön blöd, nicht wei­ter­zu­ma­chen. Noch geht es, al­so ma­chen wir es auch. Wir müss­ten ja mit schwe­ren Ei­sen­stan­gen ge­schla­gen wer­den, wenn wir uns frei­wil­lig aus dem Pa­ra­dies ka­ta­pul­tie­ren wür­den. Klingt ziem­lich ent­spannt. Ist es auch. Ich kann na­tür­lich nur für die Ge­gen­wart spre­chen. Falls im nächs­ten Jahr je­mand von uns sei­ne Frau er­schlägt und im Ge­fäng­nis lan­det, ist es si­cher­lich nicht mehr so ent­spannt. Nur mal ein Bei­spiel: Fla­ke hat seit dem ver­gan­ge­nen Jahr zum ers­ten Mal über­haupt Spaß am Li­ve-spie­len. Vor­her hat­te er im­mer rie­si­ge Angst auf der Büh­ne, so­dass er es nie ge­nie­ßen konn­te. Jetzt erst, so ganz lang­sam, fin­det er Spaß dar­an. Auf wel­che Art von neu­en Songs dür­fen sich eu­re Fans freu­en? Gott … wie im­mer, es ist – das sa­ge ich den Leu­ten im­mer wie­der – wie die neue Mer­ce­des S-klas­se. Wenn man Glück hat, sieht sie noch bes­ser aus und ist noch grö­ßer. Nee, grö­ßer ist sie nicht, aber an­ders, sie geht mit der Zeit, bleibt sich aber treu. Al­so das, was man als Band im­mer ver­sucht, was al­le im­mer ver­su­chen: sei­nen Stil zu be­hal­ten und sich gleich­zei­tig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln, mit der Zeit zu ge­hen. Ich weiß nicht, ob das Al­bum gut wird, aber uns hat es Spaß ge­macht, wir mö­gen die Songs. Es ist ein we­nig wie nach Re­zept ko­chen, oh­ne mit­ten­drin zu pro­bie­ren. Die Re­gel be­sagt, wenn ei­ne Band ein Al­bum selbst liebt, wird es si­cher­lich auch Fans ge­ben, die es lie­ben wer­den. Ge­nau­so ha­ben wir es ja auch im­mer ge­macht. Das ist un­se­re Theo­rie: Wenn wir es mö­gen, wer­den es an­de­re wahr­schein­lich auch mö­gen. Wir fra­gen uns nie: „Was könn­ten an­de­re dar­über den­ken?“Das ha­ben wir noch nie ge­macht, oder wenn wir es mal ver­sucht ha­ben, ist es so­fort in die Ho­se ge­gan­gen. Wir müs­sen es gut fin­den, und die neu­en Songs fin­den wir gut. Ist denn ir­gend­et­was an­ders als bei den vor­he­ri­gen Schei­ben? Ja, wir ha­ben uns dies­mal mehr aufs Spie­len kon­zen­triert, das heißt: Wir sa­ßen häu­fi­ger zu­sam­men und ha­ben ein­fach ge­spielt. Mitt­ler­wei­le sind wir auch bes­ser als zu Be­ginn der Band, was al­ler­dings auch kei­ne gro­ße Kunst ist. Im ho­hen Al­ter ler­nen wir lang­sam un­se­re In­stru­men­te ken­nen. Es macht Spaß. Wir ar­bei­ten im­mer noch am Sound, ent­wi­ckeln uns wei­ter. Wir ha­ben zwar auch jetzt mit dem neu­en Al­bum das Rad nicht neu er­fun­den, sind aber auch nicht nur nach Grund­re­zep­ten vor­ge­gan­gen. Wir ha­ben ver­sucht,

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