Vom Ar­men­hos­piz zur No­bel­preis­trä­ger­schmie­de

Graenzbote - - KULTUR -

1710 lässt Kö­nig Fried­rich I. vor den To­ren Ber­lins ein Pest­haus er­rich­ten. Es dient als Ho­s­piz für Ar­me und Bett­ler und als Ent­bin­dungs­ein­rich­tung für le­di­ge Schwan­ge­re. Von der Pest bleibt Ber­lin al­ler­dings weit­ge­hend ver­schont. 1727 ver­passt Wil­helm I. der Cha­rité ih­ren Na­men, auf Deutsch „Barm­her­zig­keit“. Im Mit­tel­punkt steht in die­ser Zeit die Ver­sor­gung der Pa­ti­en­ten, nicht de­ren Hei­lung. Den­noch wer­den be­reits Ärz­te dort aus­ge­bil­det, vor al­lem Ar­mee­chir­ur­gen. Bis 1945 be­hält die Cha­rité die­se Be­deu­tung in der Aus­bil­dung von Mi­li­tär­ärz­ten. Die zi­vi­len Ärz­te hin­ge­gen wer­den ab 1810 an der Ber­li­ner Uni­ver­si­tät aus­ge­bil­det. Die Back­stein­ge­bäu­de der Cha­rité wer­den im Zwei­ten Welt­krieg zer­stört. Nach dem Wie­der­auf­bau bis 1989 gilt die Cha­rité als Vor­zei­ge­ein­rich­tung der DDR. Bis heu­te hat sie ei­nen Na­men als ei­ne der wich­tigs­ten For­schungs­ein­rich­tun­gen Eu­ro­pas, in der der­zeit 3760 Wis­sen­schaft­ler und Ärz­te ar­bei­ten. Ins­ge­samt acht No­bel­preis­trä­ger ha­ben im Lau­fe der Zeit an der Cha­rité ge­forscht und ge­ar­bei­tet. (ka­wa)

FOTO: DPA

Das Bet­ten­haus der Ber­li­ner Cha- rité heu­te.

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