Vi­nyl

Gitarre & Bass - - Inhalt -

• GLEN MAT­LOCK: GOOD TO GO Ja, das ist ge­nau der Glen Mat­lock, der uns vor ca. 700 Jah­ren mit der Punk-iko­ne Sex Pis­tols be­glück­te. Und über­leb­te! Bas­sist Glen ist hier mit Ex- Da­vid- Bo­wie- Gi­tar­rist Earl Slick und StrayCats-drum­mer Jim Phan­tom zu er­le­ben. Letz­te­rer hat­te um das Jahr 2000 her­um schon mal ei­nen fei­nen Ne­ben-job bei The He­ad Cat – da­mals zupf­te Motörheads Lem­my K den Vier­sai­ter. Und auch in die­ser neu­en For­ma­ti­on ha­ben es drei ech­te Old­school-ro­ckLe­gen­den ge­schafft, ein pa­cken­des Al­bum ein­zu­spie­len. Strai­ght, schnör­kel­los, mit viel Po­wer und ir­gend­wie per­ma­nent gu­te Lau­ne ver­brei­tend. Die hier zu er­le­ben­de Ro­cka­bil­lyVa­ri­an­te ist deut­lich an­ge­punkt und sehr dre­ckig, Le­ad-spots und Me­lo­di­en kom­men meist sehr laid-back rü­ber, und man­che Songs ha­ben ir­gend­wie so­gar Hu­mor: ,Speak Too So­on‘ mit sei­nen Kas­ta­gnet­ten ist so ei­ne Num­mer, die ein brei­tes Grin­sen er­zeugt. Glen Mat­lock kommt als Front­man oft wie ei­ne Slo­mo/mid­tem­po-ver­si­on von Her­man Brood rü­ber. Groß­ar­tig! Ach ja, die Bass­li­nes: Die kom­men meist als Bass-drum-ver­stär­kung da­her und ma­ni­fes­tie­ren die Grund­tö­ne der Songs. So soll es sein! Tol­les Al­bum, ab­wechs­lungs­reich, dre­ckig, echt! Rich­ti­ger­wei­se auf Vi­nyl, für das au­then­ti­sche Er­leb­nis. lt • MUD­HO­NEY: DI­GI­TAL GARBAGE „Mud­ho­ney ist ei­ne Grun­ge-band aus Se­at­tle. Der Na­me be­zieht sich auf den gleich­na­mi­gen Film aus dem Jahr 1965 von Russ Mey­er, den die Band-mit­glie­der zum Zeit­punkt der Band-grün­dung noch nicht ge­se­hen hat­ten“, in­for­miert Wi­ki­pe­dia. Das 1988 auf dem La­bel Sub Pop er­schie­ne­ne De­büt von Mud­ho­ney hieß Gi­tar­ris­ten-af­fin ,Su­per­fuzz Big­muff‘ – und so klang es auch: als hät­ten Vel­vet Un­der­ground ei­nen Big-muff-ver­zer­rer be­ses­sen. Ha­ben sie aber nicht. Mark Arm (g/voc), Ste­ve Tur­ner (g), Guy Mad­di­son (b seit 2001) und Dan Pe­ters (dr) brach­ten die­sen Feh­ler der Rock-ge­schich­te nach­träg­lich in Ord­nung und präg­ten die auf­blü­hen­de Grun­geSze­ne. Vor dem Er­folg von Nir­va­na wa­ren Mud­ho­ney klar die Nr. 1 bei Sub Pop. 30 Jah­re und 15 Al­ben spä­ter, und im­mer noch in 75-pro­zen­ti­ger Ori­gi­nal­be­set­zung, er­klä­ren uns Mud­ho­ney er­neut die Welt: ,Di­gi­tal Garbage‘ heißt ihr neu­es Al­bum, das ein­fach ein Knal­ler ist: Man hört im­mer noch, dass die rau­en Her­ren ne­ben V.U. auch ganz si­cher mal Link Wray, MC5 und The Stoo­ges in­ha­liert ha­ben – ihr Rock ist dre­ckig, laut, in­ten­siv, kra­chend. Zu­sätz­li­che Plus­punk­te gibt’s für das knal­li­ge Al­bum-art­work von Il­lus­tra­tor Ed­win Ju­dah Fo­the­ring­ham. Das kommt ins­be­son­de­re in der Lp-va­ri­an­te sehr gut rü­ber. Per­fekt! lt • VARIOUS ARTISTS: BREADCRUMB BEACH. „Fi­le Un­der: Con­tem­pora­ry Aus­tri­an In­stru­men­tal Surf Mu­sic“steht auf dem Co­ver links oben. Und das geht auch gleich mal gut ab mit schnel­len Dick-da­le-li­ni­en, ste­hen­den Ak­kor­den mit viel Hall, kna­cki­gen Bäs­sen und pun­kig nach vor­ne trei­ben­den Drums. Da­ve & The Pus­sies (g,b & dr) mi­xen Surf, Ro­cka-/psycho­bil­ly und düs­te­re 60s Us-tv-the­mes à la „The Munsters“zu ei­nem ei­ge­nen Cock­tail. In der sel­ben Be­set­zung las­sen So­no­drom Ex­press auch mal Reg­gae, seich­te Hank-mar­vin-me­lo­di­en und B-mo­vie-thea­tra­lik in ih­re Surf-mu­sik ein­flie­ßen. Die clea­ne Gi­tar­re ver­liert sich ge­ra­de­zu in ei­nem Ex­trem- Re­verb und schnel­lem Tre­mo­loEf­fekt. Und wenn Gi­tar­rist Son­ni Blech­dach den Vi­bra­to­he­bel be­dient, wer­den Er­in­ne­run­gen wach an das Hel­geSchnei­der- Gi­tar­ren­so­lo aus sei­nem Film „Te­xas – Doc Sny­der hält die Welt in Atem“. So­no­drom Ex­press klin­gen wirk­lich sehr mys­te­ri­ös bis bi­zarr. We­sent­lich mehr ge­ra­de­aus spie­len Ba­lu & Die Surf­gram­meln mit ins­ge­samt drei Gi­tar­ris­ten plus Rhythm-sec­tion. Das geht in Rich­tung des klas­si­schen Sur­fSound der 60s, wo­bei die Mu­si­ker auch Spa­ghet­ti- Wes­tern- Licks und Süd­ame­ri­ka­ni­sches ein­flie­ßen las­sen. Wie­der in Trio-be­set­zung rei­ten The La­tent Sur­fers auf ih­rer Wel­le di­rekt zu­rück in die 60er-jah­re. Zum Schluss ma­chen die Good­hair Bro­thers noch mal rich­tig Alarm mit kra­chi­gem Pro­to­punk, den sie groß­ar­tig als Ka­put­t­rock be­zeich­nen. Mit die­ser Com­pi­la­ti­on prä­sen­tiert Plan 9 Trash Re­cor­ds aus dem ös­ter­rei­chi­schen Le­on­ding ei­nen Aus­schnitt ih­res Vi­nyl-an­ge­bots von hei­mi­schen Bands zwi­schen Surf, Ro­cka­bil­ly, Coun­try und An­gren­zen­dem. Und ihr so­ge­nann­ter „Schnit­zel­bil­ly“ist rau, ul­tra-re­tro, un­be­re­chen­bar, hat Hu­mor und zeigt At­ti­tü­de. Un­ter www.schnit­zel­bil­ly.at er­fährt man u. a., dass das La­bel ei­nen Vi­nyl Re­cor­ding Ser­vice an­bie­tet, um be­reits fer­ti­ge Auf­nah­men in schwar­zes Gold zu ver­wan­deln. am n

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.